Behind the music: Vote for Change in den USA

In den USA hat sich eine regelrechte Allstar-Allianz gegen George Bush formiert. „Vote For Change“ heißt die Initiative, die im Oktober in den wahlentscheidenden US-Bundessaaten auf Tour sein wird und besonders Jung- und Erstwähler zum Gang an die Urne motivieren will. Und natürlich sollen sie dann ihr Kreuzchen beim richtigen machen, also, so der Tenor von „Vote For Change“, nicht bei George W. Bush.

In seiner aktuellen Ausgabe läßt der US-Rolling Stone denn auch die Künstler, die sich der Bewegung angeschlossen haben, zu Wort kommen. Jede Menge lesenswerte Stellungnahmen zum aktuellen Wahlkampf in den USA, unter anderem von Public Enemy, Maroon 5, Dave Matthews, Wilco, Jadakiss und den Beastie Boys.

Hier gibts die wirklich interessante Lektüre!

Gib mir Musik: Chris and Kate – Resist War

Chris Brown und Kate Fenner sind ein Singer-/Songwriter-Duo, ursprünglich aus Kanada, jetzt in den USA lebend. „Resist War“ ist ein Lied, das unter dem Eindruck des beginnenden Irak-Krieges geschrieben wurde. Ein Protestsong, ja. Aber kein Kitsch, keine peinlichen Plattitüden, sondern ein hervorragend geschriebenes und auch begnadet dargebotenes Lied.

Chris and Kate – Resist War (mp3-Download)

I will resist war
I will not be seduced by hate
I’ll live in service
the only enemy is my own heart
should I decide too late
to challenge the very name
for what is war
but rich spending poor inside a game

it’s not just the bullets
it’s more than cannons in a field
it’s the brutal fabric
sewn by every crooked deal
and the loose threads of justice
pulled for this contest we are in
for what is life
if it takes them to die for us to win

are you listening?
there is a prophet in our midst
it is the corpse
a dead hand curled into a fist
will you ignore
the timeless story of the name
of what war is
and how it all turns out the same

oh truth–what’s to be done?
they’ve made a liar of everyone

and every tyrant
is built a dollar at a time
so here’s your hitler–
standing on nickles and on dimes
oh the crimes
being done everyday
and nothing’s changing
it’s all perpetuating hate

one more lie
one more battle
one more grave
war without end
and if the willing and the brave
and the deaths of millions
has promised no relief
then i take my life
and place it on the side of peace.

© b-music, 2003

NP: Dirty Lyre. The Jacklight Sessions (2003)

Lieder wie Kuscheldecken: sie geben Dir Wärme, Nähe, Geborgenheit. „Dirty Lyre“ ist eine der schönsten CDs des Jahres 2003. Aufgenommen in einer Kunstgalerie in New York, an vier Abenden. Vier Künstler singen ihre Lieder, während der Galerieinhaber zuhört und – inspiriert von der Musik – zeichnet. Mitgeschnitten lediglich von zwei Mikrofonen. Da singt Louie Lepore, ein sensationeller Liederschreiber mit sanfter, warmer Stimme. Da gibt Steve Smithie seine Slidegitarrenkünste zum besten. Da ist Talia Paul, eine begnadete Sängerin mit zarten, fast zerbrechlichen Songs und einem wunderbaren, Norah Jones nicht unähnlichen Timbre. Und da ist Chris Barron, der hier Lieder vorträgt, die an klassische Vierziger-Jahre-Barjazz-Standards erinnern. Du hörst, wie draußen, vor der Galerie, die Autos vorbeifahren. Produzent Todd Horton hat es geschaft, diese kleinen, magischen Momente so aufzunehmen, als säßest auch Du in dieser Galerie und nipptest an Deinem Glas Wein. Ja, Du läßt Dich verzaubern von diesen vier großartigen Musikern. Eine ganz ganz große Platte.

Gib mir Musik: Teddybut – My Country

Teddy Kumpel ist einer der rührigsten, talentiertesten und unterhaltsamsten Alternative-Rock-Helden, den New York zu bieten hat. Als Produzent, Gitarrist, Sänger, Songschreiber und Wasweißichnoch hat er schon für Leute wie Janet Jackson, Chris Barron, Laura Branigan, India Arie, Nine Inch Nails und viele andere gearbeitet.

