Besuch vom Fernsehen

Das Fernsehen war zu Gast bei uns im Radio: das Magazin „Evangelisch in Sachsen“ (läuft auf einigen sächsischen Lokalfernsehsendern) hat über konfessionellen Journalismus im Freistaat berichtet und dafür meine Kollegin Friederike Ursprung interviewt. Ich durfte auch mal kurz mit ins Bild, für eine Sprechrolle hat’s jedoch nicht gereicht. 🙂 Hier die Sendung, ab ca. 10 Minuten und 30 Sekunden hat Friederike ihren großen Auftritt:

Berichtsband zum Leipziger Katholikentag erschienen

Vor einigen Wochen ist er erschienen, der ZiegelsteinBerichtsband zum 100. Deutschen Katholikentag 2016 in Leipzig. Auf über 600 Seiten wurde das Großereignis für die Nachwelt dokumentiert: Foren, Podien, Debatten, Gottesdienste, Ausstellungen, Konzerte …
Ich habe im Vorfeld des Katholikentages im Arbeitskreis Kultur mitgearbeitet und durfte gemeinsam mit Guido Erbrich nach den tollen Tagen Ende Mai für diese Dokumentation einen Rückblick auf „unser“ Kulturprogramm verfassen. Falls jemand den Berichtsband sein Eigen nennt: los geht’s auf Seite 585.

Mit dem „Sound Of Leipzig“ durchs Jahr 2017.

The Sound Of Leipzig - Die Spotify-Playlist von Heldenstadt.de. Jeden Monat neu.

Auch in diesem Jahr schönerdings auf meiner monatlichen To-Do-Liste: die Spotify-Playlist „The Sound Of Leipzig“ von Heldenstadt.de zusammenstellen! Aus dem spannenden Experiment mit der Frage „Wie klingt es, wenn wir Leipziger Künstler mit den Stars mixen, die gerade in der Stadt Konzerte geben?“ ist inzwischen eine feste Rubrik geworden – nahezu jeden Monat treffen local heroes auf etablierte Acts aus aller Welt. Und diese bisweilen wilde Mischung (immer 25 Tracks pro Monat) klingt jedesmal anders und immer spannend. Interesse? Die Januar-Playlist ist soeben drüben auf Heldenstadt.de erschienen.

Mein 2016: Ein Fazit.

Lissabon 2016

Soso, die Welt hat sich also darauf verständigt, 2016 als mieses Jahr abzuhaken. Brexit, Trump, Terror, das Ableben etlicher Künstler, kleine und große Katastrophen. Doch schaue ich auf mein persönliches 2016 zurück, dann mag ich in dieses allgemeine Lamento nicht einstimmen. Da waren etliche schöne Konzerte. Spannende Reisen: Danzig, Vilnius, London, Lissabon, Breslau, Bonn, Limburg, Berlin, Sevilla, Cádiz, Schwedt, Hamburg, Dresden, Zeitz, Gibraltar, Israel. Im Schnee an der Ostsee entlang spaziert und am dritten Oktober im Atlantik geplanscht. Als Patenonkel zu Pfingsten eine wunderbare Taufe miterlebt. Gut zu tun gehabt in kirchlichen Ehrenämtern (Erkundungsprozess, Diözesanrat). Gut zu tun gehabt im Beruf (und mehr Spaß denn je). Den neuen Dresdener Bischof kennengelernt. Zwei Preise bekommen. Den Katholikentag in Leipzig mitgestaltet, begeistert er- und zufrieden überlebt. Mit 2zueins! und solo musiziert, für Heldenstadt.de und andere getextet, geredet, konzipiert. Neue Lieder geschrieben. Den einen Proberaum ausgeräumt, den anderen bezogen und lieb gewonnen. Viel Besuch empfangen. Viele Besuche bei der Familie. Und auch Phasen der Ruhe, der Stille. Und noch so viel mehr.

Mein 2016 war kunterbunt, ein wenig chaotisch, spannend und durchweg aufregend. Das schließt die großen „Aufreger“ dieser Welt mit ein, die mich natürlich auch beschäftigen. Aber schlecht? Schlecht war es nicht. Im Wissen, dass 2017 einige Veränderungen bereit hält, und mit der Ahnung, dass sich da auch ein paar Überraschungen dazu gesellen werden, blicke ich dankbar zurück und erwarte zuversichtlich, was kommen mag.

Narsdorf 2016.

Hier noch einmal meine Lieblings-Listen 2016 im Überblick:
Lieblingsalben 2016
Lieblingskonzerte 2016
Lieblingslieder 2016

Danke, werter Besucher, für’s Mitlesen, Dabeisein, Begleiten und Beobachten im Jahr 2016 – ich freue mich auf 2017 und viele neue Lieder, Bücher, Reisen, Eindrücke, Momente und Blogeinträge.

Ältere Jahresrückblicke:
2015 (Fazit, Alben, Konzerte, Lieder)
2014 (Fazit, Alben, Konzerte, Lieder)
2013 (Fazit, Alben, Konzerte, Lieder)
2012 (Fazit, Alben, Konzerte, Lieder)
2011 (Fazit, Alben, Konzerte, Lieder)
2010 (Fazit, Alben, Konzerte, Lieder)
2009
2008
2006
2005
2004

Suche Frieden!

LVZ Kolumne DH Oktober 2016

„Seht, da ist der Mensch“. Das war das Motto des Katholikentages Ende Mai in Leipzig. Nach dem Katholikentag ist vor dem Katholikentag – im Frühjahr 2018 steigt das nächste Großtreffen dieser Art, dann in Münster. Seit ein paar Wochen steht fest, welches Leitwort dieser Katholikentag haben wird: „Suche Frieden!“ Das Motto stammt aus dem Psalm 34: „Suche Frieden und jage ihm nach“, heißt es da. Diese Psalmen im Alten Testament waren damals ja Gassenhauer, weithin bekannte und gebräuchliche Lieder der Klage, der Bitte oder des Dankes. Der Psalm 34 gehört dabei zu den Dankliedern.

Obendrein hält er gute Tipps bereit, wie das mit dem Frieden „im Himmel und auf Erden“ funktionieren könnte. Aber bereits die Form dieses Psalms ist spannend, er ist ein Akrostichon. Das heißt, seine Verse sind in alphabetischer Reihenfolge verfasst; also für jeden hebräischen Buchstaben genau eine Zeile. Das an sich ist ja bereits ein schönes Bild: ein „ganzheitliches“ Danklied auf den Herrn, aber so richtig! Quasi 360 Grad, von A bis Z, von Anfang bis Ende. Mittendrin steht dann eben diese Aufforderung an die Menschen: „Meide das Böse, tue das Gute, suche Frieden und jage ihm nach!“ — „Wer möchte gern gut leben und schöne Tage sehen“, fragt Gott in dem Lied die Menschen. Um dann gleich die Bedienungsanleitung hinterher zu schicken: „Bewahre Deine Zunge vor Bösem und deine Lippen vor betrügerischer Rede“.

Ja, klar, natürlich: wenn ein alter jüdischer Liedermacher solche Worte dem lieben Gott in den Mund legt, dann klingt das alles wahnsinnig einfach. Dabei ist es eine Lebensaufgabe, die ich immer wieder neu anpacken muss! Nicht Rumlästern oder Verleumden, sondern ständig prüfen: tue ich das Richtige? Nützt das, was ich mache, auch anderen, schafft es Frieden? Die Mühe, den Frieden zu suchen, mag groß sein – der Dank und die Liebe Gottes für meine Mühen sind es aber auch.

„Suche Frieden“ – ich freue mich, dass uns diese knappe, aber wichtige Formel bis zum Katholikentag 2018 in Münster begleiten wird. Denn sie liefert garantiert auch schon gute Impulse für das ökumenische Miteinander im kommenden Jahr: bei Reformationsgedenken und „Kirchentag auf dem Weg“ 2017.

Hinweis:
Diesen Text habe ich für die “Leipziger Volkszeitung” geschrieben, in der er am 15. Oktober 2016 in der Kolumnen-Reihe “Gedanken zum Wochenende” erschienen ist.

Kirchenredaktion mit frischem Internetauftritt

Neuer Auftritt RPSR Kirchenredaktion Dezember 2016

Alles neu macht bei RADIO PSR der Dezember: seit einigen Tagen ist die generalüberholte Website des Senders online – und damit auch der generalüberholte Auftritt der Kirchenredaktion. Mal abgesehen von neuen Bildern von Friederike Ursprung, meiner evangelischen Kollegin, und mir sind die Seiten auch wesentlich funktionaler geworden. Alle unsere Beiträge zum Nachhören für mindestens sieben Tage, dazu jede Menge weiterführende Links und Hintergrundinfos. Im einzelnen könnt Ihr jetzt folgende Inhalte gezielt ansteuern: Augenblick mal (Gedanken zum Tage), Themen, die Sachsen bewegen (unser wöchentliches Magazin am Sonntagabend), Christen in Sachsen – Die Kirchen-News sowie die Ratgeber- und Servicerubrik Familiensache. Ach so, und natürlich erfahrt Ihr auch steckbriefartig mehr über Friederike und mich.

Eine Auszeichung für „Zweitausend Jahre Christentum in zehn Stunden“

„Ihr könnt den Karfreitag haben – wie wär’s, wenn wir Ihr den ganzen Tag lang ein bissel Kirchen-Geschichtsunterricht macht?“ Als R.SA-Programmchef Uwe Fischer mir und meiner evangelischen Kollegin in der RADIO PSR/R.SA-Kirchenredaktion, Friederike Ursprung, Ende Februar diese Idee unterbreitete, hielt ich das für ziemlich tollkühn. Einen ganzen Tag lang Kirchenbeiträge? Im säkularen Sachsen? Zur Kirchengeschichte? Aber hey – challenge accepted!

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Das Konzept und der Titel entstanden dann fast wie von selbst: „Zweitausend Jahre Christentum in zehn Stunden – von der Kreuzigung Jesu bis zu Papst Franziskus“. Pro Sendestunde ein rund neunzigsekündiger Beitrag, der ein wenig so klingen soll, wie hochwertige Terra-X-Reportagen im Fernsehen aussehen. Dazu ein paar augenzwinkernde Promos, Moderationen und, sollte sich tatsächlich jemand melden, Hörer on air, die ihre Meinung zu dem Experiment kundtun.

Die große Herausforderung für Friederike und mich kam dann beim Texten: wie erklärt man solche Ereignisse wie die Kirchenspaltung von 1054, die Kreuzzüge, die Reformation oder das Zweite Vatikanische Konzil so, dass es einerseits unterhaltsam und spannend bleibt, andererseits aber nicht zu oberflächlich anmutet? Was muss unbedingt rein, was muss aus Zeit- und Formatgründen draußen bleiben? Diese Beiträge zu schreiben und zu bauen, hat großen Spaß gemacht; das Endergebnis erschien uns recht rund. Die durchweg positiven Rückmeldungen der R.SA-Hörer überraschten uns (wir kalkulieren ein Mindestmaß an als Hörerfeedback getarnter fundamentaler Kirchenkritik bei unseren Sendungen längst ein), freute uns aber auch.

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Vor ein paar Wochen haben wir für dieses Karfreitagsexperiment den Sonderpreis „Reformation und Eine Welt“ beim Hörfunkpreis Mitteldeutschland in Erfurt erhalten – von Kollegen und Freunden aus ganz Deutschland bekamen wir herzliche Glückwünsche und ehrliches Schulterklopfen. Schön, dass dieses Wagnis von Hörern wie Medienmachern goutiert wurde, ob sie nun mit Kirche was anfangen können oder nicht. Einen Zusammenschnitt der Sendung gibt’s übrigens hier.

