Die Einheits-Nacht mit zwölfeinhalb

Es war der Abend des 2. Oktobers 1990. Damals war ich zwölf Jahre alt. Genauer: zwölfeinhalb, solche Details sind ja in dem Alter enorm wichtig. In meiner Heimatstadt Werdau lag Silvesterstimmung in der Luft. Es waren Böller zu hören, in den Kneipen wurde gefeiert. Alle warteten darauf, dass es endlich Mitternacht wird.

Ich durfte natürlich bis Mitternacht wach bleiben, und ich sah im Fernsehen die Bilder aus Berlin: Menschen, die sich – vor Freude weinend – in den Armen lagen, ein gigantisches Feuerwerk am Brandenburger Tor, die Politiker, wie sie alle sichtlich bewegt die Hymne sangen – die Nacht der Deutschen Einheit! Auch meine Eltern vorm Fernseher waren gerührt.

Ein Jahr zuvor hatte mich mein Vater mitgenommen zu einem dieser Friedensgebete mit anschließender Demonstration. Ich war zu jung, um ganz genau zu verstehen, worum es da ging. Was ich aber mit meinen elfeinhalb Jahren schon kapierte: das hier war wichtig. Freiheit, Gerechtigkeit, Demokratie, freie Wahlen – das waren keine leeren Begriffe, sondern schienen für die Großen ganz wichtige Dinge zu sein, die sie endlich wollten: für sich, für ihre Nachbarn, für alle Menschen in der DDR.

Welch spannendes Jahr folgte dann: plötzlich hatten wir samstags keine Schule mehr – eine Riesensache für einen Sechstklässler! Plötzlich gab es aber auch auf einmal die Note 6, und in der Kaufhalle stand jetzt Coca Cola im Regal. Die Erwachsenen beschäftigen ganz andere Dinge: die ersten freien Wahlen kamen – genau wie erste Sorgen um den Arbeitsplatz, die ersten unabhängigen Zeitungen, alles schien sich zu verändern, alles war im Umbruch.

Dann kamen der 3. Oktober 1990 und die Einheit. Bis heute sind meine Eltern voller Dankbarkeit, wenn sie sich an all das erinnern. Auch ich bin dankbar für dieses große Glück, diese wunderbare Fügung – Freiheit, Gerechtigkeit, Demokratie und freie Wahlen sind für mich, als inzwischen Zweiunddreißigeinhalbjährigen, Normalität und Alltag. Den Menschen, die damals auf die Straßen gegangen sind – und Gott – sei Dank.

Hinweis: Diesen Text habe ich für das Ressort „Religion und Gesellschaft“ der Leipziger Volkszeitung geschrieben, in der er heute in der Kolumnen-Reihe „Gedanken zum Wochenende“ erschienen ist.

Zum Ende des „Rheinischen Merkurs“

Als vor knapp neun Jahren von heute auf morgen „Die Woche“ eingestellt wurde – ich war begeisterter Abonnent dieser Wochenzeitung und mochte die unkonventionelle Art des Blattes – und mir statt „meiner“ Zeitung plötzlich der „Rheinische Merkur“ aus dem Briefkasten entgegenlachte, war ich entsetzt. Das sollte das Alternativaangebot für Ex-Woche-Leser sein? Der RM?? Offenbar hatte das Blatt aus Bonn die Adressdatei der „Woche“-Abonnenten erstanden und wollte jetzt so viele Leute wie möglich zum „Rheinischen Merkur“ konvertieren. Ich kannte den Merkur gut, nach der Wiedervereinigung verschenkte der Verlag (mithilfe spendenfreudiger Alt-Abonnenten aus dem Westen) massenweise Abos an ostdeutsche Familien und Kirchgemeinden. Und so kam ich schon als Teenager regelmäßig in den Genuss der Wochenzeitung – was sicherlich auch wesentlich zu meinem Entschluss beitrug, später doch lieber „Die Woche“ zu lesen , weil sie halt so anders war als der RM.

„Die Woche“ ist lange Geschichte, inzwischen bin ich seit Jahren Leser der „Zeit“ und habe mich nicht nur an sie gewöhnt, sondern mag sie sehr. Der „Rheinische Merkur“ spielte für mich kaum noch eine Rolle, es gab ihn halt, gelegentlich flatterte mal eine Testausgabe in unsere Redaktion. Vielleicht war ja genau das das große Problem der Wochenzeitung: sie hatte ohne Frage publizistisches Gewicht in Deutschland, als katholische, wertkonservative Stimme. Sie hatte bestimmt auch treue Leser. Nur eben kaum Käufer: in all den Jahren, die ich den RM bewußt mitbekommen und gelegentlich auch gelesen hatte, musste ich ihn mir nicht ein einziges Mal bezahlen, sondern bekam ihn stets hinterhergeworfen.

