Forever FOB

Ich nochmal. Heute ist ja der 20. August, fällt mir kurz vorm Schlafengehen noch ein. Das heißt: heute jährt sich zum neunten Mal der Tod von „Brooklyn“ Bobby Sheehan, dem Gründungsbassisten der Blues Traveler. Das sollte nicht unerwähnt bleiben, gerade an einem Tag wie heute, der mit einer anderen fiesen Nachricht begann. Ich habe einen Weg gefunden, um das Gedenken an Bobby und das Trauern um LeRoi zu verbinden. Unmittelbar, nachdem ich diesen Eintrag abgeschickt habe, werde ich meine Stereoanlage aufdrehen, und mir laut diesen Track anhören: Blues Traveler (mit Bobby) feat. LeRoi Moore – 100 Years, live am 20. August (das darf doch wohl nicht wahr sein!) 1994 (mp3). Rest in peace, Bobby und LeRoi.

siebenSACHEN vom 19. August 2008. Mit Oasis, Calexico, Element Of Crime u.a.

It’s crazy, you know? Die großartigen Felice Brothers im Interview beim Aquarium Drunkard.

Hier gibts ein paar Live-mp3s von der aktuellen Phantom Planet-US-Tour, das heutzutage übliche Radiohead-Cover inklusive (in diesem Fall: „Just“).

– Ein erster Vorgeschmack aufs nächste Calexico-Album „Carried To Dust“ (erscheint am 5. September): „Two Silver Trees“ (mp3).

– Großmaul Noel Gallagher (Oasis) in Bestform: Interview übers neue Album und alle anderen wichtigen Dinge des Lebens im BBC-MusicWeek-Podcast (mp3).

– Pures Hörvergnügen: Ryan Adams live im Konserthuset (Göteborg) am 18. November 2007, Matrix-Recording (halb Publikum, halb Soundboard) im Live Music Archive.

– Zum Schreien komisch: Blues Traveler bloggen neuerdings, und John Popper entdeckt auf seine Art und Weise das crazy little thing called Internet… „Tad has shown me how 2 blog! Yes I am now a blogger. I blog! Hello I’m John & I Blog America!

– Neue Musik von Element Of Crime – Ein Hotdog unten am Hafen…

Die Top 7 der besten Konzerte meines Sommerurlaubs 08

7 – Kara Suzanne, Rockwood Music Hall, New York City, NY, 19. Juli 2008: eine mir bis dahin unbekannte Frau mit Wahnsinnsstimme, angenehm scheuer Bühnenpräsenz, einem super Pianisten und einer Handvoll geiler Songs verzaubert in einem New Yorker Mini-Schuppen anderthalb Dutzend gebannt lauschender Samstagabendgäste.

6 – Live, Red Rocks Amphitheatre, Morrison, CO, 4. Juli 2008: die eigentlich totgeglaubte Postgrunge-Band Live überrascht mit einem druckvollen und ganz und gar unpeinlichen (Achtung!!) Live-Set (hihihi, höhöhö, der musste jetzt mal sein) und liefert so den erstaunlich angenehmen Auftakt zum persönlichen Konzert-Highlight des Sommers (siehe Platz 1).

5 – Under The Influence Of Giants, Spaceland, Los Angeles, CA, 14. Juli 2008: seltsamer Scissor Sisters-Verschnitt bringt hippe L.A.-Szene-Twens zum Tanzen, hat grandiosen Groove, nur leider nicht so pralle Songs, gefeiert wird aber dennoch aufs Heftigste – und ich schwöre, da war der Bassist von Blind Melon im Publikum (file under: „Und, haste in den L.A. irgendwelche Promis gesehen? – Ja, den Basser von Blind Melon! Wahnsinn, oder?? – Wen bitteschön? – Ach, vergiss es…“).

4 – Spin Doctors, Greeley Stampede, Greeley, CO, 5. Juli 2008: Ehrenpreis für den seltsamsten Konzertmoment des Sommers – da spielt die Lieblingsband als Vorband (!) für Poison (!!) in einer Rodeoarena (!!!) in der konservativsten Ecke, die man um Denver herum nur erwischen kann (!!!!) – 45 Minuten geile Musik, aber auch 45 Minuten, in denen mir deutlich vorgeführt wurde, dass 2008 andere Bands als Spin Doctors echt angesagt sind… Nämlich:

3 – Poison, Greeley Stampede, Greeley, CO, 5. Juli 2008: Freunde, das war so schlecht, dass es schon wieder gut war – die Colorado-Cowboys und -girls im Publikum rasten aus, vergessen ihre gute Kinderstube und feiern 90 Minuten lang, als wäre das da vorne nicht eine Klischee-Hardrock-80s-Poserband, deren Sänger dank VH1 und MTV mal wieder im Gerede ist, sondern Bon Jovi feat. Aerosmith and The Liebe Gott persönlich – die vielleicht surrealste Liveshow meines Lebens, unvergeßlich.

