Mixtape 7: Das erste Tape des Jahres

Hab lange kein Mixtape mehr gebastelt, aber am vergangenen Wochenende war’s mal wieder soweit. Hier sind 18 Songs, die mich im Januar mächtig bewegt, erfreut, beruhigt oder oft auch glücklich gemacht haben…

01 Marc Broussard – The Wanderer
Da geht die Sonne auf – Marc Broussard strummt seine guitar, und ich sweetheart tanze dazu. Unglaublich, wie die Stimme eines gerade mal Einundzwanzigjährigen so fesseln und berühren kann… I’m a wanderer I have no place or time…

02 Josh Rouse – Comeback
Dieser Mann fesselt mich einfach – Josh ist, weiß Gott, kein übermäßig begnadeter Sänger. Aber er singt seine Songs derartig hingebungvoll, dass einem schlecht wird vor Neid: so viel Coolness und so viel Hingabe auf einmal, das macht ihm so leicht keiner nach. Ich bin sehr gespannt auf sein neues Album „Nashville“ (kommt ja bald), immerhin hat er einen nicht ganz unwichtigen Titel zu verteidigen: „bestes Ichmachwasichwillundschönwennseuchgefälltalbumdesjahres“.

03 Tele – Wunder in Briefen
Okay, sie klingen hier und da geradezu schrecklich nach NDW und den Achtzigern. Aber mehrheitlich klingt diese famose Band nach Soul, nach Funk, nach Rhythmus und Groove: „jeder Satz bleibt denkbar allein, allein. Und dabei werden ständig Wunder in Briefen verschickt.“ Meine Güte – deutsche Texte und seelenvolle Arrangements – es geht doch – wirklich!

04 Damien Dempsey – Negative Vibes
Bisher durfte ich diesen Herren vier Mal live sehen – und jedes Mal war ich geradezu weggeblasen von seiner Intensität, Leidenschaft und Hingabe. Das hier ist mit Abstand Irlands interessantester Songwriter. „Negative Vibes“, dieser unfassbare Hybrid aus Irish Folk, Dub und Roots Reaggae, ist der Opener seines zweiten Albums „Seize The Day“. Und die godess of song liefert den sensationellen Hintergrundgesang. Was für eine Aufnahme! „I’m never going to let your negative voice and comments get through my psyche and cripple me…“ Jawoll!

05 Dave Matthews – Up And Away
Ein Song aus Dave Matthews‘ 2003er Soloalbum. Eine musikalische Reminiszenz an Bob Marley und all die großen Künstler der Reaggae-Szene. Und gleichzeitig ein wirklich typischer Matthews-Song: klare Hookline, ein ums Zwischenmenschliche kreisender Text und obendrauf ein bestechend klares und hingebungsvolles Arrangement.

06 Steve Mayone – Wanted Man
Steve Mayone war für mich eine DER Überraschungen des Jahres 2004. Der Bostoner Musiker hat mit „Bedroom Rockstar“ ein selbstfinanziertes und in Eigenregie aufgenommenes Album produziert, das einfach über jeden Zweifel erhaben ist. Grandiose Melodien, famose Texte und geradezu unbeschreiblich gute Arrangements: „Bedroom Rockstar“ war für mich das „heimliche beste Album 2004“.

07 Paul Dimmer Band – So wie es ist
Was auch immer die Herren Dimmer gerade tun (ihre Homepage wird jedenfalls seit geraumer Zeit kaum aktualisiert), die Musik dieser Band ist in Deutschland wirklich einzigartig. Man nehme Lambchop und mische sie mit den lichten Momenten der (von Zeit zu Zeit großartigen, prinzipiell aber überschätzten) Radiohead und gewähre der Band genügend Freiraum, um IHR Ding durchzuziehen. Und dann noch ein paar in Sachen Poesie und Wärme nur schwer einholbare Texte, und fertig ist der perfekte PDB-Song. „Im kleinen Kreis“, das 2003er Album der Band, gehört zweifelsohne zum besten, was in der letzten Zeit in Sachen „Musik von hier“ veröffentlicht wurde.

08 Seth Winters – Sad Like Me
Wenn ich nicht ganz falsch liege, erinnere ich mich beim Namen Seth Winters nur allzugern an Spin-Doctors-inspirierte Jam Sessions Mitte der Neunziger, in denen ein minderjähriger Jungspund zeigen durfte, was er an der Gitarre so alles kann. Inzwischen macht der Knabe eigene Songs und glänzt nicht nur durch gelunghenes Gitarrenspiel, sondern auch, und das ist ja wohl nach wie vor das Wichtigste überhaupt, durch interessantes Songwriting.

