Ocean Colour Scene: Website renoviert

Ein kleiner Exkurs vorab…

Sanctuary Records scheint alles mögliche zu sein, nur kein gutes Plattenlabel. Mal ganz abgesehen von den finanziellen Schwierigkeiten, in denen die Sanctuary Group wohl schon seit einer ganzen Weile steckt, habe ich den Eindruck, dass sich die Herrschaften dort nicht so recht kümmern (wollen) um die Acts, die sie zuvor gesignt haben. Beispiel 1: Blues Traveler. Das 2003er Spitzenalbum „Truth Be Told“ erschien bei eben diesem Label, aber wurde absolut nicht promotet. Eine musikalisch köstliche, von der Aufmachung her aber halbherzige Live-CD wurde wenig später nachgeschoben. Aber dann: war Schluß. Unzufriedenheit auf beiden Seiten (Band und Label), kaum Verkäufe, aus.

Beispiel 2: Sinéad O’Connor. Die Irin kündigte im vergangenen Jahr ihr Comeback an, als Label fürs neue Album war ein US-Zweig des Sanctuary-Ladens im Gespräch. Ach was, alle Verträge waren angeblich unterschrieben. Aber nur wenige Wochen später war das alles wieder Geschichte – die Ansichten von Künstlerin und Label gingen auch hier kräftig auseinander, so die Überlieferung.

Das dritte Beispiel: Ocean Colour Scene. Auch sie waren eine zeitlang bei der Sanctuary Group und veröffentlichten dort ihr (musikalisch halbgares, aber das ist jetzt erstmal egal) 2005er-Album „A Hyperactive Workout For The Flying Squad“. Der geneigte Leser darf drei Mal raten… Genau, auch OCS sind nicht mehr bei Sanctuary. Und das ganze Kapitel mit der Firma muß für die Band so schmerzlich gewesen sein, dass sie es für nötig hielt, auf ihrer neuen Website an einigen Stellen auf „das unglückliche Jahr mit dem Record Label“ hinzuweisen.

Die generalüberholte Seite der Band kann sich sehen lassen: sie ist wesentlich benutzerfreundlicher als ihre Vorgängerversionen, enthält eine ansprechende und umfassende Bio- und Discographie und sieht tatsächlich einfach mal gut aus. Im Shop siehts derzeit noch mager aus, demnächst sollen aber digitale Downloads etc. folgen. Das schönste an der Seite sind aber die News: nach dem Sanctuary-Debakel nehmen OCS jetzt das Zepter selbst in die Hand, haben ein eigenes Label gegründet (Moseley Shoals Records, nach ihrem großen Erfolgsalbum benannt) und wollen in diesem Jahr eine Live-Acoustic-CD (Frühjahr) und ein neues Album rausbringen. Auf eigene Faust.

Zu dieser Entscheidung kann man OCS nur beglückwünschen. Bis es was Neues von den Briten zu hören gibt, lohnt sich auf alle Fälle erstmal ein Besuch auf der neuen OceanColourScene.com – und es gilt, Daumen zu drücken: damit die neuen Veröffentlichungen ungezwungener, authentischer und runder werden als das 2005er-Album und die Band in Eigenregie wieder zur „alten“, starken Form zurückfindet.

Autor: Daniel Heinze

Hallo, hier schreibt Daniel. Ich lebe in Leipzig, mache Radio, PR und gelegentlich auch Musik - als eine Hälfte des Rockpop-Duos 2zueins.

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