Sie wollte mit den Vögeln ziehn

Ihr war egal, ob 1+1 5 is oder nicht,
Spielt das denn ne Rolle, hat das denn Gewicht?
Sie mochte Blumen, die Sterne, mochte Leben und Musik
Sie sah die Welt anders als wir. Doch war das Glück?
Sie lachte, wenn sie einen Schmetterling sah.
Sie freute sich, denn alles war so wunderbar.

Sie wollte die blaue Blume suchen und finden
Wollte die Angst der andern überwinden
Sie wollte sich freuen und wollte erblühn
Sie wollte mit den Vögeln ziehn

Sie war da, sie lebte und hat Leben lassen
Sie war einfach da, doch man begann sie zu hassen
Sie wurde unbequem und sie fiel auf und mißfiel
Lästerer, Lügner hatten endlich ein Ziel
Sie lachte zu laut und tanzte zu oft
Man sperrte sie ein und hat auf Ruhe gehofft

Sie wollte die blaue Blume suchen und finden
Wollte die Angst der andern überwinden
Sie wollte sich freuen und wollte erblühn
Sie wollte mit den Vögeln ziehn

Die blaue Blume rückt in weite Ferne
Vier weiße Wände und nirgendwo Sterne
Sie wurde krank, kalt und inhaltslos
Man hoffte, man hatte den Ärger nun los
Eines Morgens, als die anderen aufgewacht,
Begann für sie die ewige Nacht
Begann für sie ewige Nacht

Ich glaub jetzt hat sie die blaue Blume gesehn
Vielleicht kapiert man sie jetzt, vielleicht wird man sie verstehn
Vielleicht kann sie jetzt endlich erblühn
Vielleicht kann sie jetzt mit den Vögeln ziehn

Text & Musik: Daniel Heinze, 1994