Glücklich sozusagen

Gedanken, die sich, Türmen gleich, durch meine Städte ziehn,
Hoch, nur hoch, ganz hoch hinaus, ich fleh‘ mich an auf Knien.
Ich such Beweise für ein Elend, das es gar nicht gibt.
Noch nie war ich mir mehr im Klaren, dass mich niemand liebt.
Wie auch, wo doch alle Zeichen deutlich stehn auf Sturm.
Hoch, nur hoch, ganz hoch hinaus, ich steig auf diesen Turm.
Die Sicht ist klar. Die Zeit vergeht. Ich laufe wie benommen.
Und ohne einmal umzudrehn bin in unten angekommen.

(Der Spiegel meiner Wirklichkeit im gelben Lampenlicht.
Ich seh‘ mir selber ins Gesicht: Nein, das bin ich nicht.
Der Spiegel Deiner Wirklichkeit in neonbuntem Grau.
Ein Grinsen wird zum Lachen, denn ich weiß genau…)

Die Sonne scheint mir auf den Bauch, ich kann mich nicht beklagen.
Ich bin in mir zu Hause, bin glücklich sozusagen.

Jahre sind wie alte Lieder, meilenweit weit weg.
Immer wieder sing‘ ich sie, und trete doch am Fleck.
Ich red‘ mir ein, dass alle andern besser sind als ich.
Ich hör‘ die Stimmen alter Lehrer: Fürchte Dich nicht!
Wozu auch, wo, genau genommen, nichts mehr ist, wie’s war.
Nimm Narben der Vergangenheit einfach mit ins nächste Jahr,
Und mach aus Ihnen Male, wie sie nur Dir gehör’n.
Verzeifle nicht. Und zeige einfach allen Deine Stirn.

Der Sturm hat endlich aufgehört, ich muß mich nicht mehr plagen.
Ich bin in mir zu Hause, bin glücklich sozusagen.

Du hast mich an die Hand genommen, ohne viel zu denken.
Du nimmst mich mit in helle Tage, ohne mich zu kränken.
Du ruhst in Dir und weißt genau, wie sehr ich von Dir zehre.
Ein Leben so wie Dein’s zu kennen – die allergrößte Ehre.
Ich bin bereit für neue Welten. Der Horizont ist weit.
Und wenn dort and’re Regeln gelten, ich bin dazu bereit.
Und sollten einmal Grenzen stehen, und meterhohe Schranken.
Jetzt weiß ich sie zu übergehen. Dafür will ich Dir danken.

Die Sonne scheint mir auf den Bauch, ich kann mich nicht beklagen.
Ich bin in mir zu Hause, bin glücklich sozusagen.
Der Sturm hat endlich aufgehört, ich muß mich nicht mehr plagen.
Ich bin in mir zu Hause, bin glücklich sozusagen.


(Text: Daniel Heinze, Musik: Daniel Heinze & Matthias Frommann, 2001)