Maroon 5 live: Friday The 13th (DVD/CD, 2005)

2004 war ihr großes Jahr: mit „This Love“ schafften Maroon 5 auch hierzulande den Durchbruch. Insgesamt drei Jahre lang tourte die Band um Sänger Adam Levine mit den Liedern ihres Debütalbums „Songs About Jane“ (2003) durch anfangs so ziemlich jede US-Live-Kaschemme und später dann durch so ziemlich jedes US-Amphitheater und durch Clubs in der ganzen Welt. Zwei Nummer 1-Hits sollten die „Songs About Jane“ abwerfen, nämlich besagtes Stück „This Love“ und „She Will Be Loved“. Friday The 13th ist ein Ende letzten Jahres erschienenes Livealbum – der letzte Gig der 2005er Tour, und allem Anschein nach auch der letzte Gig rund um die „Songs About Jane“. Nach drei Jahren Dauer-Tour und Überraschungserfolg will sich die Band jetzt dem Schreiben neuen Songmaterials widmen und „erstmal“ eine Pause einlegen.

Die Show, die man auf diesem DVD/CD-Doppelpack sehen kann, ist… hmm… grundsolide. Das Songmaterial ist nach wie vor recht spannend, die Band ist bemerkenswert aufeinander eingespielt, hier sitzt jeder Ton, jede Note, jede Nuance. Genau das mindert aber auch das Sehvergnügen merklich – Maroon 5 gehen live absolut auf Nummer sicher und beglücken so die (vornehmlich weiblichen und minderjährigen) Fans vor Ort. Auf DVD jedoch mutet das alles ziemlich routiniert und bisweilen regelrecht müde an.

Wirklich toll dagegen ist das umfangreiche Bonusmaterial, das einige Interviews und „Making-Of“-Schnipsel enthält, aber auch 20 sensationelle Minuten aus den wirklich frühen Anfängen der Band. Damals hießen die Herrschaften noch „Kara’s Flowers“ und spielten sowas wie Grunge – Teenage Angst-Musik, die an Pearl Jam, Blind Melon und Soundgarden erinnert. Was man da sehen kann, sind wacklige Homevideo-Aufnahmen von vier heftigst pubertierenden 16- oder 17jährigen, die es durchaus verstehen, auf der Bühne eine intensive Performance hinzulegen. Sieht aus, klingt und mutet an wie 1993 oder 1994, soo viel später wird’s tatsächlich auch nicht gewesen sein. Wirklich nett von Maroon 5, solche „Schätze“ zu heben und diese irgendwie peinlichen, irgendwie aber auch sympathischen Momente mit den DVD-Käufern zu teilen.

Ja, nett. Dennoch (oder gerade deswegen) wirft diese Liveveröffentlichung mehr Fragen auf als ich dachte. Was folgt dem inzwischen über drei Jahre alten Hitalbum? Noch mehr Mainstream? Oder werden Maroon 5 etwas wagen? Und: Warum nur habe ich bei „Friday the 13th“ permanent das Gefühl, dass es sich hierbei bereits um den Schwanengesang der Band handelt? (5/10)

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Musik

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s