2 – Leslie Mendelson & Band, Rockwood Music Hall, New York City, NY, 19. Juli 2008: eine kleine Frau und ihre saucoole Band brennen innerhalb von 50 Minuten mit ihrem punktgenauen, detailversessenen und dennoch wahnsinnig entspannten Rootsrock den inzwischen rappelvollen New Yorker Laden (vergleiche Platz 8, das war ne Stunde vorher) ab – traumhaft schöner Auftritt.

Und auf Platz eins bei den Top 7 der besten Konzerte, die ich in meinem Sommerurlaub sehen konnte…:

1 – Blues Traveler, Red Rocks Amphitheatre, Morrison, CO, 4. Juli 2008: die Erfüllung eines Traumes, den ich seit 12 oder 13 Jahren hatte – EINMAL bei einem der jährlichen 4th Of July-Red Rocks-Shows der Blues Traveler dabei sein…! Dieses Jahr war es also soweit, und die Show hat meine ohnehin schon hohen Erwartungen lässigst übertroffen – was für eine Nacht, was für ein Konzert.

Irving Plaza, New York City. 27. Mai 2008. Wow.

Ein Benefizkonzert. Für die Bill Graham Foundation. Mit diversen Grateful Dead-Coverbands. Und mit Chan und John von Blues Traveler und den Spin Doctors. Und mit Gästen. Und sensationellen Jams. Und einem Besucher namens Marc Millman, der mit seiner Handykamera mitgefilmt hat – Gott sei Dank!! Hier sechs ergreifende Momente vom 27. Mai, die mir auf YouTube untergekommen sind. Und, for sieben’s sake: die Doctors in voller Länge. Mann, wär ich da gerne dabei gewesen.

Chan und John singen Alone. Kommentar marcmillman: After a set by Moonalice, Popper & Chan took the stage to play a few acoustic tunes at the Bill Graham Memorial Fund raiser Concert @ Irving Plaza. This was the first time Popper had played guitar in a year. This is how they did it in NYC back in the late 80s/early 90s at the likes of Nightingale, Mondo Perso, Mondo Cane, Wetlands and a few other venues that no longer exist. The third set would have a room dripping with sweat as Popper sang the sweet tunes like this one until the band kicked back in to rock it on out.

Spin Doctors mit Erik Lawrence, „How Could You Want Him (When You Know You Could Have Me)“. Ehrfurcht. Kommentar marcmillman: A real treat from the Doctors of Spin. They brought out the son of their mentor, Arnie Lawrence to play sax on this song from their 1st album at the Bill Graham Memorial fund raiser which took place @ Irving Plaza (or The Fillmore).

John und Chan und das Publikum singen Blues Traveler-Hymne Hook. Kommentar marcmillman: As part of the Bill Graham Memorial Fund raiser Concert @ Irving Plaza, John Popper & Chan Kinchala took the stage to run thru a few acoustic versions of some old classics. This hit was the first of the nite.

Spin Doctors spielen den Grateful Dead/Jerry Garcia-Klassiker Ripple, Chris hat mit den Lyrics auf dem Boden zu kämpfen. Kommentar marcmillman: It was a nite to celebrate Bill Graham’s legacy at the First Graham Memorial fund raiser. So what could be better than the funky Doctors breaking into a sweet Jerry tune?!?!

John und Chan singen 100 Years, unterstützt von Chris Barron und einem Perkussionisten. Kommentar marcmillman: During their acoustic set at the Bill Graham Memorial fund raiser Concert @ Irving Plaza, Popper & Chan brought out their old friend Chris From the Spin Doctors & a percussion player to run thru this favorite from the first Blues Traveler album.

Schließlich mein Highlight: John Popper zu Besuch bei den Spin Doctors – Shinbone Alley. Kommentar marcmillman: As part of the Bill Graham Memorial Fund raiser Concert @ Irving Plaza, the Spin Doctors brought their old friend John Popper on stage to blaze through a version of a song they used to do when the Doctors & Blues Traveler used to segue into each other on double bills.
This is how we did it in NYC back in the late 80s/early 90s at the likes of Nightingale, Mondo Perso, Mondo Cane, Wetlands and a few other venues that no longer exist.

Und schließlich: das komplette Spin Doctors-Set als mp3.

siebenSONGS Wetlands Special

Eine Spezialausgabe der siebenSONGS anläßlich der Veröffentlichung der Musik-Doku „Wetlands Preserved“. Sieben Acts, deren Karrieren untrennbar mit dem 2001 geschlossenen New Yorker Underground-Club und Aktivisten-Zentrum Wetlands Preserve verbunden sind. Diese Zusammenstellung ist absolut nicht vollständig oder repräsentativ, zeigt aber, welche künstlerische Bandbreite das Wetlands zu bieten hatte: die mitunter reichlich wüsten Jams von moe. etwa (Don’t Fuck With Flo), die Hausbands der frühen Wetlands-Jahre, Spin Doctors und Blues Traveler, der damals noch völlig unbekannte Waliser David Gray zu Gast in New York City, die frisch gegründeten Guster bei einer ihrer ersten größeren Shows, die gnadenlos vor sich hin funkenden Deep Banana Blackout und die wunderbar verpeilten Disco Biscuits – alles Aufnahmen aus dem Wetlands Preserve, dem mit der neuen DVD zu Recht ein Denkmal gesetzt wurde.

