Top 5 vom 4. Mai 2007: Neues im CD-Regal

Nachdem ich in den letzten Wochen hier so gar nix reingeschrieben habe, schnell mal eine Top 5 mit Alben, die mich in den letzten Monaten beschäftigt haben…

5 – Endless Highway – The music of The Band
Eigentlich gehen Tribute-Alben ja fast immer schief, und auch das hier ist eine recht zweischneidige Angelegenheit: übliche US-Musikszene-Verdächtige wie Guster, Bruce Hornsby, Jack Johnson, Widespread Panic oder auch Jakob Dylan interpretieren hier Songs von Bob Dylans langjähriger Backingband, die auch ohne Bob zu Ruhm und Ehre kam. Das ist insgesamt recht kurzweilig, manchmal etwas beliebig, musikalisch stets sehr hochwertig. Die Dichte der echten Höhepunkte lässt allerdings zu wünschen übrig, so richtig umhauen können mich nur Blues Traveler (Rag Mama Rag) und – ich kann’s selber kaum glauben – Death Cab For Cutie (Rockin‘ Chair).

4 – The Fratellis – Costello Music
War ein Geburtstagsgeschenk, und zwar ein echt gelungenes. Von den Fratellis hatte ich nur durch diverse Blogs und diese Apple-Werbung gehört, aber die Platte hat mehr zu bieten als nur „Flathead“. Die drei vermeintlichen Brüder liefern schön rotzige Popnummern, die im Ohr bleiben und was sonderbar Unmittelbares, Direktes haben. Super Platte, Danke nochmal fürs Schenken.

3 – Sinéad O’Connor – Theology
Was ich auf der Vorab-Version von Sinéads im Juni erscheinenden Doppelalbum hören durfte, ist wahrlich keine leichte Kost. Ein Album in zwei Versionen, eine fast nur mit Gesang und Akustikgitarren auskommende „Dublin“-Seite, eine mit verfremdeten Beats, lauten E-Gitarren und Chören aufgemotzte „London“-Seite. Letztere sagt mir auf Anhieb mehr zu, Sinéad singt zum ersten Mal seit 2000 wieder neue eigene Songs (meist Lieder, die auf alttestamentarischen Psalmen basieren). Obendrauf gibts eine Wahnsinnsversion von Curtis Mayfield’s „We People Who Are Darker Than Blue“ und, nun ja, sehr spezielle Interpretationen von „I Don’t Know How To Love Him“ (Webber) und „Rivers Of Babylon“ (ja genau. Aber mit zusätzlichen neuen Lyrics). Abgedroschen, stimmt hier aber wirklich: „Theology“ wächst mit jedem Hören. War ich letzte Woche noch überfordert, bin ich heute völlig verknallt, zumindest in die London-Version. Mehr zu der CD, wenn sie dann im Juni regulär im Handel ist.

2 – Bright Eyes – Cassadaga
Komisch, dass in der Blogosphäre so wenig über diese Platte geschrieben wurde. Wahrscheinlich sind Bright Eyes in Blogostan längst wieder völlig out und viel zu sehr Mainstream, als das man ihnen Beachtung schenken müsste / dürfte. Vielleicht hab ich die Blogs nicht aufmerksam genug verfolgt. Etwa seit „Lifted“ hör‘ ich mir gerne und genau an, was Conor Oberst und Freunde so machen. Und mit jeder Platte wuchs meine Begeisterung. Hätte ja selber kaum geglaubt, dass nach „Digital Ash“ so bald etwas Ebenbürtiges kommt, aber „Cassadaga“ ist tatsächlich toll geworden. Große Gesten, überschwängliche Arrangements, geile Songs. Ich mag die neue Bright Eyes sehr und kann sie nur wärmstens empfehlen.

1 – James Maddock – Strategies For Life EP
Aaron Comess, der Dummer der Spin Doctors, hat mir diese EP ans Herz gelegt, und trifft damit sehr genau meinen Geschmack. James Maddock ist gebürtiger Brite, lebt jetzt in den USA und schreibt und performt seit Jahren sehr schöne, einfache Songs, die sehr schnell zum Punkt kommen, eine angenehme Melancholie verbreiten und dennoch recht humorvoll sind – zartbitter, das ganze. Erinnert manchmal an David Gray und öfter an E von den Eels. Die sieben Songs gibts bei iTunes zum Download – das Geld ist gut angelegt, glaubt mir. Und dass Aaron – was für ein Zufall – auf einigen der Stücke auch noch trommelt, ist für Freaks wie mich zwar schön, aber dann doch nebensächlich. Die Songs sind toll und klasse dargeboten, und das zählt. James Maddock rules.

Ach so, natürlich gibt es da noch eine Platte, die mich in den letzten Wochen beschäftigt hat – die von 2zueins!, meiner Band, natürlich. Was soll ich sagen: sie ist so gut wie fertig, die erste „Single“ kommt in wenigen Tagen und das Album dann in ein paar Wochen. Bin stolz wie Bolle und kann den Tag der Veröffentlichung kaum erwarten. Mehr dazu in Kürze.

Autor: Daniel Heinze

Hallo, hier schreibt Daniel. Ich lebe in Leipzig, mache Radio, PR und gelegentlich auch Musik - als eine Hälfte des Rockpop-Duos 2zueins.

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