Die Pestle verpasst: sehr schade…

Doch, so im Nachhinein ärgert mich das doch ziemlich. Wir erklommen ja am 4. Juli – wie bereits berichtet – das gigantische Red Rocks Amphitheatre in Colorado, um endlich mal eines der traditionellen Blues Traveler-Independence-Day-Konzerte dort zu erleben. Dass Live und Collective Soul da vorher auch spielten, war für mich eher Nebensache – deshalb war es für mich auch nicht schlimm, erst im dritten oder vierten Song von CS anzukommen, mit der Show von Live erlebte ich dann sogar eine ziemlich angenehme Überraschung.

Nach der ganzen Show, tief in der Nacht, schwänzelte ich dann um den gemeinsamen Merchandisingstand der Bands herum, um mich ordentlich mit Traveler-Devotionalien einzudecken. An dem Stand stand auch Hana Pestle, die attraktive junge Dame, die vor Collective Soul dran war und den ersten paar Pünktlichkommer-Hanseln auf Red Rocks einheizen sollte – zu denen wir allerdings ja nicht gehörten. Wir kamen ins Gespräch, und ich hab Hana am Ende ihre 4-Track-EP abgekauft, als Entschuldigung fürs Zuspätkommen quasi und weil wir uns so prächtig verstanden.

Heute hab ich endlich mal mit Verstand in das Teil reingehört (an die nette Widmung konnte ich mich gar nicht mehr erinnern); bei Hanas Version des gerne mal gecoverten Leonard Cohen-Songs „Hallelujah“ hat es mir dann die Sprache verschlagen – ja, so im Nachhinein ärgert mich das doch ziemlich, Frau Pestle auf der Bühne verpasst zu haben („Hallelujah“-Stream auf Myspace, unbedingt anhören!).

Die Top 7 der besten Konzerte meines Sommerurlaubs 08

7 – Kara Suzanne, Rockwood Music Hall, New York City, NY, 19. Juli 2008: eine mir bis dahin unbekannte Frau mit Wahnsinnsstimme, angenehm scheuer Bühnenpräsenz, einem super Pianisten und einer Handvoll geiler Songs verzaubert in einem New Yorker Mini-Schuppen anderthalb Dutzend gebannt lauschender Samstagabendgäste.

6 – Live, Red Rocks Amphitheatre, Morrison, CO, 4. Juli 2008: die eigentlich totgeglaubte Postgrunge-Band Live überrascht mit einem druckvollen und ganz und gar unpeinlichen (Achtung!!) Live-Set (hihihi, höhöhö, der musste jetzt mal sein) und liefert so den erstaunlich angenehmen Auftakt zum persönlichen Konzert-Highlight des Sommers (siehe Platz 1).

5 – Under The Influence Of Giants, Spaceland, Los Angeles, CA, 14. Juli 2008: seltsamer Scissor Sisters-Verschnitt bringt hippe L.A.-Szene-Twens zum Tanzen, hat grandiosen Groove, nur leider nicht so pralle Songs, gefeiert wird aber dennoch aufs Heftigste – und ich schwöre, da war der Bassist von Blind Melon im Publikum (file under: „Und, haste in den L.A. irgendwelche Promis gesehen? – Ja, den Basser von Blind Melon! Wahnsinn, oder?? – Wen bitteschön? – Ach, vergiss es…“).

4 – Spin Doctors, Greeley Stampede, Greeley, CO, 5. Juli 2008: Ehrenpreis für den seltsamsten Konzertmoment des Sommers – da spielt die Lieblingsband als Vorband (!) für Poison (!!) in einer Rodeoarena (!!!) in der konservativsten Ecke, die man um Denver herum nur erwischen kann (!!!!) – 45 Minuten geile Musik, aber auch 45 Minuten, in denen mir deutlich vorgeführt wurde, dass 2008 andere Bands als Spin Doctors echt angesagt sind… Nämlich:

3 – Poison, Greeley Stampede, Greeley, CO, 5. Juli 2008: Freunde, das war so schlecht, dass es schon wieder gut war – die Colorado-Cowboys und -girls im Publikum rasten aus, vergessen ihre gute Kinderstube und feiern 90 Minuten lang, als wäre das da vorne nicht eine Klischee-Hardrock-80s-Poserband, deren Sänger dank VH1 und MTV mal wieder im Gerede ist, sondern Bon Jovi feat. Aerosmith and The Liebe Gott persönlich – die vielleicht surrealste Liveshow meines Lebens, unvergeßlich.

2 – Leslie Mendelson & Band, Rockwood Music Hall, New York City, NY, 19. Juli 2008: eine kleine Frau und ihre saucoole Band brennen innerhalb von 50 Minuten mit ihrem punktgenauen, detailversessenen und dennoch wahnsinnig entspannten Rootsrock den inzwischen rappelvollen New Yorker Laden (vergleiche Platz 8, das war ne Stunde vorher) ab – traumhaft schöner Auftritt.

Und auf Platz eins bei den Top 7 der besten Konzerte, die ich in meinem Sommerurlaub sehen konnte…:

1 – Blues Traveler, Red Rocks Amphitheatre, Morrison, CO, 4. Juli 2008: die Erfüllung eines Traumes, den ich seit 12 oder 13 Jahren hatte – EINMAL bei einem der jährlichen 4th Of July-Red Rocks-Shows der Blues Traveler dabei sein…! Dieses Jahr war es also soweit, und die Show hat meine ohnehin schon hohen Erwartungen lässigst übertroffen – was für eine Nacht, was für ein Konzert.