Mixtape 6: Novembersongs

Endlich mal wieder ein neues Mixtape: voller melancholischer, bisweilen dann doch auch heiterer Songs, einzunehmen bei erstem Schneefall und dräuenden Spätherbstdepressionen… Weil viele der Songs und Künstler mich in den letzten Wochen beschäftigt haben, gibts auch eine Menge Links zu älteren Einträgen in diesem Weblog – einfach auf die Links klicken und mehr erfahren (psst: bisweilen gibts auch ganze Songs als Downloads).

01 OLLI SCHULZ UND DER HUND MARIE – DURCH DIE NACHT
In diesen Song habe ich mich einfach verliebt. Er hat ja so Recht, der Herr Schulz – jeder braucht bisweilen einen Song, der ihn gut durch die Nacht bringt…

02 DONAVON FRANKENREITER – IT DON’T MATTER
Die Biographie von Donavon Frankenreiter liest sich ganz ähnlich der Biographie des Jack Johnson – früher mal Surfer gewesen, irgendwann die Liebe zur Musik entdeckt und einfach mal ein paar Lieder geschrieben. Kein Wunder, dass die beiden Herren sich gut kennen und mögen und auch noch sehr verwandt klingen. Auch das mag Gründe haben: schließlich hat Jack Donavons Album produziert. Ein geradezu sommerliches, fröhliches Lied mitten im unwirtlichen deutschen Winter – tut gut.

03 NADA SURF – BLONDE ON BLONDE
Die Indie-Rocker mit einer ehrlich anrührenden Ballade, die Dich für ein paar Minuten fesselt, in eine behütete, gute Welt entführt und Dich zärtlich umgarnt.

04 NIELS FREVERT – JETZT FÜR IMMER

Niels ist und bleibt für mich der beste deutsche Songschreiber. Diese Texte, die Dich mitten ins Herz treffen, Dich sinnieren lassen und Dir so oft aus der Seele sprechen: Wir sind die Vorbeitaster… Und falls man für diesen Song noch extra Pluspunkte vergeben müsste: Noch nie hat jemand so leidenschaftlich das Wort „LED-Digitaluhr“ gesungen. Aus seinem entzückenden 2003er Album „Seltsam Öffne Mich“.

05 G. LOVE – BACK OF THE BUS
Ganz klar mein Hit des Herbstes 2004 – G. Love ist mit „The Hustle“ wieder da und hat einen ganzen Sack voller toller neuer Songs im Gepäck. „Back Of The Bus“ bringt die gute Laune nach Hause, die man aufgrund widriger Wetterumstände einfach nicht von alleine haben könnte…

06 CHRIS & KATE – RESIST WAR
Einer von zwei gelungenen „Protestsongs“ auf diesem Mixtape. Chris & Kate singen leidenschaftlich davon, wie sie Gewalt, Krieg und Unrecht widerstehen möchten. Keine Ahnung, wie das die Amerikaner immer hinbekommen – aber Protestsongs wie diese klingen eben nicht peinlich, aufgesetzt und moralinsauer, sondern ehrlich, herzlich und sympathisch.

07 DANIEL HEINZE – KÖNIGREICH
Mal wieder ein eigener Song, aufgenommen vor wenigen Wochen… Ein kleines, zerbrechliches Liebeslied.

08 DAVE MATTHEWS – CIGARETTE LIT
Eine Rarität von Dave Matthews. Aus mir völlig unverständlichen Gründen hat sich Dave dagegen entschieden, dieses Lied auf seine 2003er Soloplatte mit draufzupacken. Dabei hat das Stück alles, was einen schönen Dave Matthews-Song ausmacht: eine wunderbare Melodie, ein cleveres Arrangement und eine unpeinliche Dramatik.

09 OCEAN COLOUR SCENE – PERFECT STRANGER

Gleich noch eine Rarität – dieses bezaubernde Liedlein stammt von der „Make The Deal“-Single aus dem Album „North Atlantic Drift“. Ach, könnten es sich doch alle Musiker leisten, solche Perlen auf Importmaxis zu verstecken, weil sie doch noch sooo viele andere schöne Songs haben. Beneidenswert.

10 CHRIS BARRON – LETTER FROM THE NATION
Schon mehr als einmal hab ich über Chris Barron geschrieben, und auch darüber, dass „Shag“, das Album., von dem dieses Lied stammt, für mich eine der bedeutendsten Platten aller Zeiten ist. „Letter From The Nation“ ist der zweite „Protestsong“ auf diesem Novembertape. Und auch hier gilt das gleiche wie für Chris & Kate – ein geradezu herzlicher und glaubhafter Song, kein falscher Pathos.

11 PAULINE SCANLON – ALL THE WAYS YOU WANDER
Ein Geheimtipp aus Irland: blutjung ist Pauline Scanlon, und mit einer unverkennbaren und schönen Stimme gesegnet. „All The Ways You Wander“ stammt von Paulines Debut, aufgenommen übrigens vom jahrzehntelangen Sinéad O’Connor-Produzenten und -Weggefährten John Reynolds.

