Mein 2020: Lieblingslieder


10 Phantom Planet – Only One
But I’ve rolled these windows open and it’s you I’m heading for. Cause now I know I need you more than I ever did before

9 Mandy Moore – Tryin‘ My Best, Los Angeles
They say it’s all who you know but I dropped all my names

8 Felix Kramer – Nur die Vorstellung
Aber es reicht schon nur die Vorstellung, dass du genau wie ich gerade ein bissl die Kontrolle verlierst, dass Du Dich eigentlich auch für mich interessierst und grad heimlich auch dasselbe spürst

7 Bright Eyes – Mariana Trench
The closing bell death tolls, hear the market crash. A crying trader swears he’ll get out of the game. The cowboy drinks himself to death, fresh out of rehab, while they’re loading all the rifles on the range

6 Sinéad O’Connor – Trouble Of The World
Soon I will be done with the trouble of the world, going home to live with God

5 Troye Sivan – Easy
This house is on fire, burning the tears right off my face. What the hell did we do? Tell me we’ll make it through

4 Matt Berninger – One More Second
Give me one more year to get back on track, give me one more life to win you back

3 Dawes – Me Especially
Why am I still the youngest guy my age, why am I still reading the same page

2 Declan McKenna – Be An Astronaut
Oh, you waste your time. Come waste mine

1 Phish – Everything’s Right
This world, this world, this crazy world I know, it turns, it turns and the long night’s over and the sun’s coming up

Meine zehn Lieblingslieder 2020 gibt’s hier als Spotify-Playlist.

Siehe auch:
Lieblingslieder 2019 (Spotify), 2018 (Spotify), 2017 (Spotify), 2016 (Spotify), 2015 (Spotify), 2014 (Spotify), 2013 (Spotify), 2012 (Spotify), 2011 (Spotify), 2010 (Spotify), 2009 (Spotify), 2008.

Mein 2020: Lieblingskonzerte


Normalerweise liste ich an dieser Stelle immer zehn Konzerte in eher willkürlicher Reihenfolge auf, an die ich mich im jeweils zu Ende gehenden Jahr am liebsten erinnere. Das ist 2020 aus allgemein bekannten Gründen nicht möglich: Corona hat auch im Kulturbereich gewütet; das war alles, nur kein gutes Jahr für Livemusik.

Insofern bin ich dankbar, sowohl am Anfang als auch gegen Ende des Jahres dann doch zwei „relativ normale“ Konzerte erlebt zu haben, lustigerweise auch noch von miteinander befreundeten Musikern. Als Stoppok Anfang März mit seiner Band im pickepackevollen Leipziger Anker aufspielte, bat er noch das werte Publikum für den Fall, dass unter den Anwesenden nachträglich Corona festgestellt wird, doch bitte anzugeben, man sei bei Helene Fischer gewesen, nicht bei ihm … damit er seine Tour noch fertig spielen könnte … Daraus wurde nichts, wenige Tage danach musste Stoppi seine Konzertreise abbrechen – wie so viele andere Künstler*innen auch.

Als dann im Oktober Danny Dziuk und Karl Neukauf im Neuen Schauspiel gastierten, war die Welt eine andere: das Häufchen Publikum saß auf Abstand, man ging mit Maske zum Tresen Getränke holen und die ersten Klänge von Klavier und Gitarre genügten bei mir für Gänsehaut und feuchte Augen – irre, wie sehr mir das alles fehlt, die kleinen Clubs, laute Musik, selbst das Gedränge und von mir aus sogar der immer ein wenig zu groß geratene Vordermann!

Lichtblicke waren auch die Leipziger Abendlobe in der Propsteikirche, die den einen oder anderen Musikgenuss ermöglichten, so konnte ich das Calmus Ensemble und Vocalkonsort Leipzig hören und sehen. Natürlich galt auch hier: Abstand, Masken, höchste Vorsicht. Nicht unerwähnt lassen möchte ich auch die vielen Donnerstagabende, an denen ich Woche für Woche mit ein paar Dutzend anderer Fans via stageit.com im Wohnzimmer von Chris Barron in New York zu Gast sein durfte – wir haben ein paar Dollar Trinkgeld in den virtuellen Hut geschmissen; Chris hat uns dafür alte und neue Lieder vorgesungen, über Gitarren und Ukulelen gefachsimpelt und von seinem selbstgemachten Meerrettichvodka geschwärmt. Die „Thirsty Thursday Happy Hour“ war ein wöchentliches Ritual, das einfach gut getan und Spaß gemacht hat.

Gov’t Mule in Torgau, Pinegrove in Hamburg, Bright Eyes in Berlin – die Tickets hängen noch immer ungenutzt an meiner Pinnwand, einige Shows wurden verlegt, andere abgesagt. Frustrierend für den Musikfan, existenzgefährdend für die, die in der Eventbranche arbeiten, komplett nebensächlich wiederum angesichts des Leids und der Trauer, die das Coronavirus in diesem Jahr in so viele Familien gebracht hat. Wenn ich in diesem Jahr meine Lebensqualität mal tatsächlich als spürbar eingeschränkt empfunden habe, dann durch die Abwesenheit von Livemusik – mit echten Bands, mit echten anderen Menschen, zur selben Zeit, am selben Ort, klatschen, mitsingen, über den Sound lästern, noch eine Runde Bier besorgen …

Ich wünsche mir sehr, dass sie bald zurück kommt, die Livemusik. Und dass ich im nächsten Jahr dieser Stelle wieder von wunderbaren Konzertmomenten schwärmen kann. Es müssen ja nicht gleich wieder zehn sein.


