Bewahrung der Schöpfung: Pflichtaufgabe für jeden Christen

Katholikenrat beschäftigt sich mit Umweltenzyklika des Papstes und plant bistumsweiten Aktionstag

SCHMOCHTITZ. Für einen bistumsweiten Intitativ- und Aktionstag zu “Laudato Si”, der Umweltenzyklika von Papst Franziskus, hat sich der Katholikenrat im Bistum Dresden-Meißen ausgesprochen. “Dieses wegweisende Schreiben zur Bewahrung der Schöpfung ist – wenngleich es so dringend ist – leider noch lange nicht in den Köpfen und Herzen aller Katholiken unseres Bistum angekommen,” erläutert die Ratsvorsitzende Martina Breyer. “Deshalb planen wir für Juni 2020 einen Tag für alle, die tiefer in ‘Laudato Si’ einsteigen wollen und sich ganz konkret in ihrer Gemeinde für mehr Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein stark machen.”

Die Herbstvollversammlung des Katholikenrates am letzten Oktoberwochenende im Bischof-Benno-Haus in Schmochtitz stellte den Auftakt für die Vorbereitungen dieses Bistumstages dar. Als Referent konnte Gregor Henckel-Donnersmarck gewonnen werden. Der Altabt des Zisterzienserstiftes Heiligenkreuz im Wienerwald (Niederösterreich), der vor seiner Zeit als Priestermönch Geschäftsführer eines Speditionsunternehmens war, verstand es, seine Begeisterung für die Enzyklika an die rund 35 Ratsmitglieder weiterzugeben: “‘Laudato Si’ steht klar in einer Reihe mit den anderen großen Schreiben der Päpste zu Themen der katholischen Soziallehre. Revolutionär ist diesmal, dass Franziskus Wirtschaft und Ökonomie in direkten Zusammenhang mit Ökologie, Klimawandel und soziale Fragen stellt. Der Papst ist dabei unmissverständlich: die Bewahrung der Schöpfung ist kein Kann, sondern ein Muss für jeden Christen.” In Kleingruppen tauschten die Frauen und Männer aus allen Teilen des Bistums daraufhin ihre ersten Ideen für die Ziele und Inhalte des Aktionstages aus.

Auch weitere aktuelle Fragen standen auf der Tagesordnung des Rates: so ging es in einer intensiven Diskussion mit Stephan von Spies, Justiziar und Präventionsbeauftragter des Bistums Dresden-Meißen, um die Aufarbeitung der hiesigen Fälle von sexuellem Missbrauch durch Geistliche und um die Auswirkungen der jüngst durch die Bischofskonferenz vorgestellten bundesweiten Studie zum gleichen Thema.

In ihrem Bericht des Vorstands mahnte die Vorsitzende Breyer eine konstruktive Gesprächs- und Debattenkultur an – innerhalb des Rates, aber auch innerhalb der sich im Wandel befindlichen Verantwortungsgemeinschaften und Neu-Gemeinden im Bistum: “Es braucht die Vielfalt der Sichtweisen in unseren Versammlungen, sie gehört ins Wort gehoben, ausgesprochen”, so Martina Breyer. “Wir stehen auf einem gemeinsamen starken Fundament. In unserer Verschiedenheit haben wir auch unterschiedliche Zugänge zu unserem Glauben und unserer Kirche. Das gilt es wertfrei festzustellen – hier gibt es kein besser oder schlechter, kein mehr oder weniger katholisch.”

Spürbar von gegenseitigem Respekt und Wohlwollen geprägt waren schließlich die zahlreichen Kleingruppen-Tischgespräche zu aktuellen Themen und Projekten im Bistum, die am Samstagnachmittag den Schlusspunkt der Herbstvollversammlung darstellten – ob am Tisch “Was ich schon immer mal dem Katholikenrats-Vorstand sagen wollte”, am Tisch der Katholischen Akademie des Bistums, an dem neue Reihen und Ideen für 2019 vorgestellt wurden, oder auch am Tisch von Engagiert-katholisch.de, dem Trägerverein für Ehrenamt im Bistum, wo Herausforderungen und Probleme Ehrenamtlicher diskutiert wurden.

