Lied vom Mann mit der ehrlichen Haut

Ich gehöre keiner Minderheit an. Außer vielleicht: ich bin katholisch…
Geschmacklich mime ich den kleinen Mann. Manchmal allerdings alkoholisch.
Sozial bin ich korrekt, nicht kriminell. Das einzge, was ich klaue, is Schokolade.
Mein Beruf is auch nich originell. Bis auf das Geld, das ich wasche und verlade.

Ich bin eben normal, so normal.
Bin eben normal, so normamamamamal.
Ich bin eben normal
So normal wie Du.

Meine Lieder sind politisch einwandfrei. Bis auf das bisschen Faschismus.
Meine Stasiakte is mir einerlei, ich übte schon immer Konformismus.
Mein Optimum ist das Mittelmaß, das gilt natürlich nicht für meine Pornos.
War da sonst noch irgendwas? Ach ja, durch Sadomaso werd ich meinen Zorn los.

Ich bin eben normal, so normal.
Bin eben normal, gnadenlos normamamamamal, yeah.
Ja, ich bin eben normal
So normal wie Du.

Mein Leben ist unspektakulär. Das gilt natürlich nicht für meine Sekretärin.
Ich halte Disziplin im Verkehr. Nur eines muss ich Euch noch erklären:
Ich geb dem Kaiser, was ihm gehört. Das is für mich keine Qual.
Ich versteh nur nicht, was Euch an mir stört. Hey, was heißt hier Doppelmoral?

Ich bin doch nur normal,
So normal. Einfach normal, so normamamamal.
Ja, ich bin eben normal,
So normal wie Du.

Ich verdamme Schwule und finde Jungen niedlich
Schlag meine Frau zu Haus, geb mich nach außen friedlich
Wenn meine Tochter schreit, hau ich ihr eine runter
Das tut der doch nicht weh, und mich hält’s munter
Ich erleichter mein Gewissen mit zwei Spenden jährlich
Ich lüge nie. Und wenn, dann lüg ich ehrlich.
Privat bin ich der Macho, sozial bin ich so soft.
Solche Helden wie mich gibt’s heute nich mehr oft.
Heute nich mehr oft.
Heute viel zu oft!

Ich bin eben normal…

Text & Musik: Daniel Heinze, 1995