Siehe auch:
Lieblingskonzerte 2019, 2018, 2017, 2016, 2015, 2014, 2013, 2012, 2011, 2010, 2009.

Mein 2020: Lieblingsalben


10 Devon Gilfillian – Black Hole Rainbow
Als zu Jahresbeginn „Black Hole Rainbow“ erschien, war noch nicht absehbar, welchen Popularitätsschub Devon Gilfillian im Rest von 2020 erleben würde. Doch der kam völlig zu Recht: schließlich präsentiert der Soul-Sänger und -Songschreiber aus Pennsylvania, den es nach New Orleans verschlagen hat, auf seinem Debütalbum eine smarte Mischung aus Soul, Pop und Rock , die einerseits an Größen wie Jimi Hendrix oder Al Green erinnert, anderseits aber herrlich eigenständig und souverän daherkommt.

9 Christian Lee Hutson – Beginners
Hutson tummelt sich seit einiger Zeit im Umfeld von Leuten wie Conor Oberst und Phoebe Bridgers – so schrieb er u.a. an den Songs für’s famose Better Oblivion Community Center mit. Nun revanchieren sich beide; während Oberst eine Mundharmonika und Backing Vocals beisteuert, kümmert sich Bridgers um die komplette Albumproduktion. Und was für ein wunderbares Werk das geworden ist: handwerklich tadellose Folksongs mit Melodien zum Niederknien, unaufgeregt, aber wirksam in Szene gesetzt.

8 Circles Around The Sun – Circles Around The Sun
Ein traurig dahergesagtes oder -gedachtes „Ach, Mensch“ begleitet jedes Hören dieser im Grunde eher leichtfüßigen, bisweilen gar zum Tanzen einladenden Instrumentalplatte. Ist sie doch das Vermächtnis des Gitarristen Neal Casal, der sich im Sommer 2019 das Leben nahm – nicht, ohne detaillierte Anmerkungen zu hinterlassen, wie dieses Album genau fertigzustellen sei und wie die drei verbleibenden CATS-Mitglieder die Zukunft als Band gestalten mögen. Trippiger, aus der Zeit gefallener Space-Rock mit geilen Synthies, starker Rhythmusgruppe und Casals genialem Gitarrenspiel. Ach, Mensch …

7 Felix Kramer – Alles gut
Was der Herr Kramer aus Wien auf seinem zweiten Album „Alles gut“ abliefert, ist beeindruckend. Beim Hören kommen einem Element of Crime, Calexico, aber auch Konstantin Wecker und Ludwig Hirsch in den Sinn. Und wenn der Mittzwanziger seine Texte mehr spricht als singt, und das tut er gern, erinnert er gar an Leonard Cohen. Doch ist Felix Kramer gottlob mehr als nur eine clevere Copycat. Dieser verschmitzt-trockene Vortrag, dieses versierte Gitarrenspiel, diese leicht lakonische und doch einladende Grundstimmung: ganz große Musik aus Österreich.

6 Phoebe Bridgers – Punisher
Spätestens seit „Punisher“ spielt Phoebe Bridgers in der ersten Indie-Liga in den USA, vorbei die Geheimtipp-Zeiten. Vollkommen zu Recht hatte die Frau dieses Jahr Auftritte in US-Late-Night-Shows und fehlt nun auf kaum einer Jahresbestenliste 2020. Wie keine andere vermischt sie klassischen Singer-/ Songwriter-Folk und Alternative-Rock; ihre markante Stimme hält das alles zusammen. Gleichzeitig wirkt das Album aber auch seltsam unfertig und zerbrechlich. Vielleicht passt es deswegen so gut ins unaufgeräumte Jahr 2020.

5 My Morning Jacket – The Waterfall II
Keine Ahnung, ob die Geschichte stimmt oder nur eine clevere PR-Erzählung ist, aber ich möchte sie gerne glauben: während eines Waldspazierganges im Coronafrühling 2020 shuffelt das Schicksal dem My Morning Jacket-Mastermind Jim James einige unveröffentlichte Stücke seiner Band auf die Kopfhörer. Songs, die James beinahe vergessen hätte, die ihn aber dort im Walde absolut begeisterten, ihm wie der passende Soundtrack zum kruden Pandemie-Jahr vorkamen. Nicht irgendwelche Outtakes, sondern die zweite, bislang ungenutzte Hälfte der Sessions zum 2015er Album „The Waterfall“. Tatsächlich erblicken diese fünf Jahre alten, bisher unerhörten Songs das Licht der Welt zur rechten Zeit: sicher, hier geht es nachdenklicher und melancholischer zu als auf Teil 1; „The Waterfall II“ ist dabei aber zu keiner Sekunde B-Ware oder gar Ausschuss. Im Gegenteil. Hut ab vor einer Band, die es sich erlauben kann, Material wie dieses hier um ein Haar im Bandarchiv verstauben zu lassen.