Jetzt haben die Gesellschafter, darunter maßgeblich die deutschen katholischen Bischöfe, dem RM in seiner bisherigen Form ein Ende gemacht – das Blatt verliert seine Eigenständigkeit, die Bestandsabonnenten bekommen künftig „Die Zeit“ mit einer sechsseitigen Beilage „Rheinischer Merkur – Christ und Welt“. Auch, wenn ich nie ein Fan oder regelmäßiger Leser war: ich finde es bedauerlich, dass der Merkur bald Geschichte ist. Angeblich war die Zeitung einigen Bischöfen zu liberal und ihnen deshalb ein Dorn im Auge. Offiziell begründet man die Einstellung bzw. die Umstrukturierung jedoch mit der fehlenden wirtschaftlichen Perspektive – so hat das Blatt wohl tiefrote Zahlen geschrieben und wurde von der Bischofskonferenz mit mehreren Millionen Euro pro Jahr bezuschusst.

Kam einigen Bischöfen die prekäre finanzelle Lage des Merkurs womöglich gelegen – um dem offenbar als zu „aufmüpfig“ empfundenen Treiben ein Ende zu machen? Wenn das tatsächlich stimmt – ich kann mich nur auf das berufen, was ich bei anderen zum Thema gelesen habe – dann wäre das Ende der Zeitung doppelt traurig.

Zum einen, weil ich es für wichtig halte, dass eine starke, klare und vor allen Dingen seriöse Stimme des konservativen katholischen Deutschlands existiert, auch wenn diese nicht meine eigene Meinung wiedergibt. Das würde die Kirche auch davor bewahren, dass zweifelhafte Fundamentalisten oder Hardliner zu „Lautsprechern“ in der Öffentlichkeit werden. Zum anderen, weil es mich in der Sorge bestärkt, dass meine Kirche in Sachen Öffentlichkeitsarbeit derzeit eher mauert, dichtmacht, schließt und ausschließt, statt Diskurs zu ermöglichen, Diskussionen mitzugestalten und Dialoge zu fördern.

Den Kollegen vom „Rheinischen Merkur“, die jetzt ohne Job dastehen, wünsche ich alles Gute und viel Erfolg beim Finden eines neuen Arbeitgebers. Denen, die die neue „Zeit“-Beilage gestalten, wünsche ich ebenfalls gutes Gelingen für diese sicherlich spannende Aufgabe. Unseren Bischöfen und meiner Kirche hier im Lande wünsche ich mehr Mut zur Debatte und zum Tragen (und manchmal auch Er-Tragen) von Mitchristen, die auch mal anderer Meinung sind.

Fistful Of Mercy – Fistful Of Mercy (2010)

Das ist fast zu viel auf einmal: Ben Harper UND Joseph Arthur UND Dhani Harrison sind Fistful Of Mercy. Das nenn‘ ich mal ’ne Supergroup. Die ersten Songs, die ich in den letzten Wochen so gehört habe, begeistern mich sehr. Am 5. Oktober erscheint das Album „As I Call You Down“, den bandnamengebenden Song „Fistful Of Mercy“ gibt’s schon jetzt als Gratis-Download. Und als Video:

siebenSACHEN vom 13. August 2010: ifp, Flut in Pakistan, Ocean Colour Scene, Social Media, The Felice Brothers, Google, The Open Hearts Society

– Ich schwanke zwischen Entsetzen, Verwunderung und Enttäuschung bei der jüngsten Personalie im ifp, der Katholischen Journalistenschule in München (bei der ich 2002/2003 eine ganz hervorragende PR-Ausbildung absolvieren durfte).

Ocean Colour Scene werden 21 Jahre alt – und veröffentlichen aus diesem Anlass im Oktober eine schicke 4-CD-Box mit allen Hits und 21 unveröffentlichten Aufnahmen.

– Ja, klar, Atomregime. Ja, sicher, Taliban. Und trotzdem: Millionen von Menschen in Pakistan brauchen nach der Flutkatastrophe Hilfe. Und bei vielen deutschen Hilfswerken kann man sicher sein, dass unsere Unterstützung bei den Richtigen ankommt. Deshalb die Bitte: gebt was, z.B. an das Bündnis Entwicklung hilft oder die Aktion Deutschland hilft.

