Aber ich frage! – Pater Bernd Knüfer SJ erzählt aus seinem Leben

Vor einem Jahr, im Sommer 2020, verstarb in München der Jesuitenpater Bernd Knüfer. Seit den frühen Neunzigern wirkte der gebürtige Oberpfälzer in Leipzig – erst als Studentenpfarrer, bald als einer, der sich ganz aktiv den 85 Prozent Religionslosen der Stadt zuwenden wollte – als Mitgründer der „Orientierung“, der Kontaktstelle der katholischen Kirche in der Leipziger Innenstadt. Predigten in der Nikolaikirche machten ihn ebenso bekannt wie die Tatsache, dass er im „Raum der Stille“ der „Kontaktstelle Orientierung“ regelmäßig auch Yoga und Zen-Meditation unterrichtete.

Im Jahr 2019, der Umzug des inzwischen über 80-jährigen von Leipzig nach München war beschlossene Sache, gelang es der in Leipzig lebenden Schriftstellerin und Autorin Diana Feuerbach, Knüfer zur Produktion eines Hörbuches über sein Leben zu überreden. Nach anfänglichem Zögern ließ sich der Jesuit auf das Projekt ein, Anfang 2021 ist das Werk erschienen. Im Rahmen des Podcasts „Mit Herz und Haltung“ habe ich mit Diana Feuerbach darüber gesprochen, wie sie Pater Knüfer kennengelernt hat und welche Rolle er in ihrem Leben spielte. Außerdem gibt es spannende Einblicke in den Entstehungsprozess des Hörbuches, oder, wie Knüfer es lieber bezeichnete, Hör-Bildes. Zu hören u.a. bei Spotify, Apple Podcasts, Google Podcasts, Amazon Music oder auch gleich hier:

Hörfutter: ein paar Podcast-Tipps

Viel los gerade in Sachen Podcasts: zum einen ist da die aktuelle Folge von Heldenstadt, der Show, die ich zusammen mit meinem Kumpel Guido inzwischen im siebenten oder achten Jahr mache. Diesmal reden wir u.a. über nervige Singvögel und Sauce Hollandaise.

Spannend auch das Gespräch, das ich neulich mit Dr. Joachim Klose von der Konrad-Adenauer-Stiftung in Dresden führen konnte. Wir haben uns ausgerechnet über „Das Unsagbare“ unterhalten – hier könnt Ihr Euch das anhören.

Ebenfalls für Mit Herz und Haltung, den Podcast der Katholischen Akademie im Bistum Dresden-Meißen, entstanden ist eine Folge in Erinnerung an die schrecklichen Bilder und Nachrichten, die uns vor einem Jahr aus Bergamo in Italien erreichten. Darin sprechen wir u.a. mit dem einzigen der sechs an der Leipziger Uniklinik behandelten italienischen Corona-Patienten, der lebend nach Hause kehren konnte.

Das war „die pastorale!“ 2019

Nun ist sie schon wieder Geschichte, die Fachmesse und Ideenbörse die pastorale!, letzte Woche in Magdeburg. Als Teil des Vorbereitungs- und Leitungsteams klingen die vier Tage natürlich noch nach. Noch immer kann ich kaum glauben, wie geschmeidig und rund alles lief – es hat riesigen Spaß gemacht, in einem Team zu arbeiten, in dem wirklich allen daran gelegen ist, trotz überschaubarer Ressourcen eine bestmögliche Veranstaltung zu zaubern. Von den Workshops über die Keynotes und die Pressearbeit bis hin zum Kulturprogramm, überall gab es überraschende Momente, inspirierende Gedanken und konstruktive Gespräche. Natürlich freut es mich/uns sehr, dass die Rückmeldungen der rund 1.300 Teilnehmenden so positiv waren.

Und natürlich machen wir uns in den nächsten Wochen daran, die pastorale! ausführlich nachzubereiten und auszuwerten. Zum einen werden die Keynotes als Videos veröffentlicht, zum anderen besprechen wir im November mit etwas Abstand die ganze Tagung noch einmal intensiv. Bis dahin freu ich aber einfach noch ein wenig weiter über diese unkonventionelle Kirchen-Convention, die wir da hingelegt haben. Die Collage oben zeigt übrigens Tobias Petzoldt von Zwischenfall und mich bei unserem Musik- und Texte-Programm während der pastorale! Auch so ein Experiment, uns beide zusammen auf eine Bühne zu stellen. Schnell war klar: Versuch geglückt, das machen wir mal wieder!

Zum Rückblick hier nun Links zu einigen Berichten rund um die pastorale! 2019:

Da wäre zunächst mal unsere eigene Pressearbeit – etwa die Bilanz-Pressemitteilung und natürlich die täglichen Fotoschauen von Walter Wetzler, unsrem Veranstaltungfotografen.

Domradio.de hat zahlreiche KNA-Beiträge übernommen: z.B. 1, 2, 3, 4, 5

Das Bonifatiuswerk war Mitveranstalter und hat natürlich ebenfalls berichtet. Auch der Tag des Herrn fungierte als Mitveranstalter und hat bereits im Vorfeld ausgiebig für die Veranstaltung getrommelt, etwa mit einer Sonderausgabe zum Thema Kirche in der Diaspora (pdf). Ausführliche Berichte wird es in der Ausgabe vom 29. September geben (wird ggf. nachgereicht).