4 Phish – Sigma Oasis
Kaum ein anderer Musiker war dieses Jahr so umtriebig wie Phish-Sänger und -Gitarrist Trey Anastasio. Allein für das im Lockdown entstandene Soloalbum „Lonely Trip“ wären ihm die Fans auf ewig dankbar gewesen. Oder für das atemberaubende Livealbum „Burn It Down“ seiner Trey Anastasio Band TAB, das im September so völlig aus dem Nichts erschien. Doch der Mann setzte mit einer sich über acht Freitage erstreckenden Residency im leeren New Yorker Beacon Theater noch einen drauf: acht komplette TAB-Konzerte, alle live und kostenlos ins Netz gestreamt, ein Füllhorn an Kreativität und Experimentierfreude im sonst so konzertarmen Coronajahr. Die Jams krönten im Herbst das, was im März mit dem ohne große Vorankündigung veröffentlichten Phish-Album „Sigma Oasis“ begann: so anstrengend 2020 in vielerlei Hinsicht auch war, die Flut an frischer Musik von Phish und Trey machte die Zeit erträglicher. Dabei wäre „Sigma Oasis“ auch unter „normalen“ Umständen als große, wichtige Platte im Band-Katalog gefeiert worden, mutet sie doch an wie eine einzige, höchst inspirierte Jamsession, bei der jemand im Studio schlauerweise auf „Aufnahme“ gedrückt hat.

3 Jonathan Wilson – Dixie Blur
Dabei ging 2020 ja eigentlich ganz fantastisch los. Etwa mit „Dixie Blur“, dem neuen Album von Produzenten- und Songschreiber-Genie Jonathan Wilson. Zeitlose Musik; jeder Song wie ein kleines Gemälde, ein detailversessener Liederzyklus von unbeschreiblicher Schönheit. Wie bitte, ich übertreibe? Keineswegs. Hört Euch diese Zaubermusik an und stimmt ein in mein seliges Schwelgen!

2 Dawes – Good Luck With Whatever
Dass auf Taylor und Griffin Goldsmith, Wylie Gelber und Lee Pardini in Sachen Musik einfach Verlass ist, ist so beruhigend wie bewundernswert. Ein neues Dawes-Album, das bedeutet stets, einzutauchen in eine wohlig-vertraute Klangwelt zwischen Americana, Classic Rock, Folk und Pop, veredelt mit clever erzählten und toll gesungenen Geschichten. Interessant, dass „Good Luck With Whatever“ bei mir erst nach einigen Durchläufen gezündet hat, dafür dann aber so richtig. Mit LP Nummer 7 liefern Dawes also keineswegs more of the same. Hier hören wir eine Band in Höchstform, der ein inspiriertes Studioalbum mit dem Appeal eines wuchtigen Livekonzertes geglückt ist.

1 Bright Eyes – Down In the Weeds, Where The World Once Was
… und da ist dann diese eine Platte, die alles in den Schatten stellt, was da sonst so an – zugegebenermaßen ja auch sehr guten – Veröffentlichungen im Jahr 2020 rauskam. „Down In The Weeds, Where The World Once Was“ ist das erste Bright Eyes-Album seit neun Jahren. Ich hatte gehofft, dass es mindestens so gut werden würde wie zuletzt „The People’s Key“. Dass es aber zum Besten zählen würde, was Conor Oberst jemals mit Nate Walcott und Mike Mogis aufgenommen hat, kam dann doch überraschend. Was für epische, kraftvolle Songs! Was für Melodien! Und ist das … ja, das ist Flea von den Red Hot Chili Peppers am Bass. Of all people! Ein ganz, ganz großer Wurf und für mich das Beste, woran wir uns erinnern sollten, wenn wir an dieses 2020 zurückdenken.

Meine zehn Lieblingsalben 2020 gibt’s hier als Spotify-Playlist.

Siehe auch:
Lieblingsalben 2019, 2018, 2017, 2016, 2015, 2014, 2013, 2012, 2011, 2010, 2009, 2008, 2006, 2005, 2004.

3. Quartal 2020

Gehört:
Trey Anastasio – Lonely Trip
Trey Anastasio Band – Burn It Down (Live)
The Avett Brothers – The Third Gleam
Chris Barron – 2020-06-11 – Chris‘ apartment, New York, NY
Chris Barron – 2020-06-18 – Chris‘ apartment, New York, NY
Chris Barron – 2020-06-25 – Chris‘ apartment, New York, NY
Chris Barron – 2020-07-02 – Chris‘ apartment, New York, NY
Chris Barron – 2020-07-09 – Camp Bacuda, Freedom, NH
Chris Barron – 2020-07-16 – Chris‘ apartment, New York, NY
Chris Barron – 2020-07-23 – Chris‘ apartment, New York, NY
Chris Barron – 2020-07-30 – Chris‘ apartment, New York, NY
Chris Barron – 2020-08-06 – Chris‘ apartment, New York, NY
Bright Eyes – Down In The Weeds Where The World Once Was
Joe Caro & The Met Band – Every Dog Has Its Day
Dawes – 2019-07-05 – High Sierra Music Festival, Quincy, CA (FM broadcast)
Dawes – 2020-08-28 – Rooftop, Los Angeles, CA
Dawes – Demos (Instagram)
Delta Spirit – What Is There
DMA’s – The Glow
Green Leaf Rustlers – From Within Marin
Hey, King! – Be Still
Joshua Hyslop – Ash & Stone
Die Höchste Eisenbahn – StadtWaldKirche EP
Hans Ludvigsson – Brooklyn
James Maddock – No Time to Cry
Dave Matthews – 2020-07-03 – Live From Home By Request (SiriusXM)
Dave Matthews & Tim Reynolds – 1996-02-16 – Pepin Gymnasium, Middlebury, VT
Dave Matthews Band – 2008-08-19 – Staples Center, Los Angeles, CA
Dave Matthews Band – 2019-07-02 – Riverbend Music Center, Cincinnati, OH
Dave Matthews Band – 2019-07-27 – Coral Sky Amphitheatre, West Palm Beach, FL
Dave Matthews Band – Live Trax, Vol. 52: 2014-06-06 – Darling’s Waterfront Pavilion, Bangor, ME
Declan McKenna – Zeros
moe. – This Is Not, We Are
Nick Mulvey – Begin Again EP
Carli Munoz – Follow Me
My Morning Jacket – The Waterfall II
Joan Osborne – Trouble and Strife
Provinz – Wir bauten uns Amerika
Josh Ritter – See Here, I Have Built You a Mansion
Split Second Meltdown – Split Second Meltdown
Vampire Weekend – Live in Florida
Various Artists Working to Avert the Collapse of American Democracy – Good Music to Avert the Collapse of American Democracy
Wiser Time – Worlds Collide