– Sehenswert: Die Social Media-Landkarte, handgemalt und witzig – bei flowtown.com.

– Zufällig beim Rumsurfen entdeckt: die famosen Felice Brothers haben unlängst eine neue CD rausgebracht, neun ziemlich wunderbare Songs. Die CD heißt „Mixtape“, und man kann sie nur online erstehen, bei iTunes etwa – oder im Band-Store.

– Der Friedhof der Google-Produkte – ein wenig polemisch, aber interessant: hier entlang.

– …und weil der letzte Spin Doctors Sunday viel zu lange her ist, mach ich den nächsten eben jetzt… Eric Schenkman hat ein neues Projekt, die Open Heart Society. Album soll noch in diesem Jahr erscheinen, hier die erste musikalische und visuelle Kostprobe: One Place.

Like This!

siebenSACHEN vom 3. August 2010: Phish, Ben Sollee, RedSeven, Black Crowes, Die Bibel, Blues Traveler etc.

Neunetz.com dokumentiert den Aufstieg der Ein-Klick-Geste.

Ben Sollee und Daniel Martin Moore live beim Newport Folk Festival (aufgezeichnet von NPR):

Blues Traveler planen zum 25jährigen Bandjubiläum (2012) offenbar Großes: nächstes Jahr wollen sie ins Studio gehen und eine ganz spezielle 2-CD-Box aufnehmen.

– Warum Auge um Auge, Zahn um Zahn viel fortschrittlicher war, als heute alle denken, steht hier.

– Diesen Freitag erscheint das (vorläufige) Abschiedsgeschenk der Black Crowes: ihre wichtigsten Songs als Akustikversionen. Und ich freu mich schon drauf wie ein kleines Kind.

Red Seven Entertainment: Die Produktionsklitsche des Grauens.

– So muss Phish klingen für Menschen, die kein(en) Phish mögen:

Like This!

2zueins! – Diverse Bandneuigkeiten: Moritzbastei-Songslam, Squealer Rocks, Vulkan-Video

Ein paar Neuigkeiten rund um 2zueins! – in der vergangenen Woche habe ich unsere Band beim ersten Songslam in der altehrwürdigen Moritzbastei (genau genommen auf der altehrwürdigen Moritzbastei) verteten. Das war ein absolut unterhaltsamer Abend mit vielen alten und neuen Freunden, an dem ich es ins Halbfinale geschafft habe und an dem Christian Troitzsch verdient gewonnen hat. Viele Grüße auch an die anderen Mitstreiter, z.B. an den Reimteufel, Daniel Dexter, Eva Croissant, Julius Fischer und Tim Hespen! Die nächste Runde des Songslams in der MB wird wohl am 22. September steigen, und aus gut informierten Kreisen wird berichtet, dass dann mein 2zueins!-Kollege Heiko um die Gunst des Publikums buhlen wird.

Außerdem hat mich das tolle Rock und Metal-Fanzine Squealer Rocks aus NRW in Sachen 2zueins! interviewt – wir haben eine geschlagene Stunde lang geplaudert – übers Musikbusiness und Indie-Acts, über Lieblingsmusik und vieles mehr. Die Essenz des Gesprächs ist jetzt online – und zwar hier. „Squealer Rocks“ hat übrigens auch unsere aktuelle CD „Simsalaboom“ sehr gut gefallen – die Kritik findet sich hier.

Überhaupt, Kritiken… Wir haben in den letzten Wochen jede Menge Reviews zur EP bekommen, euphorische Besprechungen, wohlwollende Kritiken, und auch gnadenlose Verrisse. Eine Auswahl dessen werden wir in den kommenden Tagen mal zusammenstellen und veröffentlichen, dazu bei Gelegenheit mehr.

