Rock Hard Times: Nach der US-Wahl / Ben Folds / Elliott Smith

Katerstimmung an der „Vote for Change“-Front: Natürlich haben all die engagierten Musiker in den USA darauf gehofft, dass John Kerry das Rennen machen würde, und nicht der andere, der aus Texas. Sie haben gekämpft, sich engangiert, sich für die demokratische Alternative ausgesprochen. Die ersten Reaktionen der politisch aktiven US-Musiker schwanken zwischen Schock, Resignation und Wut. Laut.de hat sich im Internet umgeschaut, und liefert unter dem Titel „Vier Jahre im Vollsuff“ eine erste kurze Bestandsaufnahme, die so beginnt:

Viele sind einfach nur sprachlos. Auf den Webseiten von Bruce Springsteen oder den Dixie Chicks stehen noch die hoffnungsfrohen letzten Wahlaufrufe vom Montag. Filmemacher Michael Moore zeigt ein Bild von George W. Bush auf seiner Webseite, das aus Irak-Kriegsopfern zusammen gesetzt ist. Herausforderer John Kerry hatte sich gestern unter Tränen geschlagen gegeben und Bush zum Wahlsieg gratuliert. Er soll dabei „sehr großmütig“ gewirkt haben, und er forderte seine Anhänger zur Versöhnung mit dem gegnerischen Lager auf.

Den vollständigen Beitrag findest Du hier.

Bands Against Bush war eines von zahlreichen Anti-Bush-Musik-Bündnissen in den Staaten. Klar, auch hier regiert eher die Enttäuschung. Und da liest sich der aktuelle Tagebucheintrag auf deren Seite denn auch so niedergeschlagen, dass man den Autoren erstmal in den Arm nehmen möchte:

I cannot tell you how much I want to quit right now.
Just give up, give up Bands Against Bush, give up believing that there is some sort of hope, give up believing the Republic can be saved, give up living in America.
Just fucking give up.
I have an excellent band, a fantastic significant other, a decent job, and plenty to be thankful for, is it pride or foolishness that compels me to ram my head against the wall like this?
I feel like i’ve been punching the wall so hard that my hands are bloody, have you ever done that before? The wall, generally speaking, does not come down, but you are left feeling just as crappy as before but with hands that ache.
As I watched the results, I felt both sick to my stomach and uncomfortable in my own skin.
The electoral college isn’t what is getting to me, it’s more then that, it’s Bush leading in the popular vote. Sure, there’s all kinds of fraud that’s gone down in Florida, New Mexico and Ohio, but I was very clearly wrong on many levels. I have many flaws, but I can admit when I was wrong, and it seems like I was wrong about a lot of things.

Weiter gehts auf dieser Seite.

Von Bush zurück zur Musik. Ben Folds, der ja Ende November nach Berlin kommt, hat einen Song aufgenommen, auf dem er Elliott Smith besingt. Schließlich geht der Tods Smiths im letzten Jahr nicht nur dessen Fans nahe, sondern auch dessen Kollegen. Der US-Rolling Stone schreibt über Fold’s Song und verrät dabei gleich noch ein paar interessante Details zum neuen Album des Songwritingwunders:

Ben Folds has recorded „Late,“ a tribute to Elliott Smith, who died last year from an apparent self-inflicted knife wound. The song will appear on Folds‘ second solo album, due in February. Smith and the piano man toured together back in 1998, when Folds was fronting Ben Folds Five.

Die ganze Nachricht findest Du hier.

A propros Elliott Smith: kurz nach dessen Tod 2003 schrieb Arne Willander vom deutschen Rolling Stone eine „Wiederhören“-Kolumne zu Smiths 1997er „Either / Or“-Album. Sehr lesenswert:

„Entweder/Oder“, das war ja auch die große Frage des Sören Kierkegaard, im Hauptwerk mit dem „Tagebuch des Verfühers“. So rigoros wie der Denker wollte
möglicherweise auch Elliott Smith leben. Kierkegaard versagte sich die eine große Liebe seines Lebens. Smith versagte sich mit 34 Jahren das Leben selbst. Es gab immer Hinweise auf seine Drogensucht , und es gibt diese schwebende Traurigkeit in seinen Liedern. Aber am Ende wird niemand erklären können, weshalb sich jemand mit einem Messer zerschneidet.

Hier gibts das ganze „Wiederhören“.

Autor: Daniel Heinze

Hallo, hier schreibt Daniel. Ich lebe in Leipzig, mache Radio, PR und gelegentlich auch Musik - als eine Hälfte des Rockpop-Duos 2zueins.

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