Der Katholikenrat im Bistum Dresden-Meißen (früher: Diözesanrat) ist die demokratisch gewählte und anerkannte Vertretung des Kirchenvolkes und repräsentiert die katholischen Frauen und Männer aus den Pfarreien, Verbänden und Initiativen Sachsens und Ostthüringens. Die nächste Vollversammlung des Gremiums ist für den 16. März 2019 in Plauen/Vogtland geplant.

Disclosure:
Dieser Text ist von mir im Auftrag des Katholikenrates im Bistum Dresden-Meißen für verschiedene kirchliche Medien verfasst worden. Ich bin selbst Mitglied des Katholikenrates und unterstütze den Vorstand in Fragen der Öffentlichkeitsarbeit.

Fotos: Stephanie Hauk, Rafael Ledschbor.

Zu Gast bei „Talk am Dom“ in Fulda

Zweimal im Jahr lädt Klaus Depta ins Fuldaer Restaurant Ideal zum Talk am Dom, einer aufwendig produzierten Live-Talkshow, verantwortet von der Abteilung Rundfunkarbeit des Bistums Fulda. Fünf Gäste erzählen pro Show über „ihre Themen“ und zwischendurch gibt’s Livemusik. Das unterhält zum einen die etwa 140 Gäste vor Ort, aber auch die Zuschauerinnen und Zuschauer der Mediathek Hessen, im Offenen Kanal, bei BibelTV und bei Youtube.

In der Septemberausgabe war ich als Talk- und Musikgast dabei. Erst habe ich mit Klaus u.a. über meinen Beruf als „Sprachrohr der Kirche“ im gar nicht mal so kirchenbegeisterten Sachsen gesprochen, dann durfte ich im Laufe des Abends insgesamt vier Songs zum Besten geben. Vom Wünschewagen, der Sterbenden letzte Wünsche möglich macht, über die Pathologin, die dem Münsteraner Tatort-„Börne“ Profitipps gibt und den katholischen Bischof, der im evangelikalen Gottesdienst aus Versehen 45 Minuten lang predigte, bis hin zum Weltenbummler, der vier Jahre ohne Geld unterwegs war und auf der Reise sowohl Gott als auch die Liebe seines Lebens gefunden hat: die anderen Gäste hatten extrem spannende Sachen zu erzählen und ich hab mich auch nur einmal verspielt (dann aber dafür so richtig), sodass ich Euch das Anschauen der kompletten Sendung (ca. 2 Stunden) in der Mediathek Hessen oder auf YouTube guten Gewissens empfehlen kann.

PS: Hier noch ein Artikel über den Abend aus den „Osthessen News“, die die Ereignisse des Abends gut zusammenfasst und noch ein paar schöne Fotos mitliefert.