Und schließlich: mein Bandkollege Heiko war in einer Art Malrausch und hat unseren Song „Vulkan“ bebildert. Ich finde das Ergebnis sehr gelungen, und darf nur wenige Tage nach unserem Video zu „Leiden (Uh la la)“ hier den Cartoon zu unserem 2007er Song „Vulkan“ präsentieren:

Foto: Daniel beim Sommer-Songslam in der Moritzbastei Leipzig, Foto: Daniela Koerbel

Schuld und Sünde, Paradies und Privatradio

Auf den Tag genau zwölf Jahre ist es her, dass ich meinen Job als Redakteur für kirchliche Themen bei RADIO PSR in Leipzig angetreten habe – damals feierte der Sender seinen sechsten, heute logischerweise seinen 18. Geburtstag. Vieles hat sich über die Jahre verändert, weiterentwickelt, bewegt. Inzwischen arbeite ich für mehrere Programme, längst sind zu den kirchlichen Sendungen und Beiträgen jede Menge weitere Projekte hinzugekommen; „weltliche“ Aufgaben wie Texten, Konzipieren, Organisieren von Sendern, Sendungen und Formaten. Radio halt.

Aber kaum eines meiner Projekte hat es mir so angetan wie jene kleine Nischensendung, die ich gemeinsam mit meiner Kollegin Friederike Ursprung seit nunmehr fast acht Jahren jeden Sonntagabend machen darf: die „Themen, die Sachsen bewegen“. Wenn andere Tatort gucken, lassen wir mit und für die Pendler, Arbeiter, Nachtschwärmer oder Fernsehmuffel im Freistaat die Woche Revue passieren, blicken auf die wichtigsten Ereignisse aus Gesellschaft, Politik und – natürlich – Religion. Eine Spielwiese; mit Beiträgen um die drei Minuten und länger ein eher ungewöhnliches Format bei einem privaten Radiosender. Hin und wieder trauen wir uns aber auch ran an die ganz essentiellen Themen, die die Sachsen bewegen: Tod, Sterben, Schuld, Vergebung, Sünde, Erlösung – theologische Hammerbegriffe, die wir versuchen, greifbar, nahbar zu machen.

Das gelingt nicht immer, manchmal aber offenbar schon. Umso mehr freue ich mich, dass unsere kleine Sonntagabendinsel unlängst mit einem Preis versehen wurde: für zwei Schwerpunktsendungen, einmal zu „Schuld und Sünde“, einmal zum „Paradies“, haben wir den Hörfunkpreis Mitteldeutschland erhalten. Das ehrt uns sehr, und spornt natürlich an, weiterzumachen, besser zu werden, vielleicht noch mehr zu wagen. Denn auch nach zwölf Jahren bin ich überzeugt: Formatradio ist kein Schimpfwort, sondern kann für moderne, erwachsene, informative Unterhaltung stehen – und starke Botschaften transportieren.

Wer mal reinhören möchte in die „Themen, die Sachsen bewegen“: die Show läuft immer sonntags ab 20.00 Uhr beim sächsischen Sender RADIO PSR. Die von den Medienanstalten Mitteldeutschlands gewürdigte Ausgabe zu „Schuld und Sünde in unserer Zeit“ könnt Ihr Euch hier anhören:

siebenSACHEN vom 5. Juni 2010: Lena, Stefan Raab, Chris Barron, Joachim Gauck, JBL On Tour XTB, Blues Traveler, oslog.tv, Miami Horror etc.

Blues Traveler spielen bei ihrem traditionellen Red Rocks-Konzert in diesem Jahr ihr erstes Album von vorne bis hinten.

– „Bürgerlicher geht es kaum: Joachim Gauck wäre auch als Bundespräsidenten-Vorschlag der Koalition vorstellbar gewesen – doch gefragt haben ihn SPD und Grüne.“ (spiegel.de)

– Das neue Lieblingsgadget im Hause Heinze: die/der/das JBL On Tour XTB. Kleines Wunderding mit geilem Sound.

– Bitte beim nächsten Grimme Online Award berücksichtigen – und Danke an Lukas und Stefan für die fantastische Unterhaltung: oslog.tv

Der Mann hinter Lena: „Herkules oder Die Marke Raab“ (faz.net)

– Die großartige neue EP von Spin Doctors-Frontmann Chris Barron kann man jetzt kaufen: die „Songs From The Summer Of Sangria“ gibts via Nimbit bei Facebook.

– Ein Video für die Ewigkeit: Miami Horror – Sometimes

siebenSACHEN vom 16. April 2010: Blues Traveler, Katar, Kirche, Stern TV, HTC Desire, Widespread Panic u.a.

Blues Traveler haben ihre Website generalüberholt. Und wenn ich das richtig überschaue, kann man dort jetzt so ziemlich jeden Song streamen, den die Band jemals offiziell veröffentlicht hat.

