Daniel Kehlmann – Ruhm (2009)

ruhmkehlmann

„Die Vermessung der Welt“ war ein Buch, das ich unterhaltsam fand, aber das mich nicht zu sonderlich großen Begeisterungsstürmen veranlaßt hat. Daniel Kehlmanns neues Werk Ruhm habe ich mir gekauft, weil in irgendeiner Besprechung stand, es sei ein Roman über Identität, Kommunikation und Literatur. Das hörte sich spannend an – und war es dann schließlich auch.

Diese zweihundert Seiten lasen sich weg wie nichts, und die Art, wie Kehlmann die Handlungen von neun Kurzgeschichten ineinander verzahnt, die ist schon raffiniert. Man liest von lebensmüden Sinnstiftern, ihrer Existenz beraubten Schauspielern oder paranoiden Schriftstellern und alle sind sie mehr oder weniger miteinander verbunden, mal im Geiste, in ihren Problemen und Zweifeln, mal ganz konkret, von Story zu Story springend. Und nie weiß man genau, wo das anfing oder wie das aufhört – ein Text mit angenehm viel Raum für eigene Deutungen, aber ohne übertriebene Bedeutungsschwere.

Kann sein, dass manche Charaktere zu überzeichnet wirken, mag sein, dass es manchen Stellen an Tiefe und Detailreichtum mangelt; bei der Lektüre habe ich mich gelegentlich amüsiert und war auch mehrmals verwundert, aber ich fühlte mich durchweg bestens unterhalten.

Autor: Daniel Heinze

radio guy, pr consultant, traveller, music enthusiast: 2% jazz & 98% funky stuff.

3 Kommentare zu „Daniel Kehlmann – Ruhm (2009)“

  1. Beide Bücher haben für sich genommen ihre Reize. Und für die „Vermessung“ hat er zurecht die (inter)nationale Aufmerksamkeit bekommen. MIt welcher Dreistigkeit er zwei historischen Figuren Leben, aber eben auch Macken einhaucht, finde ich genial.
    „Ruhm“ war auch gut – aber eben anders.

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