09 Blues Traveler – Escaping
Ich kann nicht anders, als regelmäßig darauf hinzuweisen, dass diese Band eine der besten Jambands aller Zeiten ist. Die Studioversion von „Escaping“ stammt aus Zeiten, in denen Bobby Sheehan (Bass) noch lebte und ein integraler Bestandteil dieser Band war. „Escaping“ stammt von der EP zur Hitsingle „Run around“ und gehört zum besten, was je von einer Jamband aufgenommen wurde. Und nein, in diesem Punkt lasse ich nicht mit mir streiten.

10 Howie Day – This Time Around
Verstehe, wer will, warum dieser Song nicht ganz regulär, sondern „nur“ als Bonus Track auf der „Stop All The World Now“-Special Edition veröffentlicht wurde. Das ist ein in jeder Hinsicht amtlicher und schöner Howie Day-Song…

11 Daniel Heinze – Die Sonne ist schon da
Geradezu vermessen, mich neben einen so großen Helden wie neben Howie zu stellen. Aber in all seiner Unfertigkeit, Unperfektion und Leidenschaftlichkeit passt dieser Daniel-Song doch irgendwie auf dieses Mixtape.

12 Ben Harper – When She Believes
Ich habe kaum Worte, um die Intensität und Wärme dieses Songs zu beschreiben. Die hier verwendete Liveversion des „Diamons On The Inside“-Albumtracks ist schlicht und einfach: fantastisch.

13 Gene – You’ll Never Walk Again
Jaaa, Morrissey ist toll. Und das Original und so. Aber ganz egal, wie oft noch die Presse den Smiths-Sänger in den Himmel schreiben mag: Gene haben damals ganz genau zugehört, aber daraus ihr eigenes Handwerk gelernt und so eine respektable Reihe von verehrungswürdigen Platten hinterlassen. „You’ll never…“ ist der Closer des leider viel zu unterschätzten Album „Revelations“.

14 Niels Frevert – Du kannst mir nicht gehören
Nein, keine Diskussionen. Dieser Mann ist und bleibt das beste, was der deutschen Rockmusik je passieren konnte. Hört doch weiter Eure Westernhagens und Englers. Aber wenn Ihr wissen wollt, wie scharfsinnig, emotional und herzlich Rockmusik aus Deutschland tatsächlich sein kann, dann vergesst all diesen Humbug und kauft Euch Alben der Nationalgalerie und von Niels Frevert!

15 Joan Osbourne – Love is Alive
Genau, DIE Joan Osbourne. Die mit „One Of Us“. Die hat mit „Righteous Love“ vor ein paar Jahren eine Platte veröffentlicht, die einfach nur mutig und cool war. Und „Love Is Alive“ gehört zu den funkiesten und dennoch elegantesten Songs, die in den letzten Jahren auf Band gebannt wurden.

16 Dziuks Küche – Nett (sind sie alle)
Wie? In Deutschland gibts keine innovativen Songwriter? Ach, Quatsch!! Da gibt es zum Beispiel Danny Dziuk. Der Mann schreibt einen grandiosen Song nach dem nächsten und bekommt leider nicht den Ruhm, der ihm eigentlich zustünde. Ein Song aus seinem 2001er Meisterwerk „Hauptsache Wind“.

17 Spin Doctors – Yo Baby
Da will wer tanzen? Da will jemand coole Texte zu funky Musik? Na gerne doch. Hier ist sie, die meistunterschätzte Band der letzten 15 Jahre mit einem ihrer famosesten Hits. Ladies and Gentlemen – from New York – here are the original Spin Doctors!

18 Eric Idle – The FCC Song
Yep. Der Eric von den Monthy Pythons. Zeigt mal wieder allen, was er drauf hat – indem er allen, die bigotte Zensur (besonders die in den US of A) nicht mögen, den akustischen Mittelfinger entgegenstreckt: Fuck you very much the FCC…

Autor: Daniel Heinze

Hallo, hier schreibt Daniel. Ich lebe in Leipzig, mache Radio, PR und gelegentlich auch Musik - als eine Hälfte des Rockpop-Duos 2zueins.

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