Mein 2014: Lieblingslieder

Damien Rice - My Favorite Faded Fantasy (2014)

10 Hudson Taylor – Battles
Though you may have won the battle, but I’ll take the fight to you. And your flag is on the ground and your bones they rattle, too.

9 Marcus Wiebusch – Der Tag wird kommen
Aber ja, es wird besser und der Tag ist in Sicht. Einer wird es schaffen, aber ich bin es nicht.

8 George Ezra – Get Lonely With Me
Well I don’t need petroleum and I don’t need no power, no I don’t need no fancy boots to get me from town to town.

7 Spaceman Spiff – Mind The Gap
Und alles, was sie uns mitgegeben haben, ist ‚Ausstieg in Fahrtrichtung links‘.

6 Morrissey & Marshall – You Are Who You Are
And your mind’s no use once sedated, so open it up! Let them know that you are who you are and you’re happy. You’re the writer, creator and soul, there’s no one like you.

5 Hozier – Take Me To Church
In the madness and soil of that sad earthly scene, only then I am human only then I am clean.

4 ClickClickDecker – Was kommt wenn nichts kommen will
Zwei linke Augen, wenn sich Strukturen vermischen, gut gemeint oder wirklich: es gibt nichts dazwischen. Wie viel wir vergessen, was wir glauben zu wissen, an den Folgen verzweifeln und immer weniger müssen.

3 Sinéad O’Connor – Your Green Jacket
Even though I know I’m not for you, is it ok to say I really do adore you? And I would give anything to be the one who kisses you.

2 Strand Of Oaks – JM
Either get out or stay in, I won’t let these dark times win: we got your sweet tunes to play.

1 Damien Rice – I Don’t Want To Change You
Wherever you are, you know that I adore you. No matter how far, well, I can go before you. And if ever you need someone, well, not that you need helping, but if ever you want someone, you know that I am willing.

Meine zehn Lieblingslieder 2014 gibt’s hier als Spotify-Playlist.

Siehe auch:
Lieblingslieder 2013 (Spotify), 2012 (Spotify), 2011 (Spotify), 2010 (Spotify), 2009 (Spotify), 2008.

Mein 2010: Lieblingsalben

10 Ocean Colour Scene – Saturday
Im 21. Jahr ihres Bestehens lieferten OCS ein ebenso zeitloses wie zeitgemäßes Album ab: große Songs, originelle Arrangements, Melodien, die sofort haften bleiben. Very british, und very good.

9 Strand Of Oaks – Pope Killdragon
Timothy Showalters zweites Album war auf einmal da und ist seither mein ständiger Begleiter. Famos, wie er zwischen Krach-Ausbrüchen und minimalistischem Folk hin- und herwechselt; dazu auch noch diese absurden Texte (alleine schon der Song über Dan Aykroyd!!)… Strand Of Oaks hat mich schon mit „Leave Ruin“ begeistert. „Pope Killdragon“ hat aus mir endgültig einen Fan gemacht.

8 Selig – Von Ewigkeit zu Ewigkeit
Die Workaholics von Selig mussten knapp 18 Monate nach „Und endlich unendlich“ gleich noch ein weiteres neues Album rauskloppen, als gelte es, zehn verlorene Jahre aufzuholen. „Von Ewigkeit zu Ewigkeit“ kommt wesentlich düsterer daher als sein Vorgänger, dreckiger, rauher, unmittelbarer. Mit ein wenig Distanz lässt sich konstatieren: „Ewigkeit“ ist die bessere der beiden Post-Comeback-Platten.

7 Aloe Blacc – Good Things
Verblüffend, wie oft ich diese CD inzwischen gehört habe. Schlicht und einfach geil produzierter Soul-Pop, der mir den langen tristen Herbst verschönert hat.

6 The Bear That Wasn’t – And So It Is Morning Dew
Der Belgier, der sich nach einem alten US-Kinderbuch bzw. -film benannt hat, sorgte für die wohl melancholischste, verspielteste „kleine Folk-Platte“ des Jahres. Ob auf zehnstündigen Flugreisen, bei endlos langen Sommerabenden auf dem heimischen Balkon oder in den miesesten Momenten des Jahres – „And So It Is Morning Dew“ war in diesem Jahr bei mir immer mit dabei.

5 Regina Spektor – Live in London
Die paar unveröffentlichten Songs sind es gar nicht mal, die diese Liveaufnahme so besonders machen. Es ist vielmehr die Perfektion, mit der Regina Spektor jeden Ton trifft, auf dem Klavier wie mit ihrer Stimme. Es ist auch die atemberaubende Bühnenpräsenz dieser gewitzten, leidenschaftlichen, unvergleichlichen Künstlerin. Wahnsinn.

4 The Duke & The King – Long Live The Duke & The King
Die Reise des Herzogs und des Königs geht weiter, und sie wird immer unterhaltsamer. Nach dem eher introvertierten Debüt folgte in diesem Jahr etwas, das man fast schon als Party-Album bezeichnen könnte. Damit meine ich so eine richtig gute Party – also eine, die weder nach Kotze noch nach Möchtegernbohème müffelt.

3 Gisbert zu Knyphausen – Hurra Hurra So Nicht
Was soll ich über Knyphausen denn noch schreiben, was nicht schon geschrieben wäre. Es stimmt: viel besser, als er das mit „Hurra Hurra So Nicht“ gemacht hat, kann man’s echt nicht machen. Weder in deutscher, noch in irgendeiner anderen Sprache.

