Credo

Ich glaube, es ist Zeit, um mal was klar zu machen
Wie ich das Leben seh. Und alle diese Sachen.
Wir Ihr das seht, das könnt Ihr mir gern später sagen.
Für meinen Teil werd ich jetzt mal den Anfang wagen.

Ich glaube, dass das Leben einen Sinn hat.
Ich glaube, dass ich mehr bin als ein klitzekleiner Zinnsoldat
Mit dem man spielt, bis man die Schnauze voll hat.
Und dass man demzufolge keinen Grund zum Groll hat.

Denn vieles, was ich tue, ist auf meinem Mist gewachsen:
Meine Worte, meine Taten, meine Ziele, meine Faxen,
Meine Werte, meine Wünsche und mein eigener Elan,
Genaugenommen alles, was ein Mensch so haben kann.

Ich glaube aber auch: ich bin beeinflußbar.
Nein, das glaub ich nicht. Das weiß ich. Das ist sonnenklar.
Denn ich höre gern auf Menschen, die auch was zu sagen haben,
Denn am Geiste andrer Menschen kann mein eigner Geist sich laben.

Ja, ich habe ein Gehirn. Es sitzt hinter meiner Stirn.
Dieses Hirn kann Dich entführn, Dich berühren und entzür’n
Es öffnet neue Türen, es eröffnet neue Welten,
Unterscheidet wie ein Meister zwischen Echtem und Gestelltem.

Ich glaube, ich hab allen Grund zum Glücklichsein.
Ich kann entscheiden, wie ich lebe, und ich lebe nicht allein.
Habe Freunde, die mich stützen, mit mir teilen und mich segnen
Auch die Liebe meines Lebens wird mir irgendwann begegnen.

Ich glaube an das Schöne, an Musik und auch an Ruhe,
Denn schließlich bin ich mehr als eine gute Tiefkühltruhe.
Ich glaube nicht ans Flüchtige, ans Glück so auf die Schnelle,
Denn schließlich bin ich mehr als eine Mikrowelle.

Ich glaube, dass man Glück nicht einfach kaufen kann,
Dass man sich nach nem Streit zusammenraufen kann,
Auch glaub ich fest daran: es kommt nicht nur aufs Äuß’re an
Und das ne Tüte dann und wann mir auch nicht schaden kann.

Ich glaube an die Liebe! An ein Leben nach dem Tod!
Einen väterlichen, mütterlichen, liebevollen Gott!
An jedem Tag in meinem Leben gibt’s ’nen Grund für ein Gebet –
Nicht nur aus Sorge, auch als Dank. Ich hoffe, Ihr versteht.

Ich glaub, im Großen, Ganzen hab ich jetzt genug gesagt.
Hab von mir preisgegeben, habe mich nach vorn gewagt.
Die Diskussion, sie ist eröffnet, ich nehme gerne an ihr teil.
Ja, ich glaube schlicht und einfach: Mein Leben, das ist geil.

Text und Musik: Daniel Heinze, 2003