Countdown für „die pastorale!“ in Magdeburg

Es sind die brennenden Fragen rund um kirchliches Leben in der ostdeutschen Diaspora, die die pastorale!-Fachmesse und -Ideenbörse vom 19. bis 22. September 2019 in Magdeburg aufgreifen wird: Was glaubt jemand, der nicht glaubt? Was können Christen von konfessionslosen Menschen lernen? Wie funktioniert Gemeinde in Großraum-Pfarreien mit immer weniger Priestern und Gläubigen? Welche Bedeutung haben Ehrenamtliche? Wie geht’s weiter bei Caritas, kirchlichen Schulen, Kitas, Einrichtungen und Diensten? Wie gehen wir als Kirche mit innerkirchlichen und gesellschaftlichen Spaltungen und Spannungen um? Welchen Beitrag leisten wir zur friedlichen, sozialen und ökologischen Gestaltung unserer Dörfer, Stadtteile und Landkreise?

Elf inspirierende Keynotes, mehr als siebzig Workshops – das ist ein ehrgeiziges Programm, das da in den letzten Monaten entstanden ist. Als Teil des Vorbereitungsteams unterstütze ich die pastorale! in Sachen Öffentlichkeitsarbeit, werde aber auch selbst moderierend, Workshops leitend und einen Abend auch musizierend – zusammen mit Tobias von Zwischenfall! – in Magdeburg dabei sein. Wenn Ihr also auch nur im Entferntesten was mit kirchlichem Leben in (Ost-)Deutschland zu tun habt, ehrenamtlich oder hauptberuflich, dann kommt nächsten Monat zur pastorale!, und wenn’s nur für einen oder zwei Tage ist! Noch bis Ende August könnt Ihr Euch hier sicher und einfach anmelden.

Mit dem Sofa durch Sachsen

Von Januar bis Mai dieses Jahres war ich zusammen mit der Katholischen Akademie im Bistum Dresden-Meißen als Moderator des SachsenSofas unterwegs im Freistaat. Die Idee: wir bringen die großen Namen und Themen aus Politik, Medien und Gesellschaft in die kleinsten Orte Sachsens, in Kommunen mit weniger als 5.000 Einwohnern. Also dorthin, wo solche Debatten sonst nicht stattfinden: mit Norbert Lammert ins Braunkohlegebiet südlich von Leipzig. Mit Wolfgang Bosbach ins Erzgebirge an die tschechische Grenze. Mit Barbara Hendricks ins Zwickauer Land. Es ging um Lobbyismus, Mobilität, Sicherheit, Migration – immer so nah wie möglich dran an den Themen, die die Menschen im jeweiligen Ort besonders beschäftigen.

In der aktuellen Ausgabe der ZEIT-Beilage Christ und Welt zieht Thomas Arnold, der Direktor der Katholischen Akademie unseres Bistums, eine erste SachsenSofa-Bilanz:

Vielleicht waren wir rechtzeitig, als wir mit dem „SachsenSofa“ die Debatten aus den großen Städten in die kleinen Kommunen des Landes geholt haben. Ein Sofa, mit dem Wappen des Freistaats bezogen, tourte zu Diskussionen durch die Regionen des Landes. Und es machte im letzten halben Jahr die Öffentlichkeit zum Wohnzimmer. Das „SachsenSofa“ war der Dialog über Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Von der Kirche. Ungewohnt für die Institution und ungewohnt für die Menschen. Es ging nicht um den Streit auf dem Sofa, sondern um den Austausch des Wissens und der Lebenserfahrung zwischen Ost und West, Alt und Jung sowie zwischen Stadt und Land. Eingeübter Dialogstil mit Lerneffekt für alle Seiten.

Den kompletten Artikel gibt’s jetzt auch auf ZEIT Online.

Du da im Radio

Mitte September steigt in Magdeburg eine kirchliche Konferenz namens die pastorale!, die ich in Sachen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und inhaltlicher Programmvorbereitung unterstützen darf. Ebenfalls mit im Boot ist der Tag des Herrn, die katholische Wochenzeitung im Bistum Dresden-Meißen. Die hat vor ein paar Wochen eine Sonderbeilage in Vorbereitung der pastorale! veröffentlicht, in der Dorothee Wanzek mich und meine kirchliche Radioarbeit porträtiert hat. Wer mag, kann die Beilage hier als pdf runterladen – ihr findet mich auf Seite 16.

