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Willkommen im dunkelblau Weblog!

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Dieses Weblog besteht derzeit aus neun verschiedenen Kategorien. Hier eine kurze Erklärung dazu.

01 Now playing
Kurze Musikempfehlungen, geschrieben immer dann, wenn die erwähnten CDs gerade in meinem Abspielgerät rotieren.

02 Behind the music
Themen, Debatten, Trends aus den verschiedenen Musikszenen und dem Musikgeschäft. Aktuelle Nachrichten über neue Alben, Touren etc.

03 All in the groove (Rezensionen)
Ausführliche CD-, Konzert-, Musikbesprechungen. Reguläre Alben sind hier genauso Thema wie im Netz frei verfügbare Liveshows von Bands, die das Mitschneiden ihren Shows gestatten und fördern. Aber auch selbst besuchte Shows oder einzelne Lieder können Inhalt von Artikeln dieser Rubrik sein.

04 Gib mir Musik!
Links und Erläuterungen zu lohnenswerten mp3s, die im Internet kostenfrei und ganz legal erhältlich sind.

05 Nix wie hin: Trips worth taking
Internetseiten, die sich lohnen. Die Dich fesseln könnten.

06 Mixtape
Ein Spleen von mir. Seit einigen Jahren stelle ich für mich und andere Mixtapes (inzwischen sinds eher CDs) zusammen. Eine Auswahl dieser Mixtapes stelle ich in loser Folge in dieser Rubrik vor.

07 Top 5
Meine fünf Songs der letzten Woche. Gerne auch mal die fünf aktuellen Lieblingsalben oder auch thematische Listen. Wo vorhanden, verlinkt mit passenden Einträgen aus dem dunkelblau Weblog.

08 Rock Hard Times
Eine Art Netz-Presseschau mit interessanten Fundstücken auf anderen Seiten. Hauptsächlich gehts natürlich auch hier um Musik. Wann immer mir ein lesenswerter Artikel begegnet, wird er hier erwähnt und verlinkt.

09 Über diese Seite
Beiträge, die in keine andere Kategorie passen oder Informationen über dieses Weblog enthalten. So wie dieser hier.

NP: Spin Doctors live 12. September 2004, Cincinnati, OH.

Gib mir Musik: New York Electric Piano – Hidden Path

„New York Electric Piano“, das sind die New Yorker Musiker Pat Daugherty (E-Piano), Tim Givens (Bass) und Aaron Comess (Spin Doctors, Schlagzeug). Vor zwei, drei Jahren haben sie ein Album veröffentlicht, das man durchaus als bahnbrechend beschreiben kann: Federleichte Instrumentalstücke, die oft wie Acid Jazz klingen, aber durchweg live eingespielt wurden. Ein warmer, einmaliger Pianosound sorgt für den nötigen Wiedererkennungswert. Die Platte, bis heute nur über US-Independent-Mailorder zu bestellen, wurde denn auch schnell zu einem wahren Insider-Tipp, und ist bis heute in vielen New Yorker Cafés und Kneipen als Barmusik zu hören. Aaron Comess hat auf seiner Website unlängst angekündigt, dass noch in diesem Jahr eine weitere NYEP-Scheibe erscheinen soll. Und siehe da, seit dieser Woche ist „War Oracle“ erhältlich. Bis die den weiten Weg aus den USA in heimische CD-Player schafft, kann es aber noch etwas dauern (Rezension folgt, sobald es soweit ist). Fürs erste lohnt sich die Probe aufs Exempel mit einem typischen Stück aus der ersten Veröffentlichung.

Das Stück „Hidden Path“ gibts hier.

PS: Das schreibt Aaron Comess über das Projekt NYEP: „New York Electric Piano is the brain child of Pat Daugherty. Pat is a pianist and songwriter whom I play with in many other groups. We made this album in four hours one night in Manhattan. I like this record and I highly recommend checking it out. Tim Givens plays upright bass in the group. Through the years, Tim and I have played together extensively in The City.

Behind the music: Wieviel "Heimat" darfs denn sein?