David GrayDebauchery (18. Dezember 1993)

Deep Banana BlackoutGroove Is Here (21. Februar 1998 )

Spin Doctors feat. John Bush – Sweet Widow (2. Februar 1991)

GusterParachute (21. Juli 1995)

The Disco BiscuitsSpectacle (16. April 2001)

moe.Don’t Fuck With Flo (23. September 1995)

Blues Traveler feat. Joan Osborne – Warmer Days (13. Oktober 1989)

siebenSACHEN vom 21. April 2008. Mit My Morning Jacket, Blues Traveler, Chris Bathgate u.a.

– Zuerst ’ne Liste: die 30 traurigsten Lieder der Popgeschichte, von Tom Waits bis Kermit, der Frosch. Mit Videos! (via)

– Captain Obvious stellt den Songwriter Chris Bathgate vor – in Bild, Wort und Ton.

Zwei Minuten zweiundvierzig, und bloß kein Saxophonsolo: Morning News-Autor Joshua Allen definiert den perfekten Popsong.

– Musik von My Morning Jacket: ATO verschenkt den Song „Evil Urges“ (mp3) (Achtung, lädt seeehr langsam)

– Popper und DJ Logic, Red Rocks und die Sommertour mit Collective Soul, das Benefiz-Konzert mit den Spin Doctors und der klasse Auftritt im NPR-Frühstücksradio: alle, aber auch wirklich alle aktuellen Neuigkeiten in Sachen Blues Traveler stehen – ganz kompakt – hier.

Scientists ask: Can you sing death metal without ruining your voice? Ernstgemeinte Frage, mit aufschlußreichem Video.

How nice of your super-weird violinist to join us: Jack Johnson moderiert „The Mellow Show“ mit den Top-Gästen John Mayer und Dave Matthews; ein herrlich alberner SNL-Sketch:

Wetlands Preserved – The Story Of An Activist Rock Club (DVD, 2008)

Ganz, ganz selten wünsche ich mir, zu einer anderen Zeit in einem anderen Land geboren zu sein; ganz konkret zum Beispiel zehn, zwölf Jahre früher und in New York City. Dann hätte ich vielleicht aktiv miterleben können, was ich heute in einer fantastischen Dokumentation sehen durfte: der Film „Wetlands Preserved – The Story Of An Activist Rock Club“ (endlich als DVD erhältlich) feiert den Öko-Aktivisten-Ska-Funk-Punk-Folk-Jamrock-Club Wetlands Preserve in NYC, von 1989 bis 2001 einer der einflußreichsten Läden der Stadt.

Fans von Phish, Dave Matthews Band, Spin Doctors, Blues Traveler, Moe., The Roots, Allman Brothers Bands, Pearl Jam, Sublime, Robert Randolph, Speadhead, 311 oder unzähligen anderen wissen genau, welche Live-Club-Legende hier im Mittelpunkt steht – das CBGB des Jamrock, quasi: Kifferhochburg, linkes Aktivistenzentrum und Brutstätte ganzer Musikbewegungen wie der Third Wave Of Ska oder der HORDE-Tour. Es macht Spaß, in diesem Film persönlichen Helden wie John Popper oder Chris Barron zuzuhören, wie sie ihre wichtige Teile ihrer Jugend und ihrer Karrieren mit diesem Club verbinden; es ist grandios, all diese geile Musik zu hören (ganz puristisch gibts in dem Film nur Musik, die tatsächlich auch im Wetlands aufgenommen wurde); es berührt mich, welche persönlichen Geschichten eine solche Doku über einen Rockschuppen hervorzubringen im Stande ist (der Dauerkonflikt des Gründers Larry Bloch zwischen Job und Familie und seine Entscheidung etwa). Filme wie dieser machen mir mehr Gänsehaut, machen mich mehr Lachen und Fühlen als zehn „Titanic“-Filme zusammen das könnten – weil es hier um meine Musik geht, meine Bands, und das, obwohl ich – viel zu jung (ich war ja zehn, zwölf Jahre zu jung und auf dem falschen Kontinent, siehe oben) – stets nur aus der Ferne ahnen konnte, was in Läden wie dem Wetlands vor sich gehen musste.

Dieser Film ist so cool, es ist fast nicht auszuhalten – logisch, dass ich mir jetzt eine CD einlege, um diesen einmaligen Laden zu feiern, für den ich dooferweise zur falschen Zeit am falschen Ort auf die Welt kam. Welcome, live at Wetlands…

siebenSONGS (1)

Sweet SoubretteSiren Song

Band MarinoEvery Time I Make A Girl Cry I Know I’ve Done My Job

Sera Cahoone„Only As The Day Is Long“

Dave Monks (Tokyo Police Club) – „Shoulders And Arms“ (live)

Les BlanksWell Rehearsed Last Words

Blues Traveler12 Swords

The Great Withe JenkinsWind