Bunt und friedlich: Auch so geht Europa

LVZ-Kolumne Mai 2019

Zwei wichtige Europa-Ereignisse stehen bevor: zum einen die Europawahl. Hier in Deutschland wählen wir am Sonntag in einer Woche das neue Europäische Parlament. Nun kann man aktuell nicht gerade von Europa-Euphorie sprechen: Großbritannien steht kurz vor dem Brexit, in nahezu allen Ländern gibt’s nationalistische Bewegungen und Parteien, die Anti-Europa-Stimmung machen. Außerdem war die Beteiligung an Europawahlen noch nie besonders hoch.

Das andere Euro-Großevent steigt bereits am heutigen Abend*: das Finale des Eurovision Song Contest (ESC) in Tel Aviv! Nun rollen Sie bitte nicht gleich mit den Augen. Natürlich ist es gewagt, die seriösen, wichtigen Europawahlen mit einem knallig bunten Schlagerwettbewerb in einen Topf zu werfen. Doch ich mache das trotzdem!

Schon die Tatsache, dass die Macher des ESC das mit Europa geografisch nicht so ernst nehmen (Australien und Israel gehören halt dazu), ist mir sympathisch. Dann der Wettbewerb an sich. Es geht um Dreiminutenlieder und wie und von wem sie dargeboten werden. Alles ist möglich: da gibt’s alberne Balkan-Boygroups, transsexuelle Superstars, blonde Schönheiten mit im Windmaschinen-Sturm wallendem Haar und viele mehr. Ob schrill oder konventionell – der ESC ist ein friedlicher Wettbewerb, ein großes Vergnügen, ein schillerndes Beispiel für gelebte Toleranz und Vielfalt; über Kulturen, Religionen, Grenzen hinweg. Dieses wunderbar bunte Europa-Ding begeistert die ganze Welt: der ESC ist die größte Live-TV-Musikshow der Erde.

Was das eine nun mit dem anderen zu tun hat? Nun, ich wünsche mir mehr ESC-Gefühl, wenn es um das politische Europa geht! Dass wir uns öfter erinnern, welchen Schatz wir da haben: dieses Miteinander von einst verfeindeten Staaten. Diese Vielfalt an Kulturen, Ideen, Landschaften, Sprachen, Religionen – und die gemeinsame Sehnsucht nach Frieden und Gemeinschaft.

Bei allem, was man an diesem Europa kritisieren und verbessern kann: Für mich ist es eine Freude, ein Geschenk, ja, ein Segen, im geeinten Europa leben zu dürfen! Deshalb gehe ich selbstverständlich am 26. Mai zur Europawahl. Genauso selbstverständlich, wie ich mir heute Abend den herrlich albernen ESC anschaue!

* – Hinweis:
Diesen Text habe ich für die Leipziger Volkszeitung geschrieben, in der er am 18. Mai 2019 in der Kolumnen-Reihe “Gedanken zum Wochenende” erschienen ist.

Den “synodalen Weg” voll und ganz mitgehen

Katholikenrat Dresden-Meißen begrüßt neuen Gesprächsprozess zu Kirchenreformen

Plauen/V., 18.03.2019: “Der Katholikenrat des Bistums Dresden-Meißen wird sich beim von den Bischöfen angekündigten ‘synodalen Weg’ der Kirche in Deutschland voll und ganz einbringen und vernehmbar die Stimme des Kirchenvolkes in Sachsen und Ostthüringen erheben”, erklärte die Vorsitzende des Rates, Martina Breyer, bei der Frühjahrsvollversammlung des Gremiums am Samstag, 16. März, in Plauen. “Dazu gehört die Bereitschaft, an allen kommenden Gesprächen und Beratungen teilzunehmen, aber auch, regelmäßig bei Bischof Heinrich Timmerevers nachzuhaken und beharrlich auf die Missstände in unserer Kirche hinzuweisen.”