Diesen sehr interessanten Artikel kannst Du derzeit auf tagesschau.de lesen. Sarah Strohschein schreibt über den neuen Trend in der deutschen Popmusik, immer öfter positiv, oder zumindest ein wenig naiv in deutschen Popsongs über die Themen Heimat, Vaterland, Nation zu schreiben und zu singen.
Beispiele sind die jüngste Kooperation von Paul van Dyk und Heppner und der Song „Was es ist“ von Mia. So singen Mia: „Ein Schluck vom schwarzen Kaffe macht mich wach, dein roter Mund berührt mich sacht, in diesem Augenblick es klickt, geht die gelbe Sonne auf. (…) Fragt man mich jetzt woher ich komme, tu ich mir nicht mehr selber leid, ich riskier was für die Liebe, ich fühle mich bereit.“ Um das unsägliche Lied von Heppner und van Dyk kommt man ja derzeit im Radio und im Fernsehen nicht drumrum: „Wir sind wir, wir stehn hier…“
Ebenfalls in der Diskussion (an anderer Stelle) sind auch Lieder der Band Virginia Jetzt!, Songs von Rammstein sind es ja seit eh und je.

Die Debatte darum, wieviel Heimat- und/oder Vaterlandstolz in Popsongs erlaubt sein darf, scheint in diesen Tagen aber zu einem Thema für die Feuilletons zu mutieren. Zu Recht. Allerdings bleibt zu hoffen, dass in dieser zu erwartenden Debatte auch wirklich der erste Schritt vor den zweiten gesetzt wird. Die spannende Frage ist ja nicht, ob man „das“ darf oder sollte, sondern aus welchen Motiven heraus „das“ geschieht.

Was treibt Berliner Independent-Bands, Hochglanztechnoproduzenten, EBM-Heroen oder Popacts dazu, so scheinbar unreflektiert, in jedem Falle aber unverkrampft über die in Deutschland zweifellos heiklen Themen Heimat und Nationalgefühl zu singen? Da hat sicher jeder Künstler seine eigene Antwort, für die einen dürfte es unter die Kategorie „Sooo hab ich das doch gar nicht gemeint“ fallen (und das, davon gehe ich mal aus, ist dann wohl auch die Wahrheit). Andere, auch da schwinden inzwischen meine Zweifel, betreiben diese Deutschtümelei garantiert ganz gezielt und aus Kalkül: Rechte Deppen haben schließlich auch ein Recht auf Popmusik, und wenn die jetzt womöglich raffen, dass sogar radiokompatible Musiker leichtfüßiger denn je mit solchen Dingen wie Heimat und Vaterlandsstolz umgehen, dann kaufen die unter Umständen auch unsere Platten…

Das ist jetzt sehr vereinfacht ausgedrückt, und ohne Frage sind die Zusammenhänge komplexer, die Motive vielfältiger und die möglichen Interpretationen zahlreicher. Besorgniserregend ist der Trend zum heimeligen Deutschtum in der Popmusik allemal. Andererseits finden sich auch in anderen Genres, gerade auch im Schlager- und volkstümliche Musik-Sektor, schon seit Unzeiten Beispiele, die in dieselbe Kerbe hauen. Letztenendes läufts wohl auf eine ganz grundsätzliche Debatte zu dem Themenkomplex hinaus, die uns da in den nächsten Tagen ereilt.

Im besten Fall. Im schlechtesten Fall tritt das ein, was man bislang nur unterstellen und befürchten kann: dass der dumpfe, braune Beigeschmack tatsächlich gewollt, genau so gemeint und leider erst der Anfang ist.

Ganz bestimmt ist die Musik einer Band wie Blumfeld nicht jedermanns Sache (meine schonmal nicht). Aber sollte sich aber der Verdacht bestätigen, und es sich hier nicht um Mißverständnisse und Fehlinterpretationen handeln, dann kann ich dem Statement, das die Band zu genau diesem Thema veröffentlicht hat, nur aus vollem Herzen beipflichten.