Sein eigenes Projekt heißt seit einigen Jahren Teddybut, und seine 2001er CD „Songs In Tomato Sauce“ ist ein brilliantes, gitarrenschweres Rock-Satire-Comedy-Pop-Folk-Fest. In wenigen Wochen will Teddy Deutschland besuchen, und hier einige Gigs spielen. Bis es soweit ist, kannst Du Dich mit einem Song aus seinem neuen, demnächst erscheinenden Album vergnügen. Ein bitterböses Statement zum aktuellen US-Wahlkampf. Kein Wunder, engagiert sich Kumpel doch auch bei der Initiative „Bands Against Bush“…

Teddybut – My Country (mp3-Download)


what the heck do you think you’re doing to my country?
you don’t represent me
you’ll never understand me
you didn’t even count the votes to see if you’re supposed to be there?
and now we’re living in a nightmare
and you don’t care

First you tell me everbody thinks the same way as you think
have you had a few drinks
well… something stinks
then you got the balls to ask me if I’m patriotic?
this antibiotic
will keep you cool (got any duct tape, George? Home depot ran out)

hey people now
are we really too lazy for a revolution?
we can get it up to boot these fools?
we can’t let them get away with this
slap the handcuffs on my wrists
I refuse to to be scared

what the heck does he think he’s doing to my country?
he doesn’t represent me
he’ll never understand me
they didn’t even count the votes to see if he’s supposed to be there?
and now we’re living in a nightmare
and they don’t care

music and lyrics by Teddy Kumpel
Kumpelstiltskin Music/EMI Foray Music, SESAC

Nix wie hin: eelstheband.com

Die Eels sind eine reichlich schräge Angelegenheit. Songschreiber E (Mark Everett) wandelt auf dem schmalen Grat zwischen ausgewachsener Neurose und melancholischer Lebensfreude. Songs, die Dein Herz erweichen können, aber auch Stücke, bei denen Du lieber die Stereoanlage ein wenig leiser machst, weil die Gitarrengewitter die Nachbarn ungehalten machen könnten. Songs der zweiten Kategorie sind allerdings weitaus seltener als die der ersten. Auch die Website der Eels ist so eine bittersüße Angelegenheit: gespickt mit schwarzem Humor und mit jeder Menge aktuellen Nachrichten über die Band (neues Album kommt! Jauchz!).

FAZIT
Schöne Seite, die – für eine offizielle Bandseite – wirklich häufig aktualisiert wird. Die „Dear Uncle E“-Kolumne ist saukomisch und zweifelsfrei das Highlight der Seite.

Gib mir Musik: Foamy – Oh Brian

Foamy ist die Band des Songwriters John Bush. Schwer zu beschreiben, was das für Musik ist – sie entführt Dich an einen schönen, aber reichlich seltsamen Ort. Ein wenig düster ist es dort, aber nicht hoffnungslos finster. Dort gehts recht konzentriert zu, aber hier und da kannst Du ein Zwinkern und Lächeln bemerken. Der Song „Oh Brian“ fesselt Dich einfach. Wetten, dass…?

Top, die Wette gilt! (mp3-Download)

Aus der Band-Info von der offiziellen Foamy-Seite:
(John) Bush uses vivid and obscure images to tell a story and his music transcends old school rock and roll with many new influences into a variety of groove, trance, jazz and straight up rock and roll. In the music of Foamy you can here influences of World Beat, Afro Cuban or American Blues. At times you may notice influences of bands like Talking Heads, Grateful Dead, Rolling Stones, King Crimson, Willie Nelson, Fat Boy Slim, Wilco, Miles Davis or any number of a variety of artist, but through out all of that, Foamy has created an incredibly unique sound.

Ben Harper & The Blind Boys Of Alabama – There Will Be A Light (2004)

Neuigkeiten vom hoch geschätzten Ben Harper. Der Herr hat gemeinsam mit seinen Kumpels, den Blind Boys Of Alabama, eine Platte aufgenommen. Ein musikalische Allroundtalent trifft auf die beseelten, reifen, Grammy-gekrönten Gospelstimmen der Blind Boys. Zwei Sessions haben die Herrschaften gebraucht, um eine Platte einzuspielen, die ziemlich genau alle Erwartungen erfüllt an eine Platte, in der ein Songwriter und dessen Band mit gestandenen Gospelrecken zusammenarbeitet.

