NP: Calexico – The Black Light (1998)

Sonne und Wolken haben sich den ganzen Tag lang spannende Duelle geliefert – wie ein früher Aprilmoment mutet dieser Mittemaimittwochnachmittag an. Doch nun scheint es, als zögen die Wolken für heute endgültig den kürzeren und somit davon. Eine angenehm frühlingshafte Vorabendsonne flutet das Zimmer mit Licht, tänzelt und scherzt mit dem Saftgelb der Wände und läßt den Betrachter glauben, alles sei so, wie es sein muss. Die Glocken der Kirchen der Stadt läuten um die Wette, als gelte es, auch den letzten Arbeitenden davon zu überzeugen, dass nun Feierabend ist. Selbst die sonst immer so mißtrauische Katze im Hinterhof scheint mit der Welt ihren Frieden gemacht zu haben und flätzt sich satt auf den von der Sonne zaghaft aufgeheizten Pflastersteinen.

Ich trete auf meinen Balkon, der sanftdreiste Wind nimmt die kleine Rauchwolke, die aus meinem Mund kommt, gastfreundlich auf und davon. Ich höre zum ersten Mal seit Jahren Calexicos „The Black Light“ und ruhe in mir selbst. Da ist nichts, was Dich aufregen müsste. Nichts, was Dich davon abhielte, die zaghafte Sonne in vollen Zügen zu genießen. Nichts, was zuviel wäre. Nichts, was in der Lage wäre, Dir diesen kleinen perfekten Moment zu zerstören. Ist das noch das frühlingslaue Leipzig-Eutritzsch oder schon das wüstenheiße Tuscon, Arizona?

Ach, auch egal.

Autor: Daniel Heinze

Hallo, hier schreibt Daniel. Ich lebe in Leipzig, mache Radio, PR und gelegentlich auch Musik - als eine Hälfte des Rockpop-Duos 2zueins.

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