Hier ein Auszug:

„Wie aus unserem Schaffen und Verhalten klar erkennbar sein sollte, haben wir es stets abgelehnt, uns in die heimatduselige Front all derer einzureihen, die es für angebracht halten, sich in ihrem Denken, Fühlen, Singen und Handeln positiv auf Deutschland ( als Kulturnation und Heimat ) zu beziehen. Wer (…) mit geschichtsrevisionistischen „Wir sind wir“-Parolen zur „Normalität“ eines positiven deutschen Selbstverständnisses zurückkehren will, (…) wer sich – warum auch immer – etwas davon verspricht einer deutschtümelnden Öffentlichkeit den kleinen Finger oder mehr zu reichen, der oder die ist entweder tatsächlich stolz auf sein Land, darauf ein Deutscher zu sein ( warum? wozu? ), vielleicht auch nur etwas zu ( pseudo- ) naiv und unreflektiert oder aber eben so erfolgsversessen, dass er oder sie es billigend in Kauf nimmt, die in deutschem Namen begangenen Verbrechen und ( Un- ) Taten der Vergangenheit und Gegenwart zu ignorieren und vergessen zu machen, um seine Zielgruppe zu erreichen. (…) dem sei mit dieser Mitteilung noch mal ausdrücklich erklärt, dass wir für derartigen Populismus und Vaterlandsliebe jedweder Art nach wie vor nicht zur Verfügung stehen.“

NP: Maroon 5 – 1.22.03 Acoustic EP (2004)

Keine Ahnung, warum es so lange gedauert hat, bis die hervorragenden „Songs About Jane“, also das erste Album der Maroon 5, hier in Europa gezündet haben. Um die Wartezeit bis zu einem nächsten Album zu verkürzen, haben Maroon 5 in diesem Sommer eine Live-EP rausgebracht, aufgenommen im Januar 2003 in New York City. Fünf Songs aus dem Album sind da drauf, alle als Lagerfeuer-Akustikgitarren-Versionen; und außerdem noch eine wirklich schöne Version des Beatles-Songs „If I Fell“. Als Bonustrack gibts ein Cover von AC/DCs „Highway To Hell“ (wer singt da eigentlich?), aufgenommen in Hamburg und garantiert NICHT als Akustik-Klampfen-Version. Hervorragende Liveband, die Maroon 5. Und im Herbst wohl auch mal wieder in Deutschland unterwegs.

Mixtape (2): Schlechtwettersongs

Schlechtwettersongs: nicht, um Dich runterzuziehen, sondern um selbst die unerwartetste Regenhusche auch im Sommer mit ein paar herrlich melancholischen Songs zu überstehen (erstellt im Mai 2004).

01 BEAT DOWN SOUND – PIGLET’S LAMENT
Los gehts mit einem launischen Instrumental vom „September Sessions“-Soundtrack, einem Sampler von und mit Jack Johnson. Das Mistwetter zieht langsam, aber sicher herauf, und es wird Zeit, sich mit 80 Minuten Musik abzulenken…

02 PHISH – WASTE
…denn schließlich haben die Künstler auf diesem Mixtape die Einladung ausgesprochen: Come, waste your time with me! Eines der schönsten Lieder der Jamband-Helden rund um Trey Anastasio (vocals, guitar) und Mike Gordon (bass).

03 EELS – WODDEN NICKELS
Chefschrulle E von den Eels wirft bei so einem Mistwetter selbstredend auch einen Song in die Runde – „Wooden Nickels“ vom bis dato schönsten Eels-Album „Daisies from the galaxy“.

04 BIM SHERMAN – LOVER’S LEAP
Natürlich pieselts auch ab und an auf Jamaica, der Heimat von Bim Sherman. Unser lieber Buddy Bim, Gott hab ihn selig, weiß, womit sich der gemeine Jamaicanese den Platzregen versüßt – er macht ein bisschen Liebe in der Holzhütte seiner Wahl. Oder so.

05 THE MUSTARD SEEDS – QUICKSAND
Ehrlich gesagt, kann ich mich nicht mehr erinnern, wie das Wetter am 31. Oktober 1996 war. Aber ich kann mich noch sehr gut an das Konzert der Mustard Seeds aus Los Angeles im Anker in Leipzig erinnern, und Simone sicher auch. „Quicksand“ ist bis heute einer meiner Lieblingssongs dieser Combo, aus der ja leider irgendwie nie was geworden ist. Schade eigentlich.

06 BLIND MELON – SOUL ONE
Ähnlich wie Bim von von gerade eben dürfte auch dem Sänger dieses Liedes das Wetter auf Erden inzwischen reichlich egal sein, Shannon Hoon ist nämlich auch schon gestorben. Im zarten Alter von 28 Jahren, an einer Überdosis Heroin. Der Vollidiot. Aber egal – „Soul One“ wurde posthum veröffentlicht, und das ist unser großes Glück. So können wir nämlich diesen wunderbaren Song genießen, während es bei uns schifft, und dort, wo Shannon und Bim gerade sind, wahrscheinlich Elvis und Jimi gerade ne Runde schmeissen.