3. Quartal 2018

Gehört:
Arthur Buck – Arthur Buck
Blues Traveler – 1995-10-24 – CSU Convocation Center, Cleveland, OH
Blues Traveler – 1998-08-01 – Montage Mountain, Scranton, PA (H.O.R.D.E tour)
Blues Traveler – 1998-08-05 – Jones Beach Amphitheater, Wantagh, NY (H.O.R.D.E tour)
Blues Traveler – 1998-08-08 – Blockbuster-Sony Entertainment Center, Camden, NJ (H.O.R.D.E tour)
Blues Traveler – 2018-08-15 – Rochester Opera House, Rochester, NH
Blues Traveler – 2018-08-18 – Boarding House Park, Lowell, MA
Blues Traveler – 2018-08-26 – Lockn‘ Festival, Arrington, VA
Brandi Carlile – By The Way, I Forgive You
Aaron Comess & The Air Conditioned Gypsies – 2018-07-29 – Rockwood Music Hall 2, New York, NY
The Coral – Move Through The Dawn
Miles Davis – Black Beauty: Miles Davis at the Filmore West
Dawes – AXS Patio Sessions
Dawes – Live At Amoeba Music
Dawes – 2018-08-23 – Wolf Trap National Park for the Performing Arts
Dead & Company – 2018-06-30 – Autzen Stadium, Eugene, OR
Brett Dennen – Here’s Looking at You Kid
Dunkelblau – In der Zwischenzeit (2018 Remaster)
Kyle Falconer – No Thank You
Garbage – Version 2.0 (20th Anniversary Deluxe Edition
God Street Wine – 2018-08-01 – City Winery, Washington, DC
God Street Wine – 2018-08-02 – Ardmore Music Hall, Philadelphia, PA
God Street Wine – 2018-08-04 – City Winery, New York City, NY
Gov’t Mule – 2018-07-21 – Dark Side Of The Mule @ Peach Music Festival 2018
Gov’t Mule – 2018-07-25 – The Freeman Stage @ Bayside, Selbyville, DE
Tom Grennan – Lighting Matches
Hudson Taylor – Bear Creek to Dame Street
Lenny Kravitz – Raise Vibration
Lawrence – Living Room
Dave Matthews & Tim Reynolds – Blenheim Vineyards Painted Series
Dave Matthews & Tim Reynolds – Farm Aid 2018
Dave Matthews Band – 2018 Tour Highlights (aud)
Dave Matthews Band – 2018-06-02 – Blossom Music Center, Cuyahoga Falls, OH
Dave Matthews Band – 2018-07-06 – Deer Creek, Noblesville, IN
Dave Matthews Band – 2018-07-13 – Saratoga Springs, NY
Dave Matthews Band – 2018-07-14 – Saratoga Springs, NY
Dave Matthews Band – 2018-07-20 – Raleigh, NC
Dave Matthews Band – 2018-07-27 – West Palm Beach, FL
Dave Matthews Band – 2018-07-28 – West Palm Beach, FL
Dave Matthews Band – 2018-07-29 – The Wharf Amphitheater, Orange Beach, AL
Dave Matthews Band – 2018-08-24 – Fiddler’s Green Amphitheatre, Englewood, CO
Dave Matthews Band – 2018-08-31 -The George, WA
Dave Matthews Band – 2018-09-01 -The George, WA
Dave Matthews Band – Live Trax, Vol. 45: 2013-06-29 – Susquehanna Bank Center, Camden, NJ
Jason Mraz – Know.
My Brothers & I – Heartbeat
Neville Jacobs – Neville Jacobs
Phish – Live Bait Vol. 13
Phish – Live Bait Vol. 14
Shake Stew – Rise and Rise Again
Sunset Sons – The River EP
The Tallest Man On Earth – When The Bird Sees The Solid Ground
Years & Years – Palo Santo
YUNGBLUD – 21st Century Liability

Gesehen:
Calexico, Parkbühne Geyserhaus, Leipzig
The Cat Empire, Parkbühne Geyserhaus, Leipzig
Depedro, Parkbühne Geyserhaus, Leipzig
Domchor Eichstätt, Propsteikirche, Leipzig
Faber, Felsenkeller, Leipzig
Esther Langer, Propsteikirche, Leipzig
Steiner & Madlaina, Felsenkeller, Leipzig
The Tallest Man On Earth, Funkhaus, Berlin

Gelesen:
Julius Fischer – Ich hasse Menschen. Eine Abschweifung
Lukas Rietzschel – Mit der Faust in die Welt schlagen
Alexander Schimmelbusch – Hochdeutschland
David Sedaris – Calypso

Weltfrieden zum Geburtstag

Was wünschst Du Dir denn zum Geburtstag? Diese Frage stellen Eltern ihren Kindern, oder Freunde wollen so herausfinden, wie sie einem eine Freude machen können. Wenn ich diese Frage gestellt kriege, fällt mir nie eine wirklich sinnvolle, hilfreiche Antwort ein. Deshalb habe ich die Angewohnheit entwickelt, auf die Frage „Was wünschst Du Dir zum Geburtstag“ mehr oder weniger flapsig zu antworten: „Ach, nichts Besonderes. Ich wünsche mir Weltfrieden, sonst nix.“

