Eels – Hombre Lobo (2009)

eelslobo

Er muss auf halber Strecke zwischen „Souljacker“ und „Shootenanny“ gekommen sein: der Moment, an dem ich begann, die Eels nicht mehr so richtig spannend zu finden. Ich habe für E gefreut, als „Blinking Lights“ vor vier Jahren von aller Welt in den Himmel gehoben wurde; und das war ja auch eine schöne Platte – nur konnte ich nie das opus magnum darin erkennen, das das Doppelalbum für andere offenbar darstellte. Das schreibt wohlgemerkt einer, der „Beautiful Freak“, „Electro-Shock Blues“ und vor allem „Daisies Of The Galaxy“ für brilliante Platten hält, letztere sogar für eine der besten, die jemals aufgenommen wurden.

Jetzt also Hombre Lobo und ich bleibe dabei: der gute E hat sich seit „Daisies…“ nicht wirklich weiterentwickelt, er bedient abwechselnd die Sanft-LoFi-Schrullig-Schön-Schiene und die Rotzig-Trotzig-Jetztabermallaut-Masche und fährt halt gut damit. Die neue CD ist gefällig, nett, und hat natürlich ein paar richtig gute Songs, sie ist aber leider auch durch und durch unüberraschend und vorhersehbar.

Mit Bedauern stelle ich fest, dass sich meine Liebe zu den Eels abgekühlt hat, es ist vielmehr eine kumpelige Freundschaft draus geworden: ja, ich kaufe Eels-Platten inzwischen eher aus alter, ehrlicher Verbundenheit heraus und vergangener Zeiten wegen, aber nicht mehr, weil ich mich wirklich auf die Musik freue. Womit die Eels aus meiner Perspektive tatsächlich was gemeinsam haben mit Mando Diao, Calexico und – ausgerechnet! – Lenny Kravitz.

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Autor: Daniel Heinze

radio guy, pr consultant, traveller, music enthusiast: 2% jazz & 98% funky stuff.

2 Kommentare zu „Eels – Hombre Lobo (2009)“

  1. Interessant. Dem Satz“sogar für eine der besten, die jemals aufgenommen wurden“ würde ich gern „Electro-Shock Blues“ voranstellen, während “Daisies…” zum Beispiel komplett an mir vorbeigegangen ist. „Souljacker” mochte ich wiederum sehr, vielleicht auch gerade wegen „Bus Stop Boxer“ und dem großartigen Cover. Mit „Hombre Lobo“ steige ich nun wieder in das Eelsuniversium ein. Für mich glitzert das gerade heller als andere vergleichbare Platten der letzten Zeit.

  2. „Electro-Shock Blues“ und „Daisies…“ sind grundverschieden, aber haben beide diesen seltsamen Zauber, mit dem mich die Eels damals so begeistert haben. Ich mag die scheinbar naive, spielerische Anmutung von „Daisies“ einfach noch ein kleines bißchen mehr als das doch sehr schwere ESB. „Souljacker“ hat mich ratlos gemacht, und seit „Shootenanny“ ist alles gut bis sehr gut, aber halt irgendwie egal… Verstehe das übrigens selber nicht so ganz, zumal die neue Platte theoretisch alles hat, was mir an den Eels gefällt. Ich hab aber das Gefühl, das alles schon tausendmal gehört zu haben – vielleicht isses einfach das.

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