NP: Marc Broussard – Bootleg To Benefit The Victims Of Hurricane Katrina

Ziemlich genau ein Jahr ist es her, dass ich hier im dunkelblau Weblog Loblieder auf Marc Broussards erstes Majoralbum „Carencro“ sang. Bis heute bin ich sehr angetan von dieser gelungenen Pop-Soul-Rock-Mischung des jungen Mannes aus Louisiana, wenn auch vielleicht die Begeisterungsstürme der ersten Tage und Monate ein wenig nachgelassen haben.

Louisiana ist das Stichwort. Zwei Tage, nachdem der Hurrikan Katrina große Teile seines Heimatstaates zerstörte, kehrten Marc und seine Band von einer längeren Tour zurück nach Hause. Gottlob waren Freunde & Familien der Bandmitglieder wohlauf, trotzdem wollten Broussard und seine Mannen helfen, nach der Naturkatastrophe allmählich wieder so etwas wie „Alltag“ und normales Leben entstehen zu lassen. Der „Momentary Setback Fund“ entstand, benannt nach Marcs erstem Album. Mit dem Geld, das über diesen Fund zusammenkommen soll, will der Sänger lokale Hilfswerke unterstützen, die beim Wiederaufbau nach Katrina tätig sind.

Eine Charity-Maßnahme ist das Bootleg To Benefit The Victims Of Hurricane Katrina. Sperriger Titel, aber dahinter verbirgt sich eine feine Live-EP mit fünf Tracks und knapp 38 Minuten Spielzeit. Los gehts (naheliegenderweise) mit einer geradezu brachial rockenden Version von „Home“ (…straight from the water…), es folgen drei Stücke aus dem „Momentary Setback“-Repertoire und am Schluß steht eine beseelte Version der „Carencro“-Ballade „Let Me Leave“. Schnell wird klar: live ist Broussard wesentlich erdiger, direkter als auf dem mitunter doch merklich auf Pop gebügelten „Carencro“-Album. Highlights sind das bluesige „My God“ und das viel zu frühe Finale „Let Me Leave“.

Zwei Wermutstropfen gibts denn doch bei dieser Spontan-Veröffentlichung: zum einen ist sie viel zu kurz, ein „richtiges“ Livealbum wäre schön gewesen. Was aber noch gemeiner ist, sind die überpiepsten „shits“ und „fucks“ bei „Just Like That“. Tja, aber das ist wohl Amerika – auf einer Charityplatte darf man offensichtlich nicht fluchen.

Egal – das „Bootleg“ ist klasse, erfüllt einen guten Zweck und schürt nicht zuletzt den Wunsch danach, hoffentlich bald wieder mehr zu hören von diesem jungen Herrn mit der Wahnsinnsstimme. (7/10)

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