Die Frühjahrstagung des Katholikenrates stand spürbar unter dem Eindruck der zwei Tage zuvor in Lingen (Ems) zu Ende gegangenen Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz, bei der die Bischöfe einen “verbindlichen synodalen Weg” von Kirchenleitung und Kirchenvolk unter anderem zu den Themen Sexualmoral, klerikaler Machtmissbrauch und priesterliche Lebensformen angekündigt hatten.

Auch die bevorstehenden Europa- und Kommunalwahlen am 26. Mai beschäftigten die Vertreterinnen und Vertreter aus den Dekanaten und Verbänden des Bistums. So verabschiedete die Vollversammlung einstimmig einen Aufruf, sich an den Urnengängen aktiv zu beteiligen: “Als Christinnen und Christen wünschen wir uns ein Europa, das sich am Wohl aller Menschen orientiert und ihnen dient, ein Europa, in dem Freiheit und Frieden nach innen und außen gesichert sind”, heißt es in dem Aufruf. Mit Blick auf die Kommunalwahlen in Sachsen und Thüringen schreibt der Rat: “Kein anderer Urnengang hat derart unmittelbare Konsequenzen für das Leben am eigenen Ort. Jede einzelne Stimme zählt, um die Kandidatinnen und Kandidaten zu stärken, die sich für ein konstruktives, menschenwürdiges Miteinander in den Städten und Gemeinden einsetzen.”

In einem Impulsreferat erinnerte der Leiter des Katholischen Büros Sachsen, Diakon Dr. Daniel Frank, an die Wichtigkeit der Katholischen Soziallehre für die heutige Zeit: “Grundprinzipien wie Solidarität, Hilfe zur Selbsthilfe und Gemeinwohl sind aktueller denn je und müssen immer wieder neu verhandelt werden – zur Zeit bei Fragen der Digitalisierung, der sozialen Medien, der Industrialisierung 4.0 oder im Datenschutz.”

Außerdem standen die turnusgemäßen Wahlen von Einzelpersönlichkeiten aus dem Bistum in den Katholikenrat auf der Tagesordnung. Neu im Rat sind künftig Peter-Paul Straube (Bautzen), Cornelia Blattner (Leipzig) und Simone Hock (Zwickau), für vier Jahre wiedergewählt wurden Daniel Heinze (Leipzig), Marko Schiemann (Bautzen) und Edith Säuberlich (Dresden).

Der Katholikenrat im Bistum Dresden-Meißen (früher: Diözesanrat) ist die demokratisch gewählte und anerkannte Vertretung des Kirchenvolkes und repräsentiert die katholischen Frauen und Männer aus den Pfarreien, Verbänden und Initiativen Sachsens und Ostthüringens. Die nächste Vollversammlung des Gremiums ist für den 15. und 16. November 2019 in Schmochtitz geplant.

Disclosure:
Dieser Text ist von mir im Auftrag des Katholikenrates im Bistum Dresden-Meißen für verschiedene kirchliche Medien verfasst worden. Ich bin selbst Mitglied des Katholikenrates und unterstütze den Vorstand in Fragen der Öffentlichkeitsarbeit.

Fotos: Stephanie Hauk.

20 Jahre „Daheim“: s.m.h.-Album jetzt digital als Remaster erhältlich

1998, ein prägendes Jahr: im Sommer habe ich beim Radio angeheuert und sowas wie meine berufliche „Bestimmung“ gefunden. Und im Herbst ’98 musste ich ständig von Leipzig oder Werdau nach Hohenstein-Ernstthal pendeln. Denn dort entstand jenes Album, das ab heute erstmals digital und neu gemastert erhältlich ist – „Daheim“, das Album meiner damaligen Band s.m.h. Nach zwei mehr oder minder erfolgreichen DemoProduktionen, dutzenden und aberdutzenden Gigs überall im Raum Chemnitz, Zwickau, Vogtland hatten wir – fünf Schulfreunde aus der westsächsischen Provinz, die im örtlichen Jugendclub quasi zu einer Band zwangsverheiratet wurden – uns sowas wie eine eigene musikalische Identität aufgebaut. Uns ging es um Rockmusik, die groovt und tanzbar sein sollte, mit deutschen Texten. Die durften gern etwas verschwurbelt und nur nicht zu leicht dechiffrierbar sein – unsere Säulenheiligen hießen Nationalgalerie und Selig, Black Crowes und Lenny Kravitz.

