Den Kopf anders füttern

Für manche ist die Urlaubszeit die Zeit im Jahr, in der sie „mal so richtig abschalten“ wollen. Mal gar nichts machen, nix anschauen oder lesen, den Kopf einfach auf Durchzug schalten. Diese Idee von Urlaub ist mir persönlich ja ein wenig suspekt. Ähnlich wie Leute, die nach einer erfolgreichen Abschlussprüfung jubeln: Hurra, nie wieder lernen müssen! Ist es nicht toll, den eigenen Kopf auch nach Ausbildung, Schulzeit, Uni immer wieder neu mit frischem „Stoff“ zu füttern? Aber gut, da ist jeder anders.

Natürlich, Urlaub ist dafür da, auszuspannen, aus der Hektik des Alltags auszubrechen. Es ist auch vollkommen richtig, einfach mal nichts zu tun. Gleichzeitig ist diese Zeit jetzt im Sommer für mich aber immer auch die ideale Gelegenheit, um meinen Horizont zu erweitern: zu erkennen, wie groß, spannend und bunt die Welt, Gottes wunderbare Schöpfung, doch ist – und sie ein wenig besser kennenzulernen.

Das geht zum Beispiel durch Reisen – in diesem Jahr coronabedingt natürlich wesentlich eingeschränkter als sonst. Doch das geht eben auch durch Bücher, Filme, Podcasts. Ich kann eintauchen in mir bisher unbekannte Geschichten, Biografien, Zeiten. Ich habe Zeit für Neues und gönne mir neuen, anderen Input, der mir im Alltag sonst vielleicht nicht begegnet. Das ist für mich ein großer Segen in der Urlaubszeit.

Aber zum Glück gibt’s weder für das Ausspannen noch für das Dazulernen im Urlaub irgendeine Pflicht. Wie so oft gilt wohl: „Die Mischung macht’s!“ Allen, die gerade ihren Urlaub genießen, wünsche ich die für sie passende Mischung, damit es eine gute, gesegnete, erfüllte Zeit wird. Frohe Ferien!

* – Hinweis:
Diesen Text habe ich für die Leipziger Volkszeitung geschrieben, in der er am 1. August 2020 in der Kolumnen-Reihe “Gedanken zum Wochenende” erschienen ist.

Autor: Daniel Heinze

radio guy, pr consultant, traveller, music enthusiast: 2% jazz & 98% funky stuff.