Strom – Macht es. (2004)

Was für eine tolle Idee! Steffen Strom aus Stuttgart will Careware-Musik in Deutschland hoffähig machen. Häh? Careware bedeutet, dass Du ein Produkt, in diesem Fall eine äußerst gelungene 6-Track-EP, einfach bestellst, und ohne etwas zu löhnen auch postwendend in den Briefkasten geliefert bekommst. Nach eingehender Begutachtung und dem Einsortieren der CD in Deine heimische Plattensammlung kannst Du dann selbst entscheiden, was Dir die CD Wert ist. Und diesen Gegenwert dann beim Anbieter, in diesem Fall dem eingangs erwähnten Steffen Strom, abgeben. Das kann Geld sein, oder ein Blumenstrauß, oder, oder, oder…

Keine Frage: das ist eine ziemlich riskante Angelegenheit für den Künstler, basiert die Idee doch auf gegenseitigem Vertrauen – zwischen dem Anbieter und dem – ja, äh – Käufer. Ob man auf diese Art reich wird, bleibt abzuwarten. In jedem Fall ist das Careware-Prinzip eine gute Möglichkeit, um auf sich aufmerksam zu machen und seine Musik der Öffentlichkeit vorzustellen.

Damit keine Zweifel aufkommen: die EP „Macht es.“ hat es durchaus verdient, bezahlt zu werden. Knapp 22 Minuten deutschsprachiger Pop-Rock. Da brezeln die Gitarren, da singt jemand ganz herrlich unaufgeregt von ganz herrlich alltäglichen Dingen, und die Platte kommt im schicken und geschmackvoll gestalteten Digipak daher. Ich hab schon für Platten Geld ausgegeben, die hinten und vorne nicht den Standard dieser CD aufweisen konnten!

„Zu kool“ und „Popstern“ sind die überzeugensten Stücke auf „Macht es.“ Ach nee, vielleicht isses doch „Angie“, der Opener der Platte? Oder eher „Hardcore“, dieses Lied, dessen Text Du nicht nur aus vollem Herzen unterschreiben kannst, sondern auch ganz unweigerlich mitsingst? Und eh Du Dich versiehst, bedeuten Dir auf einmal alle Songs der EP etwas, und Du magst sie nicht mehr aus der Hand geben.

Bleibt zu hoffen, dass Steffen Stroms CD die Würdigung erfährt, die sie verdient. Und dass die Menschen, die demnächst über „Macht es.“ schreiben, auch wirklich die Musik beachten und sich nicht ausschließlich über den unkonventionellen Vertriebsweg auslassen. Das wäre nämlich schade und eben nur die halbe Geschichte.

Lieber Steffen Strom, Dankeschön! Mögest Du diesen Weblog-Eintrag als ersten Dank, ersten Gegenwert verstehen. Versprochen: ein weiterer Beweis meiner Wertschätzung folgt in Bälde. Auf dem Postweg.

Hier kannst Du „Macht es.“ von Steffen Strom anhören und bestellen.
Hier im dunkelblau Weblog gibts jede Menge weiterer Links zu legal im Netz verfügbarer Musik!

Autor: Daniel Heinze

Hallo, hier schreibt Daniel. Ich lebe in Leipzig, mache Radio, PR und gelegentlich auch Musik - als eine Hälfte des Rockpop-Duos 2zueins.

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