Weezer – Red Album (2008)

Was mir an Weezer gefällt, ist, dass sie schon lange nicht mehr jene geradezu kultisch verehrte Band aus den Neunzigern sind, die mit zwei Alben Musikgeschichte geschrieben hat und als unantastbar gilt. Seit dem „grünen Album“, dem Comeback von 2001, sind sie eine ganz normale Rockband. Eine sehr gute, wohlgemerkt. Ich verstehe bis heute nicht, warum „Maladroit“ und „Make Believe“, die letzten beiden Alben, als „Totalausfälle“ bezeichnet werden. Freilich, stilprägend und unerhört wie die ersten Weezer-Werke waren sie nicht, und auch das neue, „rote Album“, ist das keineswegs.

Aber Schrott geht trotzdem anders: diese selbstverständliche, hörbare Lust am Musikmachen, am Songschreiben, am Arrangieren, am gelegentlichen Übertreiben (The Greatest Man That Ever Lived) ist doch nicht zu überhören – Rivers Cuomo und Kollegen versuchen gar nicht, neue „Meilensteine“ herbeizuzwingen, sondern bringen stattdessen nach Lust und Laune einfach aller paar Jahre ’ne satte, unterhaltsame Platte raus. Wenn all die miesepetrigen Kritiker, die von Weezer jedesmal dummdreist erwarten, doch bitteschön mindestens ein neues „Pinkerton“ hinzulegen, das mal akzeptieren würden, dann hätten sie ja womöglich genau so viel Spaß am „Red Album“ wie ich.

Autor: Daniel Heinze

Hallo, hier schreibt Daniel. Ich lebe in Leipzig, mache Radio, PR und gelegentlich auch Musik - als eine Hälfte des Rockpop-Duos 2zueins.

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