Ein gedankenlos dahin gesagter Spruch, an den ich heute* zwangsläufig denken muss – und für den ich mich ein wenig schäme. Den 1. September begehen viele als „Weltfriedenstag“. Das Datum ist dabei keineswegs willkürlich: am 1. September 1939 begann mit dem deutschen Überfall auf Polen der Zweite Weltkrieg. Erstmals gab es den Weltfriedenstag im Jahr 1946 in der sowjetischen Besatzungszone, in den fünfziger Jahren wurde er zum festen Gedenktag – in Ost wie West. Es ist gut, sich daran zu erinnern und unmissverständlich gegen Krieg und Gewalt einzutreten.

Mit denen, die sich am heutigen Tag gegen Krieg und für Frieden engagieren, habe ich eins gemeinsam: All diese Menschen wünschen sich auch Weltfrieden. Allerdings ernsthaft und gänzlich unironisch. Gott sei Dank! Diese Sehnsucht nach einer Welt, in der keiner unterdrückt wird, niemand seine Macht missbraucht, allen genug zum Leben bleibt – die darf nicht zum Witz verkommen.

Besonders nicht in Zeiten wie diesen: in denen ferngesteuerte Drohnen ganze Dörfer vernichten können. In denen so viele Flüchtlinge wie noch nie weltweit Schutz suchen. In denen es einen „reichen Norden“ und einen „armen Süden“ auf der Erde gibt. In denen der Klimawandel zu neuen Konflikten und Spannungen führt.

Das sind alles Problemstellungen, die einem echten Frieden auf der Welt gegenüberstehen, die ihn gar wie eine kühne Utopie erscheinen lassen: unrealistisch, unmöglich, „ich als einzelner kann doch da eh nichts dagegen ausrichten.“ Doch, kann ich.

Indem ich die Idee vom Weltfrieden nicht verlache. Sondern anfange, mehr Frieden in meinen unmittelbaren Alltag zu bringen. Vielleicht bin ich ja mal ein wenig freundlicher zu meinen Nachbarn. Oder überlege mal, wie ich mein Plastikmüllaufkommen reduziert bekomme. Vielleicht unterstütze ich die Friedensarbeit eines Hilfswerkes durch meine Spenden. Wer sich ernsthaft Weltfrieden wünscht, hat viele Möglichkeiten, an ihm mitzuarbeiten – ganz praktisch, ganz konkret.

* – Hinweis:
Diesen Text habe ich für die Leipziger Volkszeitung geschrieben, in der er am 1. September 2018 in der Kolumnen-Reihe “Gedanken zum Wochenende” erschienen ist.

2. Quartal 2018

Gehört:
Arctic Monkeys – Tranquility Base Hotel & Casino
As The Crow Flies – 2018-04-17 – Capitol Theater, Port Chester, NY
Marc Broussard – Easy To Love
Dawes – Passwords
Dead & Company – 2018-05-30 – Xfinity Center, Mansfield, MA
DMA’s – For Now
Doc Robinson – Ring Of Love
Doc Robinson – Licks Vol. 1
Eels – The Deconstruction
Die Fantastischen Vier – Captain Fantastic
Simone Felice – The Projector
Gin Blossoms – Mixed Reality
Isaac Gracie – Isaac Gracie
Daniel Heinze – Komm, wir tanzen (Remix)
Jim James – Uniform Distortion
Stu Larsen & Natsuki Kurai – II
Lawrence – Breakfast: Unscrambled (Acoustic Sessions)
Karen Mansfield – Thistle & Boon
Dave Matthews – NPR Tiny Desk Concert
Dave Matthews Band – 2018-05-26 – Cellairis Amphitheatre @ Lakewood, Atlanta, GA
Dave Matthews Band – 2018-06-16 – BB&T Pavilion, Camden, NJ
Dave Matthews Band – 2018 Tour Highlights
Dave Matthews Band – A Limited Edition Companion to Come Tomorrow
Dave Matthews Band – Come Tomorrow
Dave Matthews Band – Warehouse 10 Volume 6
Dave Matthews Band – Warehouse 10 Volume 7
Morcheeba – Blaze Away
Van Morrison & Joey DeFrancesco – You’re Driving Me Crazy
Mt. Joy – Mt. Joy
Okkervil River – In the Rainbow Rain
Old Crow Medicine Show – Volunteer
Ann Paul – Stay
Charlie Puth – Voicenotes
Chris Robinson Brotherhood – Winter 2018 #freakeurope Tour Exclusive Tracks
Josh Rouse – Love In The Modern Age
Luke Sital-Singh – Weight Of Love

