Mein 2017: Lieblingskonzerte

10 – Dave Matthews & Tim Reynolds, Berlin, 30. März
Für manche sind Dave-und-Tim-Shows eine Art Methadon, wenn sie kein „richtiges“ Dave-Matthews-Band-Konzert kriegen können. Andere sehen in den Duovorstellungen eher das Extrakt des Matthews’schen Schaffens. Für mich war’s ein toller Dreistunden-Ritt durch ein inzwischen beachtliches Repertoire und eine große Freude, Herrn M. überhaupt mal wieder zu Gesicht und Gehör zu bekommen.

9 – Gisbert zu Knyphausen, Leipzig, 30. Oktober
Einen Tag nach diesem Konzert musste zu Knyphausen wegen Stimmproblemen den Rest seiner Tour verschieben. Man merkte dem Sänger deutlich an, dass er nicht auf der Höhe war. Dennoch lieferte er mitsamt neuer Band ein beeindruckendes, aber erstaunlich düsteres Set ab. Nach der Show vernahm ich geteilte Meinungen: nicht wenige vermissten den „Lagerfeuer-Gisbert“ und eine intimere Atmosphäre. Mir hat’s sehr gefallen, weil es eben nicht gefällig, sondern fast schon sperrig war. Steht ihm gut, dem Gisbert!

8 – Die Fantastischen Vier, Leipzig, 25. Januar
Unglaublich, wie viele Hits diese Herren schon hatten. Und dann dieses Publikum aus allen Altersklassen – das schaffen sonst wohl nur Die Ärzte. Und ja, super Show. Und natürlich bleiben alle troy und kommen beim nächsten Mal wieder.

7 – Jan Plewka & Marco Schmedtje, Leipzig, 5. April
Der perfekte Geburtstagsabend: Selig-Sänger und Spannemann geben ihr „Between-the-Bars“-Impro-Programm zum Besten (hier zieht das Publikum die aufzuführenden Songs aus einem Lostopf. Oder war’s ne alte Socke?) und für mich isses quasi die Geburtstagsfeier. Mein Zustand: selig; no pun intended.

6 – Bilderbuch, Leipzig, 31. März
Der Hype ist vorbei, der Erfolg bleibt: Bilderbuch hat sich ein Publikum erspielt, das der Band auch nach dem doch eher sperrigen „Magic Life“-Album gewogen bleibt. Live funktioniert das neue Material fast noch besser und so ist ein Abend mit Bilderbuch einfach ein riesengroßer Spaß für alle Beteiligten.

5 – Stu Larsen & Jed Appleton, Stuttgart, 8. Oktober
Die beiden Australier hab ich zweieinhalb Jahre zuvor schon mal in England erlebt. Diesmal nun also vor größerem Publikum, in einem größeren Rahmen. Nicht alle waren von den beiden Soloperformances restlos überzeugt. Ich habe gestaunt, wie stark sich beide Musiker weiterentwickelt haben und denk gern an diese Show in Stuttgart zurück.

4 – Gov’t Mule, Berlin, 3. November
Unmöglich, dieses magische 2016er Konzert am gleichen Ort zu toppen. Aber auch gar nicht nötig. Dank zuverlässig wechselnder Setlists zauberten Haynes und Co. auch diesmal wieder eine ganz individuelle, einmalige, zu Ort, Moment und Publikum passende Grundstimmung – und lieferten dabei natürlich Qualität vom ersten bis zum letzten Ton.

3 – Regina Spektor, Berlin, 14. August
Nach zehn Jahren endlich mal wieder Regina live. Einnehmend, fordernd, verschroben, herzlich. Perfekte Sicht aus der dritten Reihe. Am Ende war ich irgendwas zwischen verliebt und verstört, jedenfalls schwer angetan – Regina Spektor spielt nach wie vor in einer ganz eigenen Liga.

2 – Die Höchste Eisenbahn, Leipzig, 22. Juli
Parkbühne Eutritzsch, Du Schönheit. Kriegst mich immer wieder. Und dann auch noch Die Höchste Eisenbahn in vorzüglichster Spiellaune. Ein klasse Sommerabend!

1 – Conor Oberst, Dresden, 5. August
Diese! Unfassbare! Hitze! Noch nie kam ich derart durchgeschwitzt aus einem Konzert wie aus diesem. Nicht, weil ich sonderlich viel getanzt hätte. Sondern weil das Beatpol an diesem Abend der wohl schwülste Ort der Welt war. Aber egal. Was Conor Oberst und seine mit Teilen der Felice Brothers bestückte Band hier abgeliefert haben, war sensationell – einmal quer durchs Oberstsche Schaffen, Bright Eyes und Unveröffentlichtes inklusive. Und danach fröhliches Fachsimpeln mit von weither angereisten Hardcore-Fans. Ach, wundervoll.

Siehe auch:
Lieblingskonzerte 2016, 2015, 2014, 2013, 2012, 2011, 2010, 2009.

siebenSACHEN vom 26. Mai 2008. Mit Chris Barron, Paul Weller, Jan Plewka u.a.

– Harr harr: seit Freitag habe ich ein neues „Instrument„, mit dem ich Nachbarn, Bandkollegen und kleine Kinder, die unter meinem Balkon spielen, ärgere. Nee, macht das Spaß!

Chris Barron über sein Soloalbum „Pancho And The Kid“, seinen Stimm-Verlust im Jahr 2000 und die Spin Doctors – in einem Podcast vom letzten Sommer (mp3)

– Auch, wenn ich nicht mal die Hälfte verstehe: schoedo aus Zürich sind sehr unterhaltsam, mir empfohlen von einem Landsmann der Band, der sie grade im (selbst gewählten) katalonischen Exil hört…

– Nico hat The Rocks aus London interviewt.

– Das neue Paul Weller-Album „22 Things“ kann man derzeit hier anhören.

If you were given access to my thought patterns via text messages on your cell phone, you would bury your phone after the 10th comment in 5 minutes on why I hate trumpets in rock songs or how great it is when a song is so short that you must repeat it the moment it ends. Meiner Meinung nach lesenswert…

Halt Dich an Deiner Liebe fest: Jan Plewka singt Rio Reiser: