Jack Johnson & Friends – (Sing-A-Longs and Lullabies for the film) Curious George (2006)

Mal wieder ein Gastbeitrag von Robby Rösner im dunkelblau Weblog – herzlichen Dank dafür. Wer mehr von Robby lesen möchte, kann das übrigens im Online-Magazin Lingua et Opinio tun!

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, heißt es. Ein Jack Johnson-Album hingegen schon. Und das in gewisser Regelmäßigkeit im Monat März. Mein erster meteorologisch verfrühter Sommeranfang kam mir im Jahre 2003 mit ?Brushfire Fairytales?. Mir ist bis heute unerklärlich, wie dieses Album ein geschlagenes Jahr an mir vorbei scheinen konnte. Ein allenfalls schwacher Trost ist da die Tatsache, dass der Rest Mitteleuropas noch ein weiteres Album (?On and On?) verschlafen musste, um von ?In between dreams? endlich aus dem Winterschlaf geweckt und erleuchtet zu werden. Das war dann 2005 ? natürlich wieder im März.

Den Blick auf den Kalender kann ich mir heute sparen, denn seit ein paar Tagen läuft bei mir die ?Neue? hoch und runter. Demnach ist trotz einiger unbedeutender Restfebruartage schon März, also Sommer. Und was gibt?s darüber zu berichten? Nun, zunächst nichts aufregend Neues, denn auch dieses Jahr gibt es wieder eine typische Johnson-Platte. Ebenso kurz wie bündig, entwickeln sich 13 wundervolle Schönwettersongs zu einer kleinen, aber feinen Hochdruckzone, der einzig der passende Name fehlt. Sing-A-Longs and Lullabies for the film Curious George ist einfach mal zu langatmig für solch kurzweiligen Inhalt, aber das ist nicht weiter tragisch. So richtig was zu mäkeln gibt?s auch bei Album Nummer vier nicht.

Dass Jack Johnson ein glückliches Händchen für bewegte Bilder und die dazu passende Musik hat, bewies er schon mit seinen selbst produzierten Surfer-Filmen ?Thicker than water? und ?September Sessions?. Für den Zeichentrick ?Curious George? hat der singende Surfer zwar nicht selbst zum Pinsel, dafür aber wieder beseelt in die Saiten gegriffen und bewiesen, dass seine Musik keine Altersgrenzen kennt. Ob nun sanft gezupft in den Schlaf gesungen oder von laut mitsingenden Kinderstimmen begleitet durch den Dschungel gegroovt wird ? dieses sonnengereifte Album schüttet Glückshormone aus, und zwar mit freundlicher Unterstützung mehr oder weniger bekannter Freunde.

Ben Harpers Reggea-Nummer ?With my own two hands? wird zur anrührenden, zweistimmig gesungenen Weltverbesserer-Ballade, während sich G. Love mit seiner markanten Harp im ?Jungle gym? austoben darf. Matt Costa ist weniger bekannt, spielt sich aber mit ?Lullaby? genauso in die Herzen der Hörerschaft wie die Gitarre von Kawika Kahiapo in ?Talk of the town?. Besonders interessant ist, dass Johnson die seinem Live-Publikum durchaus bekannte Coverversion von ?Three is a magic number? nutzt, um daraus die ?3 R´s? entstehen zu lassen, die für ?reduce, reuse, recycle? stehen.

Im Zeichen der Wiederverwertung scheint auch der Opener ?Upside down? zu stehen, der den wahren Insidern noch von den ?J.O.A.T.?- Demotapes bekannt sein dürfte.
Aus dem eher nachdenklichen Stück ?Who`s to say? ist eine sonnendurchflutete Gute-Laune-Nummer gereift, von der man sich gerne morgens wecken und zum mitsingen animieren lässt. ?The sharing song? ist zwar nicht so flott wie ?Everytime?, erinnert aber dank des rotzigen Pianosounds ungemein an die Tanzeinlagen aus dem Musikvideo von ?The Flames? und ist darüber hinaus ein weiterer Beweis dafür, dass sich Zach Gill – wie schon bei einigen Nummern auf ?In between dreams? – ausnehmend gut in das musikalische Gefüge johnsonscher Kompositionen einbringt.

Insgesamt ist die Vierte von Jack Johnson irgendwie noch ein bisschen melodiöser geworden als die vorherigen und erinnert an einigen Stellen gar an die späten Beatles, etwa bei ?people watching? oder dem Gänsehaut machenden Schlusssong (aber das ist Ansichts- oder besser: Anfühlsache). Doch im Grunde bleibt Johnson auch beim Soundtrack zu ?Curious George? seiner Linie weitestgehend treu. Wieder mal (und leider auch wieder mal nur) eine knappe dreiviertel Stunde Musik gewordener Unbeschwertheit. Songs, die ans Herz rühren und ins Blut gehen, und an denen man nicht vorbeikommt, wenn man so schnell wie möglich in den diesjährigen Sommer will. Jack und George, das ist Sonnenschein auf Knopfdruck. ?and this is how it´s supposed to be?? (8/10)

Autor: Daniel Heinze

Hallo, hier schreibt Daniel. Ich lebe in Leipzig, mache Radio, PR und gelegentlich auch Musik - als eine Hälfte des Rockpop-Duos 2zueins.

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