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Foto oben: meine Wenigkeit und Oberlandeskirchenrat Stefan Große von der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands bei der Verleihung des „Rundfunkpreises Mitteldeutschland Hörfunk“ am 19. August 2016 in Erfurt. (c) Regiocast
Foto unten: ebenda, mit den (ebenfalls an diesem Tag mit diversen Preisen ausgezeichneten) R.SA-KollegInnen (v.l.) Marcus Poschlod, Susanne Böttcher, Katja Möckel, moi, Lena Mengler. (c) Regiocast.

So war „mein“ Katholikentag in Leipzig

Nun ist der 100. Deutsche Katholikentag in Leipzig schon wieder ein paar Tage Geschichte. Zeit, hier ein paar Erinnerungen an das Großtreffen festzuhalten. Schließlich war ich gleich in mehreren Funktionen ins Geschehen involviert …

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Besonders stolz bin ich auf die knapp 20 Jugendlichen aus der Leipziger Dekanatsjugend und die fünf jungen Erwachsenen aus der Behindertenwerkstatt St. Michael Leipzig, die im Rahmen des Medienprojektes Mypzig100 auf eigene Faust vom Katholikentag berichtet haben. Kaum eine(r) von ihnen wusste vorher, wie eine Redaktion funktioniert, wie man Beiträge baut oder Videofilme schneidet. Umso grandioser die Ergebnisse – über 20 Beiträge und Filme sind entstanden, zwei Beispiele hab ich hier mal verlinkt.

Der geschätzte Kollege Andreas Golinski und ich fungierten als Coaches, die mit ihrem Medien-Know-How die Jugendredaktion unterstützten – eine Aufgabe, die unglaublichen Spaß gemacht hat. Also, wer sehen möchte, wie katholische Jugendliche und einige behinderte Menschen aus Leipzig den Katholikentag erlebt haben, der nehme sich etwas Zeit und klicke sich durch die Mypzig100-Produktionen.

2016-05-28

Schon seit Januar 2015 habe ich im Arbeitskreis Kultur das Katholikentagsprogramm mit vorbereitet, mein Schwerpunkt lag dabei auf der Entwicklung eines kleinen, aber feinen Literaturangebotes. Die vielleicht eigenwilligste Idee: lassen wir doch den Erzbischof von Berlin abseits des ganzen Trubels eine Lesung für Kinder halten – am besten im alten Eisenbahnwaggon auf Gleis 24 im Hauptbahnhof. Erzbischof Koch war für die Idee sofort Feuer und Flamme. Aber: würden denn überhaupt Eltern und Kinder den recht versteckt gelegenen Veranstaltungsort finden? Unsere Sorge war völlig unbegründet, die Lesung im historischen Speisewagen war gleich zwei Mal total überfüllt. Gregor Krumpholz von der Katholischen Nachrichten-Agentur hat von der ungewöhnlichen Literaturveranstaltung berichtet, auch das ZDF war dabei.

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Eine andere KNA-Kollegin, Karin Wollschläger, hatte die Idee, im Rahmen des Katholikentages mal ein Experiment in Sachen Mobile Journalism zu wagen. Über 5045 JournalistInnen aller möglicher Medien haben gemeinsam getumblrt – abseitige Beobachtungen, kleine Anekdoten, unfertige Gedanken und Vieles dazwischen kam da im Laufe der fünf Tage zusammen, von den Smartphones der Beiteiligten direkt ins Blog, quasi. Wühlt man sich jetzt, ein paar Tage nach dem Katholikentag, durch die Seite, so taugt sie als äußerst unterhaltsame Ergänzung zu all den Analysen des Treffens in den einschlägigen Medien.

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Es gäbe noch viel mehr zu berichten – etwa von den amüsanten Stunden an der „ansprechBar“ des Diözesanrates Dresden-Meißen, an der wir am Eröffnungsabend Kaffee an die Gäste verschenkt haben. Von den vielen kleinen geplanten und ungeplanten Begegnungen am Rande. Von der Skepsis mancher Leipziger, die sich im Laufe der Woche in so etwas wie vorsichtige Neugier zu verwandeln schien und und und. Da mich aber nach wie vor eine gewisse Grundmüdigkeit nach den eher schlaflosen Tagen der letzten Woche plagt, behalte ich diese erstmal für mich und hüte sie als kleinen Schatz, als Souvenir einer Woche, die gewiss noch lange in mir und vielen anderen nachklingen wird.

