NP: Blind Melon – Soup (1995)

Zeit, mal wieder einen absoluten Lieblingsklassiker aus meiner Sammlung hervorzukramen: „Soup“ war das unbeschreiblich schöne, zeit- und schwerelose zweite Album der Band Blind Melon. Die hatten 1994 (1993? Ich bin mir gerade nicht mehr sicher) einen Riesenhit mit „No Rain“ (das berühmte Video mit dem pummeligen, als kleine Biene verkleideten Mädchen) und waren berühmt für ihre exzessiven Shows.

Der viel beschworene Druck des zweiten Albums lastete schwer auf der Band, aber sie meisterten die Aufgabe mit Bravour – „Soup“, liebevoll produziert von Andy Wallace, ist eine CD wie aus einem Guß, bietet leidenschaftlichen und pointierten Rock, erlaubt sich Ausflüge in Richtung Folk und Funk und wird zusammengehalten von der magischen, mitunter an Ozzy Osbourne in jungen Jahren gemahnenden Stimme von Shannon Hoon.
Vom schrulligen ersten Song „Galaxy“ bis hin zum zum verzweifeln bittersüßen „Mouthful Of Cavities“ und zu „Lemonade“ scheint hier einfach alles zu stimmen. Und auch geschlagene zehn Jahre nach Veröffentlichung klingt das alles noch erstaunlich frisch und zeitgemäß.

Es ist wirklich eine Schande, dass es Blind Melon nicht mehr gibt – nur wenige Wochen nach Veröffentlichung von „Soup“ fand man Sänger Hoon tot auf, er starb an einer Überdosis Heroin. Der begnadete, aber zerrissene und offensichtlich verzweifelte Sänger hinterläßt im wahren Leben eine Tochter namens Nico, in der Musikwelt zwei ganz zauberhafte Alben mit seiner Band (besonders dieses hier) sowie in meinem Leben viele herrliche Erinnerungen ans Erwachsen(er)werden.

Na toll, da wollte ich einfach nur mal wieder eine meiner ewigen Lieblingsplatten hören, und jetzt hab ich auf einmal wieder feuchte Augen: When will I realize that this skin I’m in, hey, it isn’t mine…

2 Kommentare

Eingeordnet unter Musik

2 Antworten zu “NP: Blind Melon – Soup (1995)

  1. Candango

    Yes!! Geile CD! Kann mich erinnern, wie die Musikpresse damals gespalten war – einige (ME/Sounds) priesen die CD zurecht, ganz viele schrieben Soup aber in Grund und Boden. Aber Du hast Recht – ein wirklich schönes und geiles Album!!!! Dirk

  2. Daniel

    …when will the thrill be to much…

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