2 The Cat Empire – Cinema
Dass diese Band von Album zu Album immer stärker wird, grenzt an ein Wunder, wenn man bedenkt, wie grandios schon die ersten Sachen der Australier waren. „Cinema“ kommt langsam, aber gewaltig. Und am Ende dieses hypnotisierend guten Songpakets kann man nur noch den Hut ziehen – vor so viel Scharfsinn, Lebensfreude, Witz und Musikalität.

1 Fistful Of Mercy – As I Call You Down
Gar keine Frage. Gar kein Zweifel. Ganz klare Sache: diese in drei Tagen zusammengeklampfte Wunderplatte ist mein Album des Jahres. Weil ich mich in keiner anderen Musik in diesem Jahr öfter verloren habe, weil mir keine andere Musik derzeit näher geht als diese neun Preziosen der Herren Harper, Arthur und Harrison. Ich bin zutiefst dankbar über den Umstand, dass die drei sich Anfang des Jahres in ein Studio eingesperrt haben – denn mit „As I Call You Down“ ist ihnen ein Meisterwerk gelungen.

Neue Musik: The View, The Waifs, Laura Gibson, The Cat Empire u.a.

Es hat sich wieder viel Neues angesammelt in meinen digitalen und realen Plattenregalen. Hier einige Beispiele, die ich für dringend erwähnenswert halte.

Gilles Servat – Je Vous Emporte Dans Mon Coeur (2006)
Eine Empfehlung meines Bandkollegen Heiko, der Gilles Servat wiederum von seinem Vater empfohlen bekam. Servat ist ein französischer Sänger kurz vorm Renteneintrittsalter, der seit 1970 Musik veröffentlicht. Das hier ist ein Konzertmitschnitt aus dem Jahr 2006, wie ich es verstehe, eine Art „Best-Of“-Abend mit Songs aus seiner gesamten Karriere – schöne Lieder auf Französisch und Bretonisch, bisweilen sehr melancholisch, aber äußerst unterhaltsam und eine angenehme Abwechslung.

Laura Gibson – Beasts Of Season (2009)
Ach Mensch, eigentlich verdient diese Platte einen kompletten, eigenen Blogeintrag. Läuft seit Tagen bei mir in heavy rotation. Sängerin aus den USA, das hier ist ihre dritte oder vierte Platte. Aber die erste, die ich kenne – und prompt auch sehr mag. Leicht schrullige Folksongs mit wunderbaren Arrangements, die Stimme erinnert mich gelegentlich an Regina Spektor.

The Cat Empire – Live On Earth (2009)
Meine beiden bisherigen Live-Erfahrungen mit The Cat Empire waren phänomenal: die erste, 2006 in Birmingham, war eines der intensivsten Musikerlebnisse, die ich je hatte; meine zweite, 2007 in Berlin mit meinem Freund Robby, war eine einzige ausgelassene Party und das, obwohl die Musikalität der Jungs fast mehr war, als man bei so einer Show fassen kann. Alle diese Erinnerungen kommen zurück, wenn ich die neue Cat Empire-Liveplatte höre. Diese Doppel-CD bringt mich zum Tanzen (!) und zum Versonnen-Vor-Mich-Hin-Starren, manchmal sogar gleichzeitig. Wahnsinn.

M. Ward – Hold Time (2009)
Wie Laura Gibson ist auch M. Ward so ein Künstler, den ich ohne All Songs Considered nie kennengelernt hätte. Kalifornischer Sänger und Gitarrist, der schon einige Alben veröffentlicht hat, das hier ist sein neuestes. Was mir sehr gefällt, sind die kompakten, cleveren Songs, denen er quirlige Arrangements verpasst hat, wodurch er jede nur mögliche Peinlichkeitsklippe sicher umschifft. Schöne Sache.

The View – Which Bitch? (2009)
Schade, ich fremdle mehr mit diesem Album, als mir lieb ist. Der View-Erstling „Hats Off To The Buskers“ von 2007 war ein Volltreffer, mit vielen rotzigen, aber charmanten Rocksongs. Die gibt es auf der neuen Platte, und zwar zur Genüge. Nur ist die neue CD irgendwie seltsam produziert, The View klingen hier mehr nach Schülerband als auf ihrem Debüt. Aber trotzdem: schöne Songs, und über den Frühling werden wir schon noch Freunde, Which Bitch und ich.

The Waifs – From The Union Of Soul (2009)
Mit „From The Union Of Soul“ legt die australische Folkrock-Institution The Waifs ein Livealbum vor, das wirklich beachtlich ist: von Bluegrass bis Swing, von Songwriter-Pop bis 60s-Satzgesang können die beiden Damen und der Herr offenbar alles. Lustig, herzzerreißend melancholisch, gut gelaunt und doch stellenweise wehmütig… Geile Platte, ein musikgewordenes Antidepressivum.

Strand Of Oaks – Leave Ruin (2009)
Bei eMusic gehört, gemocht, auf gut Glück runtergeladen und seitdem sehr oft gehört: ein Mann, der eigentlich als Lehrer sein Geld verdient und nebenher Musik macht, verzieht sich in die Berge im Norden Pennsylvanias und kehrt mit dieser versponnenen kleinen Songwriter-Platte zurück. Wie Bon Iver mit etwas weniger Liebeskummer, nur anders.