Neu auf Heldenstadt.de: The Impresario Files und eine neue Spotify-Playlist.

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Auch, wenn wir zur Zeit nicht täglich am Start sind, passiert drüben auf Heldenstadt.de doch Einiges! So ist seit ein paar Tagen der inzwischen 20. Leipzig-Podcast von Guido und mir online – diesmal huldigen wir einem echten Leipziger Original. Und seit heute morgen gibt’s die taufrische „The Sound Of Leipzig“-Playlist: jeden Monat mixen wir die spannendsten Bands der Stadt mit den tollsten Künstlern, die dieser Tage in Leipzig zu Gast sind. Es ist jedes Mal aufs Neue ein Vergnügen, die Liste zusammenzustellen – so auch im März. Viel Spaß beim Hören und Entdecken!

(Grafiken (c) Heldenstadt.de)

Zu viele Ausrufezeichen

lvz 23.1.2016

Wer bei Facebook, WhatsApp & Co. sein Gegenüber die ganze Zeit in Großbuchstaben antextet, sendet eine unmissverständliche Botschaft – allerdings keine besonders nette. Ständiges Großschreiben bedeutet nämlich: Da schreit, da brüllt jemand herum. So steht es in den Netiquetten, dem Knigge für die Datenautobahn mit Verhaltensregeln zum Miteinander im Internet. Über die Jahre hat sich diese Deutung eingebürgert: Wer nur in Großbuchstaben tippt, wird als hysterisch, genervt oder wütend wahrgenommen. Wer will das schon?

Ganz ähnlich ist das auch mit Ausrufezeichen: in E-Mails oder Briefen, ja sogar bei Aushängen des Hausmeisters im Treppenhaus. Immer wieder mal bekommt man schriftliche Botschaften, in denen es regelrecht vor Ausrufezeichen wimmelt. Es ist die eine Sache, jemanden um etwas zu bitten. Oder in aller Klarheit etwas Berechtigtes einzufordern. Aber! Wenn! Dann! Gefühlt! Nach! Jedem! Wort! ein Ausrufezeichen folgt, dann liest sich das, als wäre man bei der Armee und es regnet gerade Befehle auf die Untergebenen herab: Machen Sie das! Tun Sie jenes! Unterlassen Sie dieses! Keine besonders angenehme Atmosphäre, wo man doch eigentlich auf die Einsicht, das Wohlwollen und die Kooperation des Adressaten hofft …

Ich erinnere mich noch gut an den Deutschunterricht in der Schule. Die Lehrerin meinte da zu uns: „Stellt Euch vor, Ausrufezeichen wären unheimlich kostbar und teuer. Die benutzt Ihr also nur sparsam; nur, wenn es unbedingt sein muss.“ Das finde ich schlau. Das Ausrufezeichen ist ein hilfreiches Signal, wenn mal was wirklich wichtig ist. Doch es ist kein Standardsatzende, damit das zuvor Geschriebene ein wenig wichtiger oder nachdrücklicher wirkt. Wenn mich jemand schriftlich um etwas bittet, mich ermahnt oder – von mir aus – auch mal so richtig sauer auf mich ist: Ohne Ausrufezeichen-Flut und Großbuchstaben-Attacke bin ich garantiert empfänglicher für derartige Botschaften.

Das lässt sich auch gut auf die großen Diskurse unserer Tage beziehen: Gerade bei ernsten Angelegenheiten, in hitzigen Debatten oder brenzligen Situationen können Sachlichkeit, Höflichkeit und Fairness nämlich niemals schaden.

Hinweis:
Diesen Text habe ich für die “Leipziger Volkszeitung” geschrieben, in der er am 23. Januar 2016 in der Kolumnen-Reihe “Gedanken zum Wochenende” erschienen ist.