Gesehen:
Calmus Ensemble, Propstei, Leipzig
Chris Barron, Thirsty Thursday Happy Hours:
2., 9., 16, 23. und 30. Juli sowie 6. August (Stream)
Dawes – L.A. Rooftop Show (Stream)
The Tawdrys – 5. und 10. September (Stream)

Gelesen:
Jonas Eika – Nach der Sonne
Christiane Florin – Trotzdem. Wie ich versuche, katholisch zu bleiben

2. Quartal 2020

Gehört:
Alberta Cross – What Are We Frightened Of?
Trey Anastasio – Quarantaine Sessions (contd)
Trey Anastasio Band – 2018-04-18 – 20 Monroe Live, Grand Rapids, MI
Douglas Appling / Emanzipator – Mountain of Memory
Douglas Appling / Emanzipator – Baralku Tour (Live)
AWOLNATION – Angel Miners & The Lightning Riders
Chris Barron – 2020-04-04 – SIP SIP Web Festival
Chris Barron – 2020-05-06 – Facebook Livestream fom Chris‘ home
Chris Barron – 2020-05-14 – Thirsty Thursday Happy Hour, Chris‘ apartment, New York, NY
Chris Barron – 2020-05-21 – Thirsty Thursday Happy Hour, Chris‘ apartment, New York, NY
Chris Barron – 2020-05-28 – Thirsty Thursday Happy Hour, Chris‘ apartment, New York, NY
Chris Barron – 2020-06-04 – Thirsty Thursday Happy Hour, Chris‘ apartment, New York, NY
Blues Traveler – 1991-08-18 – Arrowhead Ranch, Liberty, NY
Blues Traveler – 1993-04-04 – Burruss Auditorium, Blacksburg, VA
Blues Traveler – 1993-12-31 – Roseland Ballroom, New York, NY
Blues Traveler – 1993-12-30 – Roseland Ballroom, New York, NY
Bon Iver – Blood Bank EP (10th Anniversary Edition)
Bright Blue Gorilla – 36 Husbands OST
Circles Around The Sun – CATS LIVE Winter 2020
Circles Around The Sun – Interludes: The Complete Set-Break Recordings
Danielia Cotton & The Church Boys – A Different War
Bob Dylan – Rough And Rowdy Ways
Steve Forbert – Early Morning Rain
Rebecca Coupe Francs – Every Little Thing Counts
Gov’t Mule – 2019-04-19 – Monarch Music Hall, Peoria, IL
Daniel Heinze & Robert Kratzsch – Das Handgemenge von Wölbattendorf
Christian Lee Hutson – Beginners
Norah Jones – Pick Me Up Off The Floor
Stu Larsen – Marigold
Lettuce – 2019-01-25 – Marathon Music Works, Nashville, TN
Lettuce – Resonate
Martyn Joseph – Across Germany (Live 2019)
Katie Malco – Failures
Dave Matthews – 2020-05-28 – Verizon: Pay It Forward II
Dave Matthews Band – 2018-05-30 – Walmart AMP, Rogers, AR
Dave Matthews Band – 2018-12-02 – Mohegan Sun Arena, Uncasville, CT
Dave Matthews Band – 2019-06-29 – Ruoff Home Mortgage Music Center, Noblesville, IN
Dave Matthews Band – 2019-07-23 – Ameris Bank Amphitheatre – Alpharetta, GA
Dave Matthews Band – 2019-07-27 – West Palm Beach, FL
Dave Matthews Band – Live Trax, Vol. 51: 2007-08-10 Post-Gazette Pavilion, Burgettstown, PA
Dave Matthews & Tim Reynolds – 2020-02-15 – Moon Palace Golf & Spa Resort, Cancun, Mexico
Blake Mills – Mutable Set
Tom Misch & Yussef Dayes – What Kinda Music
David Murray – Blues for Memo
Our Native Daughters – Songs of Our Native Daughters
Pauls Jets – Highlights zum Einschlafen
Phantom Planet – Devastator
Phish – 1998-08-01 – Alpine Valley, East Troy, WI
Phish – Sigma Oasis
Pinegrove – Elsewhere 2
Josh Rouse – Saxapahaw Mustard: Josh Rouse Live at Haw River Ballroom
Chris Robinson Brotherhood – 2019-02-10 – Sheridan Opera House, Telluride, CO
Luca Sestak – Right Or Wrong
Ravi Shankar – Nine Decades, Vol. 7: Live in Copenhagen
Spaffort – Chapel Jam
Stone Temple Pilots – Perdida
The String Cheese Incident – 2019-05-03 – Mardi Gras World, New Orleans, LA
Cosmos Sunshine – The Way Is Clear
Tedeschi Trucks Band – Live From The Fox Oakland
Todd Thibaud – Songs From The Couch
Various Artists – Ihr fangt alles an