Also mieteten wir uns wochenendenweise im F.O.E.N. Studio in Hohenstein-Ernstthal ein und nahmen auf – professionell angeleitet von Inhaber und Produzent Thomas Schäfer, an dessen Engelsgeduld mit uns hibbeligen Gradesonichtmehrteenagern ich mich besonders gern erinnere. Ziel war es, die im Sommer zuvor aufgenommenen Demos so effizient und gut wie möglich im Studio zu reproduzieren. Keine Gastmusiker, keine unnötigen Effekte oder Manierismen, nur „wir fünfe“ und unsere besten Songs. Anfang 1999 konnten wir das Ergebnis dieser Sessions in der ausverkauften Werdauer „Bruchbude“ der Weltöffentlichkeit präsentieren: „Daheim“ war da – und die Kräfte als Band schwanden. Zwar traten wir noch für ein gutes Jahr weiter auf (sogar in Berlin!) und schlugen uns die Wochenenden in Jugendclubs und Bierkneipen musizierend um die Ohren und ja, die CD verkaufte sich ganz ordentlich … Doch irgendwie war „die Luft raus“, Sachen wie Studium, Freundinnen oder Jobs verschoben unsere Prioritäten immer mehr, sodass s.m.h. irgendwann vorbei war, ohne, dass wir uns je bewusst aufgelöst hätten. Ein einmaliges Reunion-Konzert paar Jahre später, wiederum in Werdau, wiederum mit über 350 Gästen restlos ausverkauft, verdeutlichte uns nochmal, dass wir und unsere Musik offenbar einigen Leuten echt was bedeutet haben – ein schönes Gefühl, bis heute.

Fast forward ins Jahr 2018: zwanzig Jahre später mache ich immer noch hauptberuflich Radio und nebenbei, so oft es geht, Musik – heute mit meinen Freunden Heiko und Dirk in der Band 2zueins! und auch solo als Singer-/Songwriter. Dazu noch der 40. Geburtstag – klar, dass man da schon mal Rückschau hält und auch musikalisch Bilanz zieht. Es war mein Wunsch, die ersten beiden „richtigen“ Platten, an denen ich maßgeblich mitgeschrieben und -performt habe, digital verfügbar zu machen. Die 2003er Veröffentlichung „In der Zwischenzeit“ meines Projektes dunkelblau mit Matthi Frommann erschien daher im letzten Herbst, pünktlich zum 15jährigen Jubiläum. Jetzt, genau 20 Jahre nach Release, ist also auch „Daheim“ dran. Beide Machwerke hat marQs Plietsch im Authentic Audio Studio in Hof meisterlich und in liebevoller Kleinarbeit in die „klangliche Gegenwart“ katapultiert. Gerade das Album „Daheim“ klingt 2019 dadurch druckvoller und selbstbewusster denn je.

Als junge Band, die wir 1999 zweifelsohne waren, hadert man mit seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten. Das Album, so stolz es uns gemacht hat, gab unserer Meinung nach nie so ganz wieder, was wir musikalisch „sagen“ wollten. Schon ein paar Monate Abstand reichten, um zu denken: „Ach Mensch, das oder das hätten wir doch auch ganz anders machen, aufnehmen, arrangieren können …“ Höre ich mir jetzt, heute, im Februar 2019, das Remaster jener Platte aus dem letzten Jahrtausend (!) an, dann bin ich tief versöhnt und zufrieden mit dem Ergebnis und wirklich stolz darauf: doch, ja, das waren wir. Und genau so waren wir. Wir hatten „Sehnsucht nach Blues“, wussten „Wo es langgeht“, waren „Daheim“ in unserer Welt. Schön, dass es diese Erinnerungen ab heute überall zu hören gibt, wo online Musik gestreamt oder verkauft wird, zum Beispiel bei Spotify, YouTube Music, Apple Music, iTunes, Google Play, Amazon MP3. Ich wünsche viel Spaß damit. Und alles andere kommt später …

Mein 2018: Ein Fazit.

