Zum Tod des Papstes

Gestern abend ist „der Papst“ gestorben. Ich setze den Papst deshalb in Anführungszeichen, weil ich (Geburtsjahr 1978) gar keinen anderen als Johannes Paul II. bewußt kenne. Insofern spielte bis gestern sein Name gar keine so große Rolle, er war halt „der Papst“. Es ist ein wirklich seltsames Gefühl, jetzt ohne diese große, mutige und sicher auch streitbare Person zu sein. Andererseits ist es ermutigend und stärkend, all die Christen in Rom und überall auf der Welt zu erleben, zu sehen, wie sie beten und ehrlich um JP2 trauern.

Gestern abend habe ich etwa 30 Minuten nach Bekanntgabe des Papsttodes mit dem Bischof meines Bistums telefonieren und ihm in einem improvisierten Interview einige Fragen stellen können. Wirklich berührt hat mich, mit wieviel Dankbarkeit und Wärme er über Johannes Paul II. sprach:

„Er war wirklich Mensch und er war wirklich auch Bruder. Man hatte nicht den Eindruck, dass man bei einer großen Authorität sein musste, wenn man ihm begegnet ist. Nein, er wollte jedem nahe sein und hatte eine so liebenswürdige Weise, anderen zu begegnen, dass es immer eine Wohltat gewesen ist.“

Schon seltsam, wenn da auf einmal in einem Radiointerview die eigene Stimme und die deines Bischofs brüchig wird…

So viel man vielleicht mit manchen Positionen oder Aussagen Karol Wojtylas gehadert haben mag, eines ist gewiß (und das schreibe ich nicht, weil sich das für Katholiken gehört, sondern weil ich es wirklich so meine): hier ist ganz ohne Zweifel ein großartiger Geistlicher und Kirchenführer gegangen. Möge „der Papst“ in Frieden ruhen.

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Autor: Daniel Heinze

radio guy, pr consultant, traveller, music enthusiast: 2% jazz & 98% funky stuff.

1 Kommentar zu „Zum Tod des Papstes“

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