Hier wird gelobpreist und gejubelt, hier sind wahre Meister am Werk. In den besten Momenten der Platte fühlt man sich an Van Morrisson erinnert („There Will Be A Light“) oder kriegt bei „Mother Pray“, dem a capella-Stück der CD, eine Gänsehaut. In den schwächeren meint man zu hören, dass Herr Harper hier und da bei sich selbst stiebitzt oder einfach schonmal inspirierter war.

Aber es ist auch schwer, nach „Diamonds On The Inside“, dem letzten regulären Ben Harper-Album, auch nur irgendwas zu veröffentlichen, dass sich an dieser Sternstunde seines Schaffens messen kann. Insofern kein schlechter Schachzug, eine Platte zu machen, die, weil so außergewöhnlich, einfach außer Konkurrenz laufen MUSS.

„There Will Be A Light“ ist eine wirklich gelungene Dokumentation einer spannenden Zusammenarbeit mit vielen schönen Songs. 38 Minuten Gottesdienst für Deine Ohren. Aber Vorsicht: auch, wenn fast alle Stücke von Ben geschrieben wurden – das hier ist definitiv ein Gospel-Album, und keine Ben Harper & The Innocent Criminals-CD!

Gib mir Musik: Spin Doctors live – Below The Radar Tour 2002

Nach ihrer Reunion für eine Nacht im September 2001 gingen die Spin Doctors im Jahr 2002 auf eine 8-Konzerte-Mini-Reunion-Tour, die sie „Below The Radar Tour“ tauften. Auf der offiziellen Homepage der Band gibts mp3s von dieser Tour, die Du auch direkt über die Links in diesem Eintrag runterladen kannst. Mehr zu den Spin Doctors und ihrer Reunion liest Du im dunkelblau Weblog an dieser Stelle.

Spin Doctors live
Below The Radar Tour 2002

(official mp3 release from spindoctors.com, 2003)

01 Jimmy Olsen’s Blues (mp3-Download)
02 Bags Of Birt (mp3-Download)
03 Yo Mama’s A Pajama (mp3-Download)
04 House (mp3-Download)
05 What Time Is It? (mp3-Download)
06 Hungry Hamed’s (mp3-Download)
07 Big Fat Funky Booty (mp3-Download)

Tracks 01-04 recorded live on April 25, 2002 at Northern Lights in Clifton Park, New York; tracks 05-07 recorded Live on April 27, 2002 at The Chance in Poughkeepsie, New York. Officially released in 2003 at spindoctors.com.

Hinweis: Als diese mp3s im Jahr 2003 auf der offiziellen Seite der Band veröffentlicht wurden, waren für begrenzte Zeit auch noch die Songs „Freeway Of The Plains“, „Lady Kerosene“ und „Rosetta Stone“ verfügbar. Diese wurden aber von der Seite inzwischen entfernt. Bei Interesse an diesen Tracks bitte per e-Mail an mich wenden.

UPDATE 9. Dezember 2004: Nach einer Ankündigung der Band auf ihrer offiziellen Website sind die Files nur noch für wenige Tage erhältlich – wenn Du also erst nach dem 11. Dezember auf diese Seite gestoßen bist, funktionieren die Links mit hoher Sicherheit nicht mehr. Daher gilt ab sofort auch hier: Bei Interesse an den Files bitte per e-Mail an mich wenden.

Top 5 vom 20. September 2004

5 Ben Kweller – Living Life
4 Circus Whistle – Tragically Hip
3 Ben Folds – Judy
2 Jason Mraz – Not So Usual (live)
1 Spin Doctors – Margharita (live)

Eine neue Rubrik: die Top 5 sind, wie alles auf dieser Seite, rein subjektiv: meine fünf Songs der letzten Woche. Wo vorhanden, verlinkt mit passenden Einträgen aus dem dunkelblau Weblog.