Wäre 2018 ein Lied, es wäre ein Uptempo-Hit mit merkwürdigem Beat und einer Hammer-Hook. London, Hamburg, Berlin, Eichstätt, Benediktbeuern, Frankfurt, München. Mein vierzigster Geburtstag; diese wunderbare Party. Stets willkommen in den Familien meiner Freunde, was für ein Segen. Schwedt. Ostritz. Borna. Madrid. Hersel. Leubnitz. Stuttgart. Rottweil. Seit zwanzig Jahren Radiomacher; nicht eine Woche war wie die andere. Rudolstadt. Rom. Gleich nochmal Rom. Dem Papst die Hand geschüttelt. Irre. Überhaupt: viel geerntet, Neues gesät. Tolle Konzerte gespielt, tolle Konzerte gesehen. Berlin. Schreiersgrün. Fraureuth. Trebbin. Fulda. Werdau, immer wieder Werdau. Leipzig, Zuhause seit zweiundzwanzig Jahren. Schönefeld, Gohlis, Eutritzsch, Stötteritz, Reudnitz. Viel gepodcastet. Idee für neues Musikprojekt geboren. Dreimal Gast in einer Talkshow, zweimal im Fernsehen. Mal wieder Trauzeuge. Zum ersten Mal mit Pfeil und Bogen geschossen. Wechselburg im Spätsommer, Wechselburg im Spätherbst. Schmochtitz. Trebsen. Dresden. Entspanntes Finale am Neckar. Freilich, es war nicht immer alles gut (diese Hitze! Und wo ist mein Geruchssinn hin, WTF??), das allermeiste aber eben doch. Ja, ein Ohrwurm mit genialem Groove und derbem Flow, dieses 2018. Was bleibt, sind tiefe Dankbarkeit und Demut.

Hier noch einmal meine Lieblings-Listen 2018 im Überblick:
Lieblingsalben 2018
Lieblingskonzerte 2018
Lieblingslieder 2018

Danke, werter Besucher, für’s Mitlesen, Dabeisein, Begleiten und Beobachten im Jahr 2018 – ich freue mich auf 2019 und viele neue Lieder, Bücher, Reisen, Eindrücke, Momente und Blogeinträge.

Ältere Jahresrückblicke:
2017 (Fazit, Alben, Konzerte, Lieder)
2016 (Fazit, Alben, Konzerte, Lieder)
2015 (Fazit, Alben, Konzerte, Lieder)
2014 (Fazit, Alben, Konzerte, Lieder)
2013 (Fazit, Alben, Konzerte, Lieder)
2012 (Fazit, Alben, Konzerte, Lieder)
2011 (Fazit, Alben, Konzerte, Lieder)
2010 (Fazit, Alben, Konzerte, Lieder)
2009
2008
2006
2005
2004

Mit Gott unter einem Dach leben?!

Die heutige Jugendvesper* ist überschrieben mit dem Bibelzitat „Der Schlussstein ist Christus Jesus selbst„. Die neue Übersetzung der Bibel von 2016 gibt die Stelle aus dem Epheserbrief so wieder: „Denn durch ihn haben wir beide in dem einen Geist Zugang zum Vater. Ihr seid also jetzt nicht mehr Fremde und ohne Bürgerrecht, sondern Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes. Ihr seid auf das Fundament der Apostel und Propheten gebaut; der Eckstein ist Christus Jesus selbst.

