Top 10 2005. Platz 8: Sinéad O'Connor – Throw Down Your Arms

Sinéad O’Connor? Die Irin? Mit einem Roots- und Reggae-Album? Zugegeben, die Idee hört sich absolut schräg an. Wenn man aber das Schaffen der Sängerin besonders in den vergangenen zehn Jahren mal etwas genauer unter die Lupe nimmt, dann ist diese Entscheidung letztlich nur konsequent – immer wieder hat sie mit Reggae-Rhythmen experimentiert, immer häufiger auch mit echten Größen des Genres zusammengearbeitet. Throw Down Your Arms ist ein kleiner Geniestreich geworden: produziert von den Legenden Sly Dunbar und Robbie Shakespeare, aufgenommen auf Jamaica, mit einheimischen Musikern, veröffentlicht auf ihrem eigenen Label.

Sinéad nimmt die Musik, die sie hier performt, sehr ernst: sie will die Titel von Burning Spear, Peter Tosh, Bob Marley und Co nicht „verhunzen“ oder kopieren. Vielmehr geht es ihr um eine Hommage und um höchstmögliche Werktreue. Und gerade deshalb schafft sie es, dass Stücke wie „Downpressor Man“ und „Untold Stories“ zu ihren eigenen werden. Die in Europa erhältliche 2-CD-Version setzt dem ohnehin gelungenen Projekt „Throw Down Your Arms“ schließlich die Krone auf: die zweite CD enthält das komplette Album in einer Dub-Version. Diese fast noch stärkere Version lässt den Hörer eintauchen in eine bislang nicht für möglich gehaltene Zwischenwelt: die gleichen Songs, die gleiche Stimme, aber mit noch mehr Brüchen, Freiräumen, kleinen großen Momenten. Ob als Dub oder pur: „Throw Down Your Arms“ ist Sinéad O’Connors beste Veröffentlichung seit ihrem 1994er-Album „Universal Mother“. Go, Sister Sinéad!

Autor: Daniel Heinze

Hallo, hier schreibt Daniel. Ich lebe in Leipzig, mache Radio, PR und gelegentlich auch Musik - als eine Hälfte des Rockpop-Duos 2zueins.

1 Kommentar zu „Top 10 2005. Platz 8: Sinéad O'Connor – Throw Down Your Arms“

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