Jonathan Littell – Die Wohlgesinnten (1)

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Seit drei Wochen quäle ich mich inzwischen durch den heftig diskutierten Roman „Die Wohlgesinnten“ von Jonathan Littell. Zugegeben, so richtig aufmerksam auf diese fiktive Biographie eines reuelosen SS-Offiziers bin ich erst durch die radikalen Verrisse geworden, die das Buch hierzulande bekommen hatte – und die so sehr im Gegensatz stehen zu den Lobeshymnen, die man in Frankreich auf Littells Buch gesungen hat. Quälen ist übrigens das richtige Wort und dennoch bereue ich bis jetzt keine einzige Seite (bin etwa auf Seite 800, also habe noch gut 600 Seiten vor mir). Mal ekelt mich das, was da geschildert wird, mal wundere ich mich über mich selbst, weil ich für diesen Offizier in wenigen Passagen sogar so etwas ähnliches wie Sympathie empfinde. Soviel kann ich jetzt schon mal sagen: dieses Buch als Gewaltpornographie abzutun, scheint mir verkehrt und unsachlich. „Die Wohlgesinnten“ fordern mich, mehr als mir lieb ist (rund um Ostern könnte man auch erbaulicheres oder leichteres lesen) – sie lassen mich aber auch nicht los. Fortsetzung folgt.

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Autor: Daniel Heinze

radio guy, pr consultant, traveller, music enthusiast: 2% jazz & 98% funky stuff.

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