Statt „Schlussstein“ steht hier Eckstein. Gemeint ist aber dasselbe. Eck- oder Schlusssteine haben im Häuserbau nicht nur eine schmückende, sondern eine tragende Funktion: es sind glatte oder grob gehauene Steine, sie dienen der Kantenbefestigung an den Mauerecken. Um die Wikipedia zu zitieren: „Durch die wechselweise Überlagerung der Schmal- und Breitseiten und ihr größeres Gewicht stabilisieren sie das Mauerwerk.“

Jesus Christus ist also so ein Eckstein, Schlussstein – der das Mauerwerk, das Gebäude stabilisiert, zusammenhält. Und das Fundament dieses Gebäudes, die Grundlage also, sind die Apostel und Propheten. Das für mich Heftigste an dieser Bibelstelle: WIR – also auch jede und jeder hier in der Basilika Wechselburg – sind laut dieser Bibelstelle „Mitbürger der Heiligen“ und „Hausgenossen Gottes“. Und eben nicht mehr „Fremde“ und ohne „Bürgerrecht“.

In der Bibel steht das, um mich zu ermutigen. Das soll bei mir Freude auslösen: hurra, ich darf im Haus Gottes leben! Ich bin – ich muss es nochmal sagen – „Mitbürger der Heiligen“ und „Hausgenosse Gottes“. Ich lebe quasi in einer WG mit Gott und den Heiligen, wenn ich mich zu Jesus Christus bekenne.

Meine Fresse.
Bin ich überhaupt bereit, in so einem Haus zu wohnen? Weiterlesen „Mit Gott unter einem Dach leben?!“

Bewahrung der Schöpfung: Pflichtaufgabe für jeden Christen

Katholikenrat beschäftigt sich mit Umweltenzyklika des Papstes und plant bistumsweiten Aktionstag

SCHMOCHTITZ. Für einen bistumsweiten Intitativ- und Aktionstag zu “Laudato Si”, der Umweltenzyklika von Papst Franziskus, hat sich der Katholikenrat im Bistum Dresden-Meißen ausgesprochen. “Dieses wegweisende Schreiben zur Bewahrung der Schöpfung ist – wenngleich es so dringend ist – leider noch lange nicht in den Köpfen und Herzen aller Katholiken unseres Bistum angekommen,” erläutert die Ratsvorsitzende Martina Breyer. “Deshalb planen wir für Juni 2020 einen Tag für alle, die tiefer in ‘Laudato Si’ einsteigen wollen und sich ganz konkret in ihrer Gemeinde für mehr Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein stark machen.”

Die Herbstvollversammlung des Katholikenrates am letzten Oktoberwochenende im Bischof-Benno-Haus in Schmochtitz stellte den Auftakt für die Vorbereitungen dieses Bistumstages dar. Als Referent konnte Gregor Henckel-Donnersmarck gewonnen werden. Der Altabt des Zisterzienserstiftes Heiligenkreuz im Wienerwald (Niederösterreich), der vor seiner Zeit als Priestermönch Geschäftsführer eines Speditionsunternehmens war, verstand es, seine Begeisterung für die Enzyklika an die rund 35 Ratsmitglieder weiterzugeben: “‘Laudato Si’ steht klar in einer Reihe mit den anderen großen Schreiben der Päpste zu Themen der katholischen Soziallehre. Revolutionär ist diesmal, dass Franziskus Wirtschaft und Ökonomie in direkten Zusammenhang mit Ökologie, Klimawandel und soziale Fragen stellt. Der Papst ist dabei unmissverständlich: die Bewahrung der Schöpfung ist kein Kann, sondern ein Muss für jeden Christen.” In Kleingruppen tauschten die Frauen und Männer aus allen Teilen des Bistums daraufhin ihre ersten Ideen für die Ziele und Inhalte des Aktionstages aus.

Auch weitere aktuelle Fragen standen auf der Tagesordnung des Rates: so ging es in einer intensiven Diskussion mit Stephan von Spies, Justiziar und Präventionsbeauftragter des Bistums Dresden-Meißen, um die Aufarbeitung der hiesigen Fälle von sexuellem Missbrauch durch Geistliche und um die Auswirkungen der jüngst durch die Bischofskonferenz vorgestellten bundesweiten Studie zum gleichen Thema.

