Zwischen Himmelfahrt und Pfingsten: Mut zur Veränderung

Als Kind kam mir das schier unendlich vor: von Aschermittwoch bis Ostern? 40 Tage Fastenzeit! Von Ostern bis Christi Himmelfahrt? Noch einmal genau so lang, 40 Tage! Und am Pfingstsonntag ist Ostern fette 50 Tage her – unendlich viel Zeit … Sicher, als Erwachsener vergeht die Zeit gefühlt schneller. In diesem Jahr kommt es mir dank Corona aber so vor, als rase die Zeit erst recht! War nicht eben erst Anfang März?

Mitten in diese Zeitwahrnehmung fallen jetzt Christi Himmelfahrt und Pfingsten. Das eine Fest ist gerade vorbei, das andere steht in einer Woche an. Beide fühlen sich für mich in diesem Jahr besonders an. Da ist das Versprechen von Jesus, an das ich mich an Himmelfahrt erinnere: “Ihr seht mich vielleicht nicht, doch seid Euch sicher, ich bin immer bei Euch.” Pfingsten wiederum ist das Fest mit dem Heiligen Geist, der mich befähigt, “hinaus in die Welt” zu gehen, sie zum Guten hin zu verändern.

Zwei Stützen, die mir helfen, diese Corona-Zeit zu meistern. Diese unglaublich schnell fortschreitende Zeit, in der sich Nachrichten überschlagen, man genau prüfen muss, welcher Geist hinter welcher Botschaft steckt, man sich in Acht nehmen muss vor falschen Verführern und allzu einfachen Erklärungen.

Ich wünsche auch Ihnen diese zwei Stützen: die Himmelfahrts-Gewissheit, nicht allein durchs Leben zu gehen und alles immer alleine schultern zu müssen. Und das Pfingst-Geschenk des Heiligen Geistes: der mich befähigt, aktiv zu werden, die Welt zu verändern – mit klarem Verstand und in festem Glauben.

* – Hinweis:
Diesen Text habe ich für die Leipziger Volkszeitung geschrieben, in der er am 23. Mai 2020 in der Kolumnen-Reihe “Gedanken zum Wochenende” erschienen ist.

Autor: Daniel Heinze

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