12 ZINOBA – IM GRUNDE
Ehrlich gesagt, war ich vom Zinoba-Album ein wenig enttäuscht: zwei Fünftel der großen Selig haben sich hier wiedervereinigt, und gemeinsam mit einem befreundeten Gitarristen eine CD eingespielt. Leider klang allzuviel auf dieser Platte nach einer Selig-Kopie, und auch die Gesänge des ewig seltsamen Jan Plewka fand ich auf seinem zuvor erschienenen Soloalbum wesentlich ansprechender und ehrlicher. Eine der wenigen Ausnahmen ist dieser Song: „Im Grunde“ ist ein ganz wunderbarer Popsong, der sich ins Ohr bohrt und nach allen Regeln der Kunst produziert wurde. Fantastisch!

13 BEN KWELLER – BELIEVER
Ben Kwellers „On My Way“ ist eine der gelungensten Veröffentlichungen des zu Ende gehenden Jahres. Rauhe, ungefilterte Perlen wechseln sich ab mit puristischen Miniaturen und bisweilen großem Pop. „Believer“ ist irgendwie alles – scheinbar klein und zaghaft produziert, aber in Melodie, Performance und Text derartig grandios, dass einem die Worte fehlen.

14 GHOSTLAND – GUIDE ME GOD (AFTERLIFE CHILLOUT REMIX)

Völliges Kontrastprogramm: Das hier ist HiEnd-Pop der feinsten Sorte. Ghostland (im weitesten Sinéad O’Connors wichtigste Backingmusiker und Weggefährten der neunziger Jahre, auch wenn das zu kurz gegriffen wäre, um Reynolds / Adams / Dale zu charakterisieren) nahmen 1998 ihr erstes Album auf, und „Guide Me God“, einer der zugänglichsten und poppigsten Stücke jenes Debüts, erlebte 2002 ein regelrechtes Comeback. Zahlreiche DJs und Remixteams aus aller Welt hatten plötzlich einen Heidenspaß dabei, diesen Song neu zu mischen, die Stimmen von Sinéad und Natacha Atlas neu zu vermischen und anzuordnen… Der Afterlife Chillout Remix ist von allen diesen neuen Mixes bei weitem mein Favorit, da er sich auf das wesentliche – die Stimmen der beiden Damen nämlich – konzentriert.

15 JOHN CATE & THE VAN GOGH BROTHERS – UNDER MY WHEELS
Wow. Einfach nur wow. Gehört und gefunden auf einem aktuellen Sampler des tollen Bluerose-Labels. Ein simpler und gerade deswegen so anrührender Song. Klingt wie aus dem Abspann eines guten Roadmovies.

16 BLUES TRAVELER – JUST WAIT
Einige der unfassbar ehrlichsten Textzeilen, die John Popper je geschrieben hat. Dieses Stück stammt von DEM Erfolgsalbum der Blues Traveler, „Four“. Schon erschreckend: das hat inzwischen auch schon wieder zehn Jahre auf dem Buckel! Aber es hat sich nichts an der Musik geändert – die ist nach wie vor mächtig, mächtig beeindruckend und wunderschön.

17 MON)TAG – ICH LIEG WACH
Die derzeit beste Band in hiesigen Gefilden, ich kann und will es nicht oft genug schreiben. „Ich lieg wach“ ist das letzte Stück aus dem Album „Gefallen“, und es war das erste Stück, das ich je von den Herren gehört habe. Bis heute bekomme ich bei jedem Hören Gänsehaut. Verblüffend: diese Band rockt sagenhaft, wenn sie live auf der Bühne stehen. Aber sie können auch ruhige Songs schreiben, die einfach ihresgleichen suchen. Zum heulen schön.

18 JOHN MAYER – TRACING (ACOUSTIC)

Der Mann mit der warmen, schönen Kuschelstimme und den zarten, reifen Songs – „Tracing“ ist eine B-Seite von der „Bigger Than My Body“-Single. Nicht spektakulär, nein. Aber umso purer, direkter und authentischer.

19 TODD THIBAUD – WHERE YOU CAN’T BE FOUND

Auch dieses Album gehört zu den besten des Jahres 2004: mit „Northern Skies“ meldet sich Todd Thibaud endlich zurück – und macht das, was er wie kaum ein anderer kann: Geschichten erzählen, Momente festhalten und unaufgeregte, klare Rocksongs schreiben. „Where You Can’t Be Found“ ist eines der ruhigeren Stücke auf der neuen CD. Mir fehlen die Worte!!!

20 MAROON 5 – SIMPLE KIND OF LOVELY
Bin mir nicht ganz sicher, ob „Maroon 5“ korrekt ist, wahrscheinlich datiert dieser Song noch auf Zeiten, in denen die Band noch „Kara’s Flowers“ hieß. Ein guter, guter Freund hat mich auf diesen Song aufmerksam gemacht, und ich möchte ihn nicht mehr missen (den Song, den Freund sowieso nicht!!!). Ein recht eleganter Weg, dieses doch ziemlich nachdenkliche Mixtape ein wenig beschwingt und hoffnungsvoll zu beschließen.

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Eingeordnet unter Musik, Spin Doctors Sunday

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