07 JOSEPH ARTHUR – SEPTEMBER BABY
Joseph dagegen ist quicklebendig, zumindest ist das mein aktueller Stand an Informationen. Wäre auch wünschenswert, denn mit Liedern wie „September Baby“ lässt sich jedes Unwetter überstehen.

08 ELEMENT OF CRIME – ES REGNET
„Und im Garten blüht die Illusion, das kenn ich schon, mal sehn, ob sich das Warten lohnt. Und immer wieder geht ein Regen nieder, und am Himmel hängt ein halber Mond.“ Sollte bei Dir irgendein Zweifel aufkommen, warum dieses Lied auf diesem Mixtape drauf ist, dann käme in mir ein Zweifel auf, ob Du noch bei Sinnen bist. Das ist ein Regenwettersampler!!

09 NICK DRAKE – WAY TO BLUE
Okay, ich verschweige besser, dass der gute Nick auch schon bei Shannon, Elvis, Jimi, Bim, Bam und Bino ist. Der hat sich – zur Abwechslung – aber selber umgebracht. Ganz ehrlich, ich merke erst jetzt, beim Tippen dieser Zeilen, dass hier der ein oder andere Verstorbene mit von der Partie ist. Das war aber keineswegs ein Aufnahmekriterium zu diesem Mixtape. Ich liebe dieses Lied, ich krieg bei jedem Hören eine Hammermördergänsehaut und feuchte Augen, und kann kaum glauben, dass diese Aufnahme bereits 34 regnerische Jahre auf dem Buckel hat – erschienen 1970!

10 NEW YORK ELECTRIC PIANO – EAST VILLAGE BUFFALO PUPPY
Die leben. Alle drei. Ehrlich! Das sind Aaron von den Spin Doctors, Tim von Give Daddy Five und Pat. Alle drei aus New York. Spielen das live, was andere mühselig am Keyboard designen – Acidjazz nämlich.

11 BLUES TRAVELER – ALONE
Und weil es in New York so nett ist, auch bei Regen, bleiben wir doch gleich dort, gehen die paar Straßen von Aarons Studio runter zum Probenraum der Blues Traveler. Da sitzt der Popper John und wurde gerade von seiner Freunding verlassen. Tolle Wurst. Andererseits: würde jeder Mensch mit Liebeskummer automatisch solche Songs schreiben, dann könnten sich die Menschen meinetwegen dauernd trennen. Is doch wahr.

12 PEARL JAM – INDIFFERENCE
Ganz, ganz verregnet muß es wohl auch gewesen sein, als Eddie Vedder dieses Lied geschrieben hat. „Indifference“ ist das bei Weitem schönste Lied, das ich von Pearl Jam kenne.

13 DANIEL HEINZE & ROBERT KRATZSCH – NE STUNDE VORWÄRTS
Ja, ich schwöre – als Robert und ich diesen Song aufgenommen haben, es war irgendwann 2002, hat es geregnet! Robert wollte nämlich eigentlich an den Cospudener See fahren, aber aufgrund der unangenehmen Witterungsbedingungen hat er sich dann doch dafür entschieden, ein wenig mit mir Musik zu machen. Und da haben wir dann dieses Lied aufgenommen. Komm, lass uns den Becher wieder fülln…

14 IVAN NEVILLE – SAME OLD WORLD
Guck mal, da, ganz hinten! Da sind keine Wolken mehr, da ist blauer Himmel. Könnte das etwa bedeuten, dass dieser Scheissregen bald vorbei ist?! Jaaa! Hurraaaa! Dann lass uns ein frohes Lied anstimmen, am besten das von Ivan Neville, in dem er singt, dass, egal, was passiert, die Welt doch eigentlich immer die selbe ist…

15 SINÉAD O’CONNOR – A HUNDRED THOUSAND ANGELS
Ein wenig Spiritualität ist im Falle eines langsam, aber merklich zu Ende gehenden Regens ja wohl mehr als angebracht. Die Sinéad, ein hoffnungsvolles Nachwuchstalent aus Irland, hat da eine nette Weisheit beizusteuern: There’s a hundred thousand angels by your side…

16 CORK – IN THIS WORLD
Der Erik von den Spin Doctors und der Corgy von Mountain sind ja auch da! Na, so eine Überraschung! Ach echt, die haben in der Zwischenzeit ein paar neue Lieder aufgenommen? Und eins davon ist herrlich melancholisch-postregnerisch-nachdenklich-optimistisch? Na, das passt ja wie die Faust aufs Auge! Dann lasst mal hören!!