Gesehen:
Chris Barron, Thirsty Thursday Happy Hours:
7., 14., 21. und 28. Mai sowie 4., 11., 18. und 25. Juni
Mechthild & Stephan Rommelspacher, Christian Groß & Michael Arnold, Propstei, Leipzig

Gelesen:
Jan Feddersen & Philipp Gessler – Phrase Unser. Die blutleere Sprache der Kirche
Markus Heitz – Spiegel und Schatten (Die Meisterin 2)

1. Quartal 2020

Gehört:
Trey Anastasio – 2019-10-29 – Stern Auditorium, Carnegie Hall, NYC, NY
Trey Anastasio – Quarantine Sessions
Trey Anastasio Band – 2019-04-28 – Brooklyn Bowl, New York, NY
Kyshona Armstrong – Listen
Carla Bley – Life Goes On
Blues Traveler – 1994-08-31 – Jones Beach Amphitheater, Wantagh, NY
Blues Traveler – 1994-09-01 – Jones Beach Amphitheater, Wantagh, NY
Blues Traveler – 1994-09-03 – SPAC, Saratoga Springs, NY
Blues Traveler – 1994-09-19 – Irving Plaza, New York, NY
Blues Traveler – 1995-12-29 – Roseland Ballroom, New York City, NY
Blues Traveler – 1995-12-30 – Roseland Ballroom, New York City, NY
Blues Traveler – 1995-12-31 – Roseland Ballroom, New York City, NY
Blues Traveler – 1998-07-30 – Great Woods Performing Arts Center, Mansfield, MA
Caribou – Suddenly
Robert Cray – That’s What I Heard
Circles Around the Sun – Circles Around the Sun
Dead & Company – 2020-01-16 – Moon Palace, Cancun, MEX
Dead & Company – 2020-01-18 – Moon Palace, Cancun, MEX
Dead & Company – 2020-01-19 – Moon Palace, Cancun, MEX
Brett Dennen – Acoustic Vol. 1
Frazey Ford – U kin B the Sun
Devon Gilfillian – Black Hole Rainbow
David Gray – White Ladder (20th Anniversary Edition)
Ethan Gruska – En Garde
G. Love & Special Sauce – The Juice
Hudson Taylor – Loving Everywhere I Go
Martyn Joseph – Days Of Decision: A Tribute To Phil Ochs
Jono Manson – Silver Moon
Jono Manson – Silver Moon Demos
Dave Matthews – 2020-03-26 – Matthews Residence – Seattle, WA
Dave Matthews Band – Live at the Hollywood Bowl 09.10.18
Dave Matthews Band – Warehouse 10 Volume 9
Sammy Miller and The Congregation – Leaving Egypt
Mandy Moore – Silver Landings
John Moreland – LP5
Pearl Jam – Gigaton
Phish – 1994-11-12 – KSU Mac Center, Kent, OH
Phish – 2019-12-28 – Madison Square Garden, New York, NY
Phish – 2019-12-29 – Madison Square Garden, New York, NY
Phish – 2019-12-30 – Madison Square Garden, New York, NY
Phish – 2019-12-31 – Madison Square Garden, New York, NY
Phish – 2020-02-20 – Moon Place, Riviera Maya, MX
Phish – 2020-02-21 – Moon Place, Riviera Maya, MX
Phish – 2020-02-22 – Moon Place, Riviera Maya, MX
Phish – 2020-02-23 – Moon Place, Riviera Maya, MX
Phish – Headphones Jam
Phish – The Man Who Stepped Into Yesterday
Phish – The Victor Disc
Pinegrove – Marigold
John Popper, Chan Kinchla & Chris Barron – 2008-05-27 – WFUV Studios, New York, NY
Nathaniel Rateliff – And It’s Still Alright
Josh Ritter – Losing Battles EP
Spanish Love Songs – Brave Faces Everyone
Spin Doctors – 2020-01-30 – Brooklyn Bowl, New York, NY
The Stone Foxes – Gold
Stoppok – Jubel
Stoppok – Live at Rockpalast 1990 & 1997
Tame Impala – The Slow Rush
Various – SELIG macht SELIG
Vierwaender – Vierwaender
Hailey Whitters – The Dream
Jonathan Wilson – Dixie Blur

Gesehen:
Claudia Buder, Propstei, Leipzig
Stoppok, Anker, Leipzig

Gelesen:
Stephen King – Das Institut
Frédéric Martel – Sodom. Macht, Homosexualität und Doppelmoral im Vatikan
Gregor Sander – Alles richtig gemacht
Valerie Schönian – Ostbewusstsein. Warum Nachwendekinder für den Osten streiten und was das für die Deutsche Einheit bedeutet

Mein 2019: Ein Fazit.