Gesehen:
Fabrik, Propstei Open Air, Leipzig
Ben Folds, Passionskirche, Berlin
Matt Holubowski, Passionskirche, Berlin
Propsteichor, Propsteikirche, Leipzig

Gelesen:
Markus Heitz – Die Meisterin
Manfred Lütz – Der Skandal der Skandale
Benjamin von Stuckrad-Barre – Ich glaub, mir geht’s nicht so gut, ich muss mich mal irgendwo hinlegen (Remix 3)
Dimitrij Wall – Gott will uns tot sehen

Die GKP hat mir sieben Fragen gestellt

Seit Anfang 2017 bin ich Mitglied in der Gesellschaft katholischer Publizisten Deutschlands e.V. (GKP). Inzwischen habe ich die ersten Treffen miterlebt und schon zahlreiche spannende neue Kontakte innerhalb der Gesellschaft knüpfen können. Für die Maiausgabe der „GKP Informationen“ sollte ich die allmonatlich auf’s Neue gestellten „7 Fragen“ beantworten, was ich gerne getan habe. Wer Interesse hat, kann sich den Artikel als pdf-Datei von der Website der GKP runterladen.

Angstfrei stark machen für eine weltoffene, bunte Gesellschaft

Bericht von der Frühjahrsvollversammlung des Katholikenrates im Bistum Dresden-Meißen

ZWICKAU. Für den umfassenden Schutz nationaler Minderheiten und Sprachminderheiten in Europa hat sich der Katholikenrat im Bistum Dresden-Meißen ausgesprochen. Auf seiner Frühjahrsvollversammlung in Zwickau verabschiedete er einstimmig eine Erklärung zur Unterstützung der Bürgerinitiative Minority SafePack. Diese sammelt derzeit europaweit Unterschriften, um die Minderheitenrechte in der EU zu stärken. “Welchen Reichtum das Miteinander mit nationalen Minderheiten bedeuten kann, erleben die Menschen in unserem Bistum im Zusammenleben mit den Sorben. Kulturelle Vielfalt verstehen wir als ein Geschenk Gottes, das es zu beschützen und zu bewahren gilt”, heißt es in der Erklärung. Unterzeichnen kann man für dieses Anliegen auf der Internetseite minority-safepack.eu.

Ebenfalls mit einer einstimmig verabschiedeten Erklärung unterstützen die Kirchenvolksvertreter das Ostritzer Friedensfest vom 20. bis 22. April. Mit einem bunten Familienfest wollen die Ostritzer ein Zeichen für Freiheit, Menschlichkeit, Frieden und Weltoffenheit setzen, während zur gleichen Zeit in einem Hotel der Stadt ein Neonazi-Treffen stattfinden soll, zu dem aggressive Kern der rechtsextremen Szene erwartet wird. Höhepunkt der Provokation ist hierbei das gewählte Datum um den Geburtstag Hitlers. Der Katholikenrat begrüßt, “dass die Ostritzer Kirchgemeinden, Verbände, Initiativen und Einrichtungen zeigen wollen, wie bunt, vielfältig und freundlich die Stadt und der ganze Freistaat sind” und fordert die Katholiken im Bistum auf, das “Ostritzer Friedensfest” im Gebet oder ganz konkret durch den Besuch der Veranstaltung zu begleiten: “angstfrei, gewaltfrei, lebensfroh und selbstbewusst”.

