Jason Mraz live in Leipzig (27. März 2009)

„What will happen to a face in the crowd when it finally gets too crowded,
What will happen to the origins of sound after all the sounds have sounded?“

Letztes Frühjahr in Berlin: ein frischer Jason Mraz und seine kleine Band geben in einem kleinen Club ein großartiges Konzert und hinterlassen eine begeisterte, glückliche Masse. Ich war Teil dieser Masse.

Letzten Herbst in Berlin: ein Jason Mraz, der eben den Sommerhit des Jahres abgeliefert hat, rockt mit großer Band und Bläsersatz Huxleys Neue Welt, das Publikum johlt. Ich fand’s okay, der durchgetourte Sommer hinterließ bei den Musikern aber deutliche Spuren.

Heute Abend in Leipzig: ein abwesend wirkender Jason Mraz und seine müde Combo spielen eine knappe Stunde vor einem halbvollen Saal, das Publikum johlt. Ich kann meine Enttäuschung über die lahme Vorstellung, die die Jungs da oben abliefern, nicht verhehlen: das war blutleer, Dienst nach Vorschrift, uninspiriert, nur in den Zugaben blitzte was auf vom Mraz’schen Genius, von seinem Showtalent und seinem Witz.

Mach mal Pause, Mraz.

Autor: Daniel Heinze

Hallo, hier schreibt Daniel. Ich lebe in Leipzig, mache Radio, PR und gelegentlich auch Musik - als eine Hälfte des Rockpop-Duos 2zueins.

3 Kommentare zu „Jason Mraz live in Leipzig (27. März 2009)“

  1. Puh, das erinnert mich irgendwie dran, dass es eigentlich ein Luxus ist, Musik „nur“ als Hobby zu machen (zu dürfen) und nicht als Job (zu müssen)… Im Büro mal eine schlechte performance abliefern, weil man einen schlechten Tag hat oder ausgebrannt ist: davon geht meine Welt nicht unter. Aber einer Bühne, einem Publikum und eben der Musik würde ich das nicht antun wollen.

  2. Hast völlig Recht. Bizarr ist nur, dass das Publikum natürlich trotzdem gefeiert hat, es „hat gereicht“ – das liest sich jetzt arroganter, als ich das meine. Es ist halt nur schade zu sehen, wenn man weiß, wozu der eigentlich im Stande ist. Hoffe, dass der Typ nicht ausbrennt. Vielleicht hatte er ja auch einfach nur einen schlechten Tag…

  3. Ich war mal bei Clueso (lustigerweise auch in Leipzig) beim Konzert und auch seltsamerweise bißchen entäuscht, wobei ich nicht mal sagen könnte warum. Musik war natürlich extraklasse und alles, aber irgendwie war das alles „zu routiniert“. (Kann auch mir gelegen haben, vielleicht zu hohe Erwartungen, weil ich den Clueso so toll finde,und nicht diese Art von „Bühnencoolness“ vom netten Thüringer von nebenan erwartet hätte, weiß nicht.)
    Hat jetzt auch gar nix mehr mit dem Thema zu tun, wollts nur mal erzählt haben.

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