2019? Irgendwie ein gutes Jahr. Auch beim dritten, vierten Drübernachdenken komm ich zu dem gleichen Schluss. Hatte mir vorgenommen, deutlich weniger in Flugzeugen zu sitzen als zuletzt. Ist gelungen. Bin trotzdem ordentlich rumgekommen, allein schon hier im Freistaat: als SachsenSofa-Moderator Spitzenpolitiker in die kleinsten Orten des Landes gebracht. Hamburg. Osnabrück. Stettin, Schwedt. Plauen. Hersel, Bonn, Brühl. München. Neuerdings Mentor. Auf DMB-Tour in Düsseldorf, Hamburg und Berlin. Einmal Wohnzimmer renovieren, bitte! Geburtstag mit der ganzen GKP in Eichstätt. Mal eben einen Dokumentarfilm mitgedreht und eine kirchliche Fachmesse mitgestemmt. Hochzeiten, zwei tolle vierzigste Geburtstage, ein paar herrliche Auftritte mit 2zueins! und auch jede Menge Solo-Gigs. Gemütliche Bandproben-Abende. Eine Woche wunderbarste Weltflucht im Spätsommer, um mit einem alten Freund neue Musik zu machen (2020 mehr dazu). Kraxeln auf dem Ätna, Seele baumeln lassen in Catania. Im Oktober alle vier Patenkinder besucht. Aus Verantwortungsgemeinschaften werden Gemeindeneugründungen. Auf ein Dawes-High in Köln und Berlin folgen fünf Wochen ohne Stimme, dafür mit Mandelentündung und Antibiotika. Jede Menge tolle Begegnungen, viel Neues. Trotzdem mehr Ruhe, mehr Schlaf als zuletzt (wenigstens gefühlt). Einiges zu einem Ende gebracht, manches gar zu einem guten Ende. Gespannt auf das, was kommt. Streich das irgendwie. 2019? Irgendwie Ein gutes Jahr.

Hier noch einmal meine Lieblings-Listen 2019 im Überblick:
Lieblingsalben 2019
Lieblingskonzerte 2019
Lieblingslieder 2019

Danke, werter Besucher, für’s Mitlesen, Dabeisein, Begleiten und Beobachten im Jahr 2019 – ich freue mich auf 2020 und viele neue Lieder, Bücher, Reisen, Eindrücke, Momente und Blogeinträge.

Ältere Jahresrückblicke:
2018 (Fazit, Alben, Konzerte, Lieder)
2017 (Fazit, Alben, Konzerte, Lieder)
2016 (Fazit, Alben, Konzerte, Lieder)
2015 (Fazit, Alben, Konzerte, Lieder)
2014 (Fazit, Alben, Konzerte, Lieder)
2013 (Fazit, Alben, Konzerte, Lieder)
2012 (Fazit, Alben, Konzerte, Lieder)
2011 (Fazit, Alben, Konzerte, Lieder)
2010 (Fazit, Alben, Konzerte, Lieder)
2009
2008
2006
2005
2004

4. Quartal 2019

Gehört:
Trey Anastasio – 2019-10-15 – Smith Opera House, Geneva, NY
Trey Anastasio – 2019-10-16 – Victoria Theatre, Dayton, OH
Trey Anastasio – 2019-10-18 – Riverside Theater, Milwaukee, WI
Trey Anastasio – 2019-10-19 – State Theatre, Minneapolis, MN
Trey Anastasio – 2019-10-27 – Ryman Auditorium, Nashville, TN
Joseph Arthur – Come Back World
Beck – Hyperspace
The Black Keys – „Let’s Rock“
Blues Traveler – 1991-08-28 – Garden State Arts Center, Holmdel, NJ
Blues Traveler – 2004-03-28 – Tuxedo Junction, Danbury, CT
Blues Traveler – 2019-11-01 – Beacon Theatre, New York City, NY
Circles Around The Sun – Meets Joe Russo
Leonard Cohen – Thanks for the Dance
Marc Cohn & Blind Boys Of Alabama – Work To Do
Dawes – Live from Richmond, VA
Dead & Company – 2019-10-31 – Madison Square Garden, New York, NY
Dead & Company – 2019-11-01 – Madison Square Garden, New York, NY
Doctor Lo – Bottomland
Element Of Crime – Live im Tempodrom
Niels Frevert – 2019-10-13 – Sendesaal, Bremen
Grateful Dead – 30 Days Of Dead 2019
Grateful Dead – Giants Stadium 1987, 1989, 1991
Ansgar Hoffmann – Tanz Dein Leben
Brittany Howard – Jaime
Jim James – The Order Of Nature
The Laurence Jones Band – The Laurence Jones Band
Kummer – Kiox
The Magpie Salute – High Water II
Dave Matthews & Tim Reynolds – Live Trax, Vol. 48: 1994-08-25 The Birchmere, Alexandria, VA
Dave Matthews & Tim Reynolds – Live Trax, Vol. 49: 2019-06-18 Marvin Sands Performing Arts Center, Canandaigua, NY
Dave Matthews Band – Live Trax, Vol. 50: 2004-07-10 Hersheypark Stadium, Hershey, PA
Dave Matthews Band – 2019-07-09 – DTE Energy Music Theatre, Clarkston, MI
Dave Matthews Band – 2019-09-10 – Chase Center, San Francisco, CA
Sir Colin Mawby – Ecce Homo (Uraufführung, 2016-05-26)
moe. – Wicked Awesome Volume 2
Christy Moore – Magic Nights
Van Morrison – Three Chords And The Truth
North Mississippi Allstars – Up and Rolling
Old Crow Medicine Show – Live at The Ryman
Pearl Jam – MTV Unplugged
Phish – 1999-07-23 – Polaris Amphitheatre, Columbus, OH
Willy Porter – mnemonic
Propsteichor St. Trinitatis Leipzig – Festkonzert 125 Jahre Propsteichor zu Leipzig
Spafford – The Gaff Tapes
Spin Doctors – 2019-09-21 – Carteret Park, Carteret, NJ
Harry Styles – Fine Line
TAUK – Real TAUK Volume 3
Trigger Hippy – Full Circle & Then Some