17 TODD HORTON & BAND – QUEST
Nochmal fix zurück nach New York. In Aarons Studio sind nämlich ein paar weitere Musiker eingetroffen – zum Beispiel der Todd, der immer so schön Trompete spielt. Na, und wenn sich der Tim und der Aaron eh schon mit NYEP warmgespielt haben, dann könnte man doch eigentlich noch ein kleines Gleichhörtsaufmitregnenstück zum Besten geben, oder?

18 LENNY KRAVITZ – DESTINY
Das DER sich mal wieder blicken lässt, ist ja auch höchst erfreulich. Und er thinkt, he left seine past behind? Na, dann sing mal, wir lassen ja auch grade den rain behind, wenn du knowst, what we mean, Lenny…

19 THIMO SANDER – SONNE SCHEINT
Wie, Regen? War da was? Aber die Sonne scheint doch, guckt doch mal aus dem Fenster!

Gib mir Musik: Libertines – Never Never

Hätte nie gedacht, dass mir mal ein Song der Libertines wirklich gefällt. Finde die eigentlich doof. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel: „Never Never“, Download hier.

Gib mir Musik: dunkelblau – Lass mich

Ein Song meiner Band dunkelblau. Den kannst Du Dir hier runterladen.

Lass mich
Text und Musik: Daniel Heinze & Matthias Frommann, 2003
Aus dem Album „in der zwischenzeit“ (2004)

Die Bilder aus dem letzten Jahr beweisen einwandfrei:
Die guten Zeiten warn einmal und sind dann auch vorbei.
Der Sommer streicht die Segel, und ich bin wieder heil.
Auch dieses Jahr, da weiß ich nicht, wozu ich hier verweil‘.

Die Stimme hier im Telefon sagt Worte, die ich kenn‘
Ich höre sie und merk sie mir und fange an zu rennen.
Warum, um alles in der Welt, ist denn das so wichtig?
Ich weiß, dass ich kein Monster bin, nur etwas arschgesichtig.

Komm, woher Du willst, geh wohin Du musst, aber laß mich
Glaub doch, wem Du willst, fühl Dich sonstwiewohl, aber laß mich
Tu, wonach Dir ist, sage, was Du denkst, aber laß mich
Nur heute Nacht in Deiner Nähe sein.

Die Zeit vergeht im Sauseschritt, da ist was Wahres dran.
Ich fühl mich wie ein leckgeschlagner Sommerschipperkahn.
Ich gebe Dir mein Ehrenwort, das hab ich so gemeint.
Kaum denke ich auch nur an Dich, hab ich schon geweint.

Komm, woher Du willst, geh wohin Du musst, aber laß mich
Glaub doch, wem Du willst, fühl Dich sonstwiewohl, aber laß mich
Tu, wonach Dir ist, sage, was Du denkst, aber laß mich
Nur heute Nacht in Deiner Nähe sein.

Ich weiß, wie schrecklich ungehalten Du jetzt reagierst,
Wenn ich Dir sage, dass Du heute garantiert verlierst.
Schon viel zu lange frag ich mich, wie ich es Dir sag.
Jetzt sag ich’s einfach, mache einfach – und draußen wird es Tag.

Komm, woher Du willst, geh wohin Du musst, aber laß mich
Glaub doch, wem Du willst, fühl Dich sonstwiewohl, aber laß mich
Tu, wonach Dir ist, sage, was Du denkst, aber laß mich
Nur heute Nacht in Deiner Nähe sein.
Nur heute Nacht in Deiner Nähe sein.
Nur heute Nacht in Deiner Nähe sein.

NP: Blues Traveler live – On The Rocks (2004)

Was haben sie nicht schon alles durchgemacht: ein bandmitglied, das wegen einer Überdosis Drogen starb. Motorradunfälle, Krisen, Sorgen. Dennoch sind die Blues Traveler eine der rührigsten, sympathischsten Bands aller Zeiten, über die in diesem Weblog mit Sicherheit bald noch viel, viel mehr geschrieben werden wird.