– Ein Buch wird Wirklichkeit? Vor ein paar Jahren hab ich Paul Tordays unfaßbar gute Satire „Lachsfischen im Jemen“ gelesen. Jetzt will Katar mit Sachsen-Know-How Fische züchten – in der Wüste. Und im Ernst.

– Zwei Mal hr2 Der Tag in Bestform: „Wann, wenn nicht jetzt? Wo, wenn nicht hier? Die Zukunft der Kirchen“ (mp3) — „100 Jahre Odenwaldschule – Reformpädagogik am Ende?“ (mp3)

– Ich hab’s getan: mir unvernünftigerweise ein neues Handy zugelegt – das HTC Desire.

Widespread Panic verschenken zwei Songs ihres neuen Albums „Dirty Side Down“. Hier geht’s zum Download, hier der Titelsong zum Anhören:

– 20 Jahre Stern TV: Stefan Niggemeier hat Günther Jauch interviewt.

– …und schließlich: die vielleicht tollste Gitarrenspieltechnik der Welt.

Fernkurs Theologie: Basis für „lebenslanges Lernen“


Jahrgang 2008 beendet Aufbaustudium „Theologie im Fernkurs“ an Katholischer Akademie Magdeburg

Halle/Saale. Mit einem „Tag der Theologie“ in Halle ging für 19 Absolventen am 27. März 2010 ein Aufbaukurs Theologie an der Katholischen Akademie des Bistums Magdeburg zu Ende. Die Studierenden aus den Bistümern Magdeburg und Dresden-Meißen erhielten von Kursleiter Dr. Michael Paetz Teilnahmebescheinigungen für ihr zweijähriges Fernstudium – die Zeugnisse über Abschlussarbeiten und Prüfungen erhalten die Studenten in den kommenden Wochen von der Domschule Würzburg. Akademiedirektor Hans-Joachim Marchio würdigte die Leistungen der Kursteilnehmer, die sich freiwillig und parallel zu Familie und Beruf für den insgesamt fünfjährigen Ausbildungsgang entschieden haben: „Der Kurs bietet philosophische und theologische Reflexion, die einmünden soll in einen Mentalitäts- und Bewusstseinswandel: den Kirchenraum zu verlassen und öffentlich Zeugnis zu geben.“

Besonders erfreut zeigte sich Marchio über das ungebrochene Interesse an den Theologie-Ausbildungen, die von der Magdeburger Akademie in Zusammenarbeit mit der Domschule Würzburg angeboten werden. „Oftmals denke ich, wie schön wäre es, wenn das Durchschnittsalter unserer sonntäglichen Gottesdienstbesucher auch so gut wäre wie hier in den Kursen – Menschen aller Generationen!“ Derzeit befinden sich noch rund 30 Studierende im dreijährigen Grundkurs, der im Dezember mit mündlichen Prüfungen endet und im Januar 2011 in einen weiteren Aufbaukurs mündet. Der Start des inzwischen vierten Grundkurses ist für den 28. August 2010 anberaumt, wieder sollen Interessierte aus den Bistümern Magdeburg und Dresden-Meissen an den Konsultationsorten Halle, Magdeburg und Zwochau theologische Grundlagen vermittelt bekommen.

Für die Absolventen, die jetzt in Halle ihren Aufbaukurs beendet haben, müsse damit nicht zwangsläufig die Beschäftigung mit der Theologie enden, betonte Marchio: „Vom letzten Kurs sagte mir jemand, er habe fünf Jahre studiert – und was nun? Es müsse doch weitergehen! Dem kann ich entgegnen: es geht weiter, es ist ein lebenslanges Lernen – nicht zuletzt mit den zahlreichen Angeboten der katholischen Akademien.“ So wurde auch beim „Tag der Theologie“ in Halle nicht nur gefeiert, sondern Wissen vermittelt: in einem Festvortrag sprach Dr. Stefan G. Reichelt vom Institut für Kirchengeschichte der Universität Leipzig über die Märtyer des 20. Jahrhunderts und den Umgang der christlichen Konfessionen mit diesen modernen Glaubenszeugen.

Hintergrund: Diesen Artikel habe ich für die katholische Wochenzeitung „Tag des Herrn“ geschrieben, wo er in der Printausgabe vom 11. April 2010 erschienen ist. Ich bin selbst Teilnehmer eines solchen Fernkurses im Bistum Magdeburg. Links zum Thema: Tag des HerrnFernkurs TheologieKatholische Akademie Magdeburg.