Gesehen:
Michael Arnold & Stephan König, Propstei, Leipzig
Tristan Brusch, Täubchenthal, Leipzig
Dawes, Kantine am Berghain, Berlin
Dawes, Artheater, Köln
Faber, Naumanns, Leipzig
Leipziger Universitätskantorei & Pauliner Barockensemble & Universitätsorganist Daniel Beilschmidt, Paulinum, Leipzig
Niels Frevert, Scheune, Dresden
Die Höchste Eisenbahn, Täubchenthal, Leipzig
Karl die Große, Scheune, Dresden
Heribert Leuchter & Mathias Haus, Max-Ernst-Museum, Brühl
Katie Malco, Kantine am Berghain, Berlin
Katie Malco, Artheater, Köln

Gelesen:
Thomas Frings – Gott funktioniert nicht. Deswegen glaube ich an ihn
Steve Gorman – Hard To Handle. The Life & Death Of The Black Crowes
Roberto Saviano – Der Clan der Kinder

Mein 2019: Lieblingslieder

10 Vampire Weekend – Harmony Hall
I thought that I was free from all that questionin‘, but every time a problem ends, another one begins.

9 Gary Clark junior – What About Us
There goes the neighbourhood, one way or another. You can call it what you want, but the young blood’s taking over.

8 Von Wegen Lisbeth – Westkreuz
Der Döner ist jetzt ein Friseursalon und du weißt nichts davon.

7 Charlie Worsham feat. Old Crow Medicine Show – I Hope I’m Stoned (When Jesus Takes Me Home)
I believe he put it down here for all of us to use, a little piece of heaven to take away your blues. I know I’m far from perfect and I’ll call a sin a sin but I feel closer to the Lord every time I breathe it in.

6 KitschKrieg feat. Cro, AnnenMeyKantereit, Trettmann – 5 Minuten
Ich glaub‘, ich hab’ vor fünf Minuten aufgehört, dich zu lieben. Dann hab’ ich’s aufgeschrieben. Und mittlerweile sind es sieben.

5 Ben Harper – Uneven Days
On a bad day it isn’t better, on a good day it isn’t worse. When you and I aren’t together, love is just pain in reverse.

4 The Highwomen – Highwomen
I was a healer, I was gifted as a girl. I laid hands upon the world. Someone saw me sleeping naked in the noon sun, I heard „witchcraft“ in the whispers and I knew my time had come. The bastards hung me at the Salem gallows hill – but I am living still.

3 Trey Anastasio – Friend
When I was up, I had so many friends. When I was down, they were gone so fast. And you were always the one who stayed.

2 Weezer – High As A Kite
Way up here, no one can touch me, I’m drifting like a lost balloon. I’m out of reach and won’t be coming down any time soon, any time soon.

1 Niels Frevert – Brückengeländer
So lebe wohl, du rettungslos verlor‘nes Jahr, zieh‘ dahin mit dem Flüstern des Flusses, Strömung tief und klar. Was vergangen ist, ist vergangen und lange her, irgendwann nur noch Rost an den Händen vom Brückengeländer.

Meine zehn Lieblingslieder 2019 gibt’s hier als Spotify-Playlist.

Siehe auch:
Lieblingslieder 2018 (Spotify), 2017 (Spotify), 2016 (Spotify), 2015 (Spotify), 2014 (Spotify), 2013 (Spotify), 2012 (Spotify), 2011 (Spotify), 2010 (Spotify), 2009 (Spotify), 2008.

Mein 2019: Lieblingskonzerte

10 – George Ezra, Leipzig, 5. Mai
Der Boy aus Bristol ist zum Superstar geworden. Und legt eine abendfüllende, familienkompatible Show hin, die irgendwo zwischen liebenswürdig und kitschig, sympathisch geerdet und dennoch leicht überdimensioniert einzuordnen ist. Am Ende gehen alle glücklich nach Hause und es bleibt die Gewissheit: dieser unheimlich nette George, der kann was.

9 – Cub Sport, Hamburg, 6. Februar
Versponnener Keyboard-Dream-Pop? Eigentlich nicht so meine go-to-Musikfarbe. Aber vielleicht hat mich die Show der australischen Band gerade deshalb so in ihren Bann gezogen. Große Melodien, ganz große Gefühle. Sänger Tim Nelson ist ein Superstar – noch mag das hierzulande nur für die Gay- oder Indie-Szene gelten. Aber es ist gewiss nur eine Frage der Zeit, bis Bühnen und Fanmengen größer werden.

8 – Gisbert zu Knyphausen, Leipzig, 29. Juni
Einer meiner Lieblingssongschreiber auf der Lieblings-Open-Air-Bühne der Stadt – die Voraussetzungen dafür, dass das ein wunderbarer Spätjuniabend werden dürfte, waren ideal. Gisberts Band und er wirkten auf mich eingespielter und harmonischer als zuletzt; die Stimmung bei Musikern wie Publikum war prächtig. So wurde es schließlich der ersehnte harmonisch-melancholische Sommerauftakt für alle Beteiligten.