Fürs erste (und, was den heutigen Tag betrifft, fürs letzte) sei Dir diese CD empfohlen: „On The Rocks“, die Blues Traveler live im Jahr 2003 im traumhaft schönen Red Rocks Amphitheater in Denver, Colorado. Ein reichlich unvollständiger Mitschnitt jenes Konzertes, das auch (und fast vollständig) auf DVD erschienen ist.

Aber wenn Du filigrane, verspielte und dennoch gnadenlos rockende Musik mit in Dein Schlafzimmer nehmen möchtest, um sie als letzte Erinnerung des Tages Dein Eigen zu nennen, dann tuts auch dieser Ausschnitt aus dem Konzert. „Hook“, „Eventually“, „Support Your Local Emperor“ – aus allen Phasen der Bandgeschichte findest Du hier Auszüge. Garantiert nicht fehlerfrei gespielt, dafür aber immer herzlich und ehrlich.

Eine ganzes Blues Traveler-Studio(mini)album zum legalen Gratisdownload? Mehr dazu hier!

Gib mir Musik: Nationalgalerie – Hier und übermorgen

Neue Rubrik: Gib mir Musik! Hin und wieder regnets hier mp3-Downloads. Legale, soweit ich weiß. Hörenswerte allemal. Ohne viel Brimborium. Einfach Fundstücke aus dem Netz, die sich – in meinen Ohren – lohnen. Meist reicht ein Rechts-Mausclick auf den Link. Wenn nicht, geb ich Bescheid. Viel Spaß beim Hören!

Der erste seiner Art: Nationalgalerie – Hier und übermorgen (Akustik-Version).

Warren Haynes – Live at Bonnaroo (2004)

Er ist der Hans Dampf in allen Jamband-Gassen. Spielt mit den Dead (der Jetztwojerrygarciatotist-müssenwirjatrotzdemmusikmachenundgründeneinegratefuldeadrestmitgliederhurrawirlebennochnachfolgeband), den Allman Brothers, hat seine eigene Band Gov’t Mule (das neue Album dürfte bald vom netten DHL-Mitarbeiter geliefert werden) und ist überhaupt, erlaube mir diesen Ausdruck, ne coole Sau.

Im Jahr 2003 spielte Warren mit beim Bonnaroo-Festival, einer Art 21.-Jahrhundert-Version der Festivals Marke Woodstock, als Gast bei Widespread Panic mit, und als Gitarrist bei den Allmanns. Und: er hatte die undankbare Aufgabe, an einem der Festivaltage mittags um halb eins auf die Bühne zu gehen, um ein Solo-Set zu spielen.

Was anfangs nur ein paar tausend hartnäckige Fans aus den versifften Zelten herauslockte, sollte am Ende des Auftritts mehrere zehntausend begeistern (so will es zumindest die Legende, die Warren auch im Booklet zur CD pflegt): da steht ein gestandener Rocker, Mitte vierzig muß er sein, und singt sich, nur mit einer Gitarre bewaffnet, die Seele aus dem Leib. Singt Stücke der Grateful Dead, von Radiohead und U2. Wo er das gar nicht nötig hätte, sind doch die Stücke aus seiner eigenen Feder (Beautifully Broken! Beautifully Broken!!! Deepest End-Version! Hammer!! Aber die hier is auch schön) mindestens ebenbürtig.

Okay, Warren Haynes sieht so aus wie mein guter Freund Robert in zwanzig Jahren aussähe, tränke er fürderhin nur noch und reichlich Bier. Aber das hört man erstens auf einer CD nicht, dürfte mir zweitens mit wesentlich höherer Sicherheit ebenso widerfahren, und ist drittens sowieso egal. Deswegen ist diese Platte, veröffentlicht in diesem Sommer, rundum empfehlenswert. Für ruhigere Stunden.

Ach ja, probier mal den Bistdueinklotzodertustdunurso-Test anhand dieser CD: Frag einen Menschen, der Dir viel bedeutet, beim Eagles-Cover „Wasted Time“ einfach mal, was er über diesen Song denkt. Denkt er nicht viel, oder überhaupt nichts, oder zeigt nicht im geringsten eine Reaktion, dann wird ihn nichts, aber auch absolut gar nichts auf dieser Welt zu einem nennenswerten Gefühlsausbruch bewegen. Klappt immer, der Test.