Starke inhaltliche Impulse gab Referent Frank Richter den Teilnehmenden der Frühjahrsvollversammlung im Gemeindesaal der Zwickauer Pfarrei “Heilige Familie”. Mit dem Blick auf das Motto des bevorstehenden Katholikentages in Münster, “Suche Frieden”, bot der Geschäftsführer der Dresdner Stiftung Frauenkirche und ehemalige Leiter der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung einen persönlich gefärbten Blick auf die aktuelle Situation in Sachsen. Während das “Auseinanderdriften” der Gesellschaft immer gravierender werde – etwa zwischen arm und reich, jung und alt oder Stadt und Land – und er durchaus drastisch diagnostiziert: “In Sachsen ist der Teufel los”, bleibt der in Meißen geborene Theologe dennoch hoffnungsvoll. “Es mag zunächst platt rüberkommen, doch ich bin davon überzeugt: wir müssen alle wieder mehr beten”, so sein Fazit nach dem angeregten Gedankenaustausch mit den Ratsmitgliedern. “Denn aus dem Gebet heraus entsteht in uns eine Kraft, die uns schon einmal den Mut gegeben hat, die Gesellschaft positiv zu verändern – in der friedlichen Revolution von 1989.”

Neben der Beschäftigung mit aktuellen politischen Fragen standen auch interne Themen auf der Tagesordnung der Frühjahrsvollversammlung. So besprachen die rund 30 Delegierten in einer ersten Lesung den Entwurf einer neuen Ratssatzung, die den strukturellen Veränderungen im Zuge des bistumsweiten Erkundungsprozesses Rechnung tragen soll. Als Einzelpersönlichkeit wurde der Dresdener Pädagoge Benno Kretschmer-Stöhr neu in den Katholikenrat gewählt; im Vorstand unterstützt künftig Mathias Kretschmer aus Leisnig das Team um die Vorsitzende Martina Breyer.

Der Katholikenrat im Bistum Dresden-Meißen (früher: Diözesanrat) ist die demokratisch gewählte und anerkannte Vertretung des Kirchenvolkes und repräsentiert die katholischen Frauen und Männer aus den Pfarreien, Verbänden und Initiativen Sachsens und Ostthüringens. Die nächste Vollversammlung des Gremiums ist für den 26. und 27. Oktober in Schmochtitz geplant.

Disclosure:
Dieser Text ist von mir im Auftrag des Katholikenrates im Bistum Dresden-Meißen für verschiedene kirchliche Medien verfasst worden. Ich bin selbst Mitglied des Katholikenrates und kümmere mich dort u.a. um die Öffentlichkeitsarbeit.

Fotos: Stephanie Hauk, Daniel Heinze.

Pflege-Debatte nach CDU-Tweet

So hat sich der CDU-Politiker Erwin Rüddel das nicht vorgestellt. Auf Twitter wollte er am letzten Wochenende* für die Ergebnisse der GroKo-Koalitionsverhandlungen in Sachen Pflege werben. Er forderte, dass „Pflegende anfangen, gut über die Pflege zu reden“ – und die Politik würde andererseits ihren Teil leisten. Wer denn also bei Twitter oder in anderen Netzwerken was Gutes über Pflege zu sagen habe, solle seine Gedanken doch mit dem Hashtag #gutezeitenfürgutepflege verschlagworten und so zu einer breiten, schönen Debatte beitragen. Soweit die Idee des Bundestagsabgeordneten.