7 – Christian Kjellvander, Hamburg, 5. Februar
Der umtriebige Schwede kam mit seiner Band in die Hamburger Livemusik-Institution Knust, um sein achtes Album „Wild Hxumans“ zu präsentieren. Eine beeindruckende Angelegenheit: Kjellvanders sonor-geheimnisvoller Gesang erinnert an Lou Reed und Jim Morrison, die Musik ist tempoarm, aber wuchtig. Wintermusik im besten Sinne – und zwar ganz große.

6 – Faber, Leipzig, 26. November
Der Skandalknabe aus der Schweiz wird wohl einer der großen Abräumer 2020. Gleich zwei Mal will er hier das Haus Auensee ausverkaufen, gleich zwei große bundesweite Touren im Frühjahr und Herbst wird es zu seinem zweiten Album geben. Beim Vorab-Gig im lauschigen Naumanns demonstriert Faber, wie er auch in Duo-Besetzung einen Saal zum Ausrasten bringt. Zynischer Songwriter-Pop mit Weltmusikeinschlag – so eine Nische muss man erst mal finden, sich zu eigen machen und besetzen. Faber hat’s geschafft.

5 – Jan Plewka & Marco Schmedtje, Hamburg, 8. Februar
Mein zweites „Behind the Bars“-Konzert der beiden Herren, diesmal in ihrer norddeutschen Heimat. Und die zwei unweit der Reeperbahn zu erleben, wie sie ihre heimelige, herrlich gefühlsduselige „Wir-ziehen-wahllos-Songs-aus-dem-Hut“-Show durchziehen, ist ein ganz besonderes Vergnügen. Wir hören Songs von Rio Reiser, Simon & Garfunkel und eigene Stücke und glauben später, an der Bar, alle gemeinsam wieder etwas mehr an das Gute im Menschen.

4 – Dave Matthews Band, Berlin, 23. März
Nach vier langen Jahren ziehen DMB wieder durch Europa, in diesem Jahr natürlich, um ihr aktuelles Album „Come Tomorrow“ zu promoten und die mit Keyboarder Buddy Strong in veränderter Besetzung aufspielende Band zu präsentieren. Drei Konzerte durfte ich erleben und damit eine Band in Top-Form bewundern. Am eindrücklichsten war die Show in Berlin – was an den 1-A-Sitzplätzen quasi über der Bühne und an der unfassbar großen Spielfreude der Matthewsschen Mannschaft gelegen haben dürfte.

3 – Niels Frevert, Dresden, 17. Oktober
Meine Güte, hat mir Niels Frevert gefehlt! Fünf Jahre hat er sich für’s Album „Putzlicht“ Zeit gelassen. Aus einer musikalischen und persönlichen Krise kommt er gestärkt zurück. Live bedeutet das vor allem: er rockt wie seit Jahr(zehnt?)en nicht mehr. Seine Band ist perfekt aufeinander abgestimmt, die Setlist überzeugt mit einem fairen Mix aus Neuem und Altem. Niels fliegt die Liebe des Publikums nur so zu und er genießt die Ovationen sichtlich. Erstaunlich: das alles funktioniert auch in abgespeckter Trio-Besetzung, wie ich ein paar Wochen später in Leipzig erleben durfte. Schön, dass Du wieder da bist, Niels.

2 – Dawes, Köln, 1. November
Ebenfalls eine kleine Ewigkeit ist es her, dass Dawes für ein paar Shows in Europa waren. Ich habe sie auf der Tour in Berlin und Köln erlebt und stimme all denen zu, die diese vier Herren für einen der stärksten Live-Acts unserer Zeit halten. Großes Songwriting, famose Performance, euphorisches Publikum. Der für mich größte Moment: das epische „Peace In The Valley“ im Kölner Artheater.

1 – Sinéad O’Connor, Berlin, 8. Dezember
Hätte mir jemand Anfang 2019 gesagt, dass ich noch am Ende desselben Jahres Sinéad O’Connor auf einem umjubelten, ausverkauften Konzert in Berlin erleben würde, ich hätte ihm oder ihr wohl einen Vogel gezeigt. Mit größter Sorge nahm ich all die Schlagzeilen der letzten Jahre zur Kenntnis, ihre psychischen Probleme, die Zerwürfnisse mit Freunden und Familie, die Gerüchte über Suizidversuche und und und. Doch tatsächlich: es scheint ihr wieder gut zu gehen. Gestärkt durch eine neue Band, ein neues Management und eine neue spirituelle Heimat (sie ist jetzt Muslima), setzt sie musikalisch dort an, wo sie vor ihrer Zwangspause seit 2015 war – mit einer frenetisch gefeierten Performance, die einen gelungenen Querschnitt durch ihr gesamtes Oevre liefert. Der Unterschied zu „damals“? Heute wirkt Sister Sinéad gelöst und gestärkt. Ihre Stimme ist dabei in Bestform: glasklar, druckvoll, mal markerschütternd, mal engelsgleich, immer magisch.

Siehe auch:
Lieblingskonzerte 2018, 2017, 2016, 2015, 2014, 2013, 2012, 2011, 2010, 2009.