Sehr lesenswert sind auch die Artikel von Elisabeth Meuser von der Pressestelle des Bistums Dresden-Meißen: hier, hier, hier und hier. Auch Susanne Sperling vom Bistum Magdeburg hat natürlich berichtet: 1, 2, 3, 4, 5.

Schließlich sind da noch die beiden kurzen Nachberichte, die am 22. September in unserer Sendung „Themen, die Sachsen bewegen“ bei RADIO PSR gelaufen sind: 1, 2.

Ach so. Und das passiert, wenn man als Presse-Mitverantwortlicher der KNA-Kollegin exklusive Insider-Zahlen zuspielt:

Das war sie also, die pastorale! 2019. Gott sei Dank, dass es sie gab.

Fotos oben: (c) Walter Wetzler (2), ich (1).

Timmerevers: „Jeder ist eine Mission – an seinem oder ihrem Ort“

Katholikenrat diskutiert auf Herbstvollversammlung über die Zukunft des Bistums

SCHMOCHTITZ (11. November 2017). „Großartig, was die Bischöfe hier zur Zukunft der Kirche geschrieben haben – fortschrittlich, modern, auf Beteiligung aller ausgerichtet. Doch wie können wir diese Vision von Kirche am besten zu den Gläubigen in unseren Dekanaten, Verbänden und Gemeinden tragen?“ Angelika Pohler aus Leipzig ist beeindruckt vom 2015er Dokument „Gemeinsam Kirche sein“ der Deutschen Bischofskonferenz. Gemeinsam mit Bischof Heinrich Timmerevers und rund dreißig weiteren Delegierten aus den Gemeinden, christlichen Gemeinschaften und Verbänden diskutierte sie bei der Herbstvollversammlung des Katholikenrates im Bistum Dresden-Meißen am vergangenen Wochenende im Bischof-Benno-Haus in Schmochtitz das Schreiben zur Erneuerung der Pastoral.

Für Bischof Heinrich liegt das die Antwort auf diese Frage ganz nahe. Er ermutigte die Mitglieder der Kirchenvolksvertretung, selbst aktiv zu werden und zu bleiben, jede und jeder an seinem oder ihrem Ort: „Um es mit Papst Franziskus zu sagen: ‚Ich bin eine Mission‘ – dieser Gedanke sollte uns allen in Fleisch und Blut übergehen. Wer glaubwürdig lebt, kann andere mitreißen und für Gott begeistern. In unseren Gemeinden, aber und gerade auch darüber hinaus.“

In der Diskussion über die Zukunft des Bistums Dresden-Meißen überraschte der Bischof mit seiner Antwort auf die Frage, ob er sich eine gemeinsame Synode von Kirchenleitung und Kirchenvolk vorstellen könne. „Ja, kann ich. Allerdings nicht jetzt. Derzeit laufen in unserem Bistum so viele wichtige Dinge wie etwa der Erkundungsprozess oder die Überarbeitung der Räteordnung, da würde eine ‘Synode obendrauf’ alle überfordern und verunsichern – mich eingeschlossen.“

Weiteres Schwerpunktthema der Herbstvollversammlung war die Rolle der Christen in Gesellschaft und Politik, besonders im Blick auf die Ergebnisse der diesjährigen Bundestagswahl. Hierzu lieferte Thomas Arnold, Leiter der Katholischen Akademie des Bistums, Impulse und Analysen. Martina Breyer, Vorsitzende des Katholikenrates, berichtete außerdem vom Treffen des Ratsvorstandes mit Ministerpräsident Stansilaw Tillich; ebenso informierte der ratsinterne Ausschuss “Familie und Soziales” über seine Arbeit. Den Delegierten wurde auch ein neuer Kommunikationsleitfaden präsentiert; außerdem stellte der neu gegründete Verein „engagiert-katholisch.de – Trägerverein für das Engagement von Katholiken im Bistum Dresden-Meißen in Kirche und Gesellschaft e.V.“ sich und seine zukünftigen Arbeitsfelder vor.

In einer letzten großen Arbeitseinheit erörterten die Delegierten schließlich den aktuellen Arbeitsstand der AG Räteordnung. Dieses vom Bischof 2016 einberufene Gremium erstellt derzeit Vorschläge für die künftigen Strukturen der Räte auf Gemeinde-, Dekanats- und Bistumsebene. Hierbei wurde besonders über das Miteinander von Haupt- und Ehrenamtlichen und die künftige Rolle der Dekanate diskutiert.

Der Katholikenrat im Bistum Dresden-Meißen (früher: Diözesanrat) ist die demokratisch gewählte und anerkannte Vertretung des Kirchenvolkes und repräsentiert die katholischen Frauen und Männer aus den Pfarreien, Verbänden und Initiativen Sachsens und Ostthüringens. Die nächste Vollversammlung des Gremiums ist für den 10. März in Zwickau geplant.

Disclosure:
Dieser Text ist von mir im Auftrag des Katholikenrates im Bistum Dresden-Meißen für verschiedene kirchliche Medien verfasst worden. Ich bin selbst Mitglied des Katholikenrates und kümmere mich dort u.a. um die Öffentlichkeitsarbeit.

Fotos: Stephanie Hauk, Rafael Ledschbor, Daniel Heinze.