Das ging aber ordentlich nach hinten los. Als Reaktion auf Rüddel machte nämlich seitdem ein völlig anderer Hashtag Karriere: #twitternwierueddel – abertausende Pflegende berichten von ihrem Berufsalltag. Davon, wie schwer und anstrengend es ist, in diesem Sektor zu arbeiten. Zum Teil mit beißendem Spott. So schreibt etwa @monjaeszehhah: „Du willst wissen, was in dir steckt? Komm in die Pflege und versorge 30 multimorbide Patienten zu zweit im Frühdienst!“ Und @Chaosundich twittert: „Wenn du morgens um 7 Uhr die liebe, alte Dame auf der Toilette sitzend findest, weil die Nachtschwester ihr um 2.08 Uhr gesagt hat, sie komme gleich wieder. Und sie es vor lauter Arbeit vergessen hat.“

Krasse Geschichten und harte Kommentare, oder? Wenn auch nur die Hälfte der Tweets wahr ist, dann verdeutlicht das, was für ein Riesenproblem Deutschland auf dem Pflegesektor hat: viel zu wenig Personal, unterbezahlt, restlos überarbeitet. Und die sollen bitteschön „gut über Pflege“ reden? Wenn der Twitter-Patzer von Erwin Rüddel für etwas gut war, dann, dass er die Diskussion um die Pflege wieder ordentlich angeheizt hat. Der Politiker hat es tatsächlich geschafft, dass die Menschen über ihre Berufe erzählen – und die Gesellschaft aufrütteln. So wird deutlich, dass es mehr als lauwarme Kompromisse in Koalitionsverhandlungen braucht. Es braucht einen „großen Wurf”, der das Gesundheitssystem nachhaltig verbessert. Warme Worte und öffentlich bekundete Wertschätzung allein ändern nichts an einer Situation, an der sich ganz offensichtlich dringend was ändern muss.

* – Hinweis:
Diesen Text habe ich für die Leipziger Volkszeitung geschrieben, in der er am 10. Februar 2018 in der Kolumnen-Reihe “Gedanken zum Wochenende” erschienen ist.

Der Jakobsweg zum Hören

Seit einigen Jahren hat mein Freund und Kollege Marcus Poschlod das Pilgern für sich entdeckt. Klar, dass er als Radiomann auch schon mal den einen oder anderen Moment auf seinen Jakobsweg-Trips nach Santiago de Compostela per Handymikrofon festgehalten hat: Begegnungen am Wegesrand und Pilgerherbergen voller Schnarcher zum Beispiel. Zurück zuhause entstand daraus ein ganzes Hörbuch, entspannt erzählte Notizen und Geschichten gemischt mit eben jenen Camino-O-Tönen. Eigentlich war das ganze „nur“ als Weihnachtsgeschenk für seine Freunde gedacht (ich Glückspilz war einer der Beschenkten). Doch inzwischen hat Marcus eingesehen, dass es enorm schade wäre, wenn ihm nicht auch der Rest der Welt beim Pilgern zuhören könnte.

Kurz und gut: das kann er nun. Marcus‘ Pilgererinnerungen gibt es jetzt als „richtiges“ Hörbuch und ich freue mich, dass ich im Hintergrund ein wenig zur Entstehung beitragen konnte. Das Ergebnis – besonders die wunderschöne CD-Edition mit extra Fotobooklet – könnt und solltet Ihr hier bestellen. Außerdem ist aus dem ganzen Projekt auch noch eine abendfüllende Bühnenshow entstanden. Diese hat am Mittwoch (31. Januar) im Leipziger Elsterartig Weltpremiere. Dringende Hingehempfehlung!

Zu Gast im Leipzig Fernsehen

Neulich war ich zu Gast in Tim Thoelkes Sendung „Tim im Turm“ bei Leipzig Fernsehen. Wir haben über meine neue CD geredet, aber auch übers Radiomachen, die katholische Kirche und meinen Hang zu Künstlern mit Achterbahnkarrieren … Die Sendung könnt Ihr jetzt im LF-Nachtprogramm sowie in der Mediathek des Senders anschauen.