John Popper content II: The John Popper Project with DJ Logic (2006)

Es darf getanzt werden! Endlich ist es erschienen, das lange ersehnte Album vom John Popper Project with DJ Logic. Wer noch nichts davon gehört hat, dem sei hier in aller Kürze die Geschichte erzählt: Blues Traveler-Frontmann John Popper (Gesang, Mundharmonika) und sein Bandkollege Tad Kinchla (Bass) spielen seit ein paar Jahren immer mal wieder zum Zeitvertreib und als Ausgleich zum BT-Alltag äußerst tanzbare Improvisationsshows mit Marcus Bleeker (Mosaic, Drums) und DJ Logic (Turntables). Diese Shows sind inzwischen echt legendär, die Band verbindet DJing mit Jamband-Elementen, oft kommen Gäste vorbei und jammen einfach ein wenig mit.

Aber: trotz aller Freiheiten und der „Drauf-los“-Mentalität der vier Herrschaften, die unter dem Namen „John Popper Project“ auftreten, sind über die Jahre ein paar Standard-Jams entstanden, die sich zu Songs weiterentwicket haben. Und genau die haben Popper, Kinchla, Bleecker und Logic jetzt in ein paar wahrlich beseelten Studiosessions aufgenommen und auf eine möchtig coole CD gebannt. Meine Güte, dieses Album groovt. DJ und Drums, die völlig verrückten Harp-Soli von Popper, coole Hooks und jede Menge Spielwut zeichnen das Album aus. Wem die letzten BT-Alben zu „brav“ für eine Jamband waren, der wird hier seine helle Freude haben. Auch ist die Platte nicht so wirklich vergleichbar mit dem letzten Popper-„Solo“-Album „Zygote“, da hier doch deutlich mehr auf Improvisation und Tanzbarkeit wert gelegt wird als auf episches Songwriting.

Mehr als eine Stunde Party-Musik, die sich aber nie aufs dauergrinsende „Are you ready to party“-Level herab begibt. Jawoll, hier darf, soll und kann eigentlich nur getanzt werden. Dabei muss man aber weder auf clevere, bisweilen kritische Texte („Louisiana Sky“) noch auf musikalischen Feinsinn (Gov’t Mule-Chef Warren Haynes hat auch mitgespielt) oder popperschen Witz & Schärfe („As if Lucifer himself had lent the pen / I’m the kind to sign on the dotted line and I’ll worry ‚bout it then / You know I Do the best tha I can / I’m an educated man / But you just don’t know what the old boy is offering / Oh, everything…“) verzichten. Geile Platte.

Das letzte Wort hat John Popper selbst. Über die neue Platte sagte er: „Whether you want to fuck to it, eat to it, drink to it or smoke to it, I think it meets all that criteria. It’s good, cool, just fun music.“ (9/10)

Hörproben bei MySpace oder auf der Seite von Relix Records

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