Salim Nourallah – Beautiful Noise (2006)

Wenn die viel zu routinierte Kopfhautmassage beim Haarewaschen im Bahnhofsfrisör das Zärtlichste ist, das Du seit längerem gespürt hast. Das „Bitte“ in „…die Fahrausweise, bitte!“ das Netteste, das jemand seit längerem zu Dir gesagt hast. Oder der Duft des Sonntagsbratens, der in der Wohneinheit unter Dir zubereitet wird, das Sinnlichste, das Du seit längerem gerochen hast. Dann könnte Beautiful Noise von Salim Nourallah Leben retten.

Zwölf Lieder eines Musikers aus Texas, die unaufdringlich, aber zielstrebig das Herz erobern. Assoziationen wie Nick Drake, Elliott Smith, Ocean Colour Scene, Eels, Josh Rouse oder auch Beatles könnte man herstellen. Muss man aber nicht, denn das hier ist durchaus eine Klasse für sich. „The World ist full of people who want to hurt you“, beobachtet Nourallah und singt’s, als wär’s ein Abzählreim für Kinder. „Never say never“, empfiehlt er. „There`s no guarantee on anything at all“, greint er im stärksten Stück dieses starken Dutzends. „Beautiful Noise“ ist ein gar nicht mal so schwermütiger Songzyklus, der Dir – allen Zweifeln zum Trotz – durch seine Unmittelbarkeit, Schönheit und lakonische Melancholie den Glauben an das halbwegs Gute im Menschen zurückgibt. Slowly, gently, softly. (9/10)

Salim bei Tapete Records
Salim bei MySpace (4 mp3-Downloads)
Salims Weblog

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