In ihrem Bericht des Vorstands mahnte die Vorsitzende Breyer eine konstruktive Gesprächs- und Debattenkultur an – innerhalb des Rates, aber auch innerhalb der sich im Wandel befindlichen Verantwortungsgemeinschaften und Neu-Gemeinden im Bistum: “Es braucht die Vielfalt der Sichtweisen in unseren Versammlungen, sie gehört ins Wort gehoben, ausgesprochen”, so Martina Breyer. “Wir stehen auf einem gemeinsamen starken Fundament. In unserer Verschiedenheit haben wir auch unterschiedliche Zugänge zu unserem Glauben und unserer Kirche. Das gilt es wertfrei festzustellen – hier gibt es kein besser oder schlechter, kein mehr oder weniger katholisch.”

Spürbar von gegenseitigem Respekt und Wohlwollen geprägt waren schließlich die zahlreichen Kleingruppen-Tischgespräche zu aktuellen Themen und Projekten im Bistum, die am Samstagnachmittag den Schlusspunkt der Herbstvollversammlung darstellten – ob am Tisch “Was ich schon immer mal dem Katholikenrats-Vorstand sagen wollte”, am Tisch der Katholischen Akademie des Bistums, an dem neue Reihen und Ideen für 2019 vorgestellt wurden, oder auch am Tisch von Engagiert-katholisch.de, dem Trägerverein für Ehrenamt im Bistum, wo Herausforderungen und Probleme Ehrenamtlicher diskutiert wurden.

Der Katholikenrat im Bistum Dresden-Meißen (früher: Diözesanrat) ist die demokratisch gewählte und anerkannte Vertretung des Kirchenvolkes und repräsentiert die katholischen Frauen und Männer aus den Pfarreien, Verbänden und Initiativen Sachsens und Ostthüringens. Die nächste Vollversammlung des Gremiums ist für den 16. März 2019 in Plauen/Vogtland geplant.

Disclosure:
Dieser Text ist von mir im Auftrag des Katholikenrates im Bistum Dresden-Meißen für verschiedene kirchliche Medien verfasst worden. Ich bin selbst Mitglied des Katholikenrates und unterstütze den Vorstand in Fragen der Öffentlichkeitsarbeit.

Fotos: Stephanie Hauk, Rafael Ledschbor.

Zu Gast bei „Talk am Dom“ in Fulda

Zweimal im Jahr lädt Klaus Depta ins Fuldaer Restaurant Ideal zum Talk am Dom, einer aufwendig produzierten Live-Talkshow, verantwortet von der Abteilung Rundfunkarbeit des Bistums Fulda. Fünf Gäste erzählen pro Show über „ihre Themen“ und zwischendurch gibt’s Livemusik. Das unterhält zum einen die etwa 140 Gäste vor Ort, aber auch die Zuschauerinnen und Zuschauer der Mediathek Hessen, im Offenen Kanal, bei BibelTV und bei Youtube.

In der Septemberausgabe war ich als Talk- und Musikgast dabei. Erst habe ich mit Klaus u.a. über meinen Beruf als „Sprachrohr der Kirche“ im gar nicht mal so kirchenbegeisterten Sachsen gesprochen, dann durfte ich im Laufe des Abends insgesamt vier Songs zum Besten geben. Vom Wünschewagen, der Sterbenden letzte Wünsche möglich macht, über die Pathologin, die dem Münsteraner Tatort-„Börne“ Profitipps gibt und den katholischen Bischof, der im evangelikalen Gottesdienst aus Versehen 45 Minuten lang predigte, bis hin zum Weltenbummler, der vier Jahre ohne Geld unterwegs war und auf der Reise sowohl Gott als auch die Liebe seines Lebens gefunden hat: die anderen Gäste hatten extrem spannende Sachen zu erzählen und ich hab mich auch nur einmal verspielt (dann aber dafür so richtig), sodass ich Euch das Anschauen der kompletten Sendung (ca. 2 Stunden) in der Mediathek Hessen oder auf YouTube guten Gewissens empfehlen kann.

PS: Hier noch ein Artikel über den Abend aus den „Osthessen News“, die die Ereignisse des Abends gut zusammenfasst und noch ein paar schöne Fotos mitliefert.