Mixtape (4)

Diesmal ein altes Mixtape aus dem Jahr 1999, genauer vom 15. September 1999. Ganz spannend, wenn man die Songs fünf Jahre später nochmal hört…

01 ELEANOR McEVOY – PLEASE HEART YOU’RE KILLING ME
Eleanor McEvoy ist eine Sängerin aus Irland, deren Stimme mächtig an Dolores O’Riodon oder Sinéad O’Connor erinnert . Inzwischen ist die Dame in reichlich seichte Pop-Gefilde gedriftet, aber ihre drei Alben aus den Neunzigern sind wirklich unterhaltsam und gut.

02 CHRIS BARRON – TEDDY
„Shag“, die Akustik-Solo-Platte von Spin Doctors-Frontmann Chris Barron, ist eines der tollsten Alben, die ich je gehört habe. Pure Schönheit, intelligenter Humor und traumhafte Melodien. Entstanden in der wohl deprimierensten Phase der Spin Doctors, kein Plattenvertrag in Aussicht, kaum noch Menschen, die sich für die Band interessierten. Genau in dieser Zeit entsinnt sich Barron auf sein größtes Talent – sein Songwriting. „Teddy“ ist nur eines von ganz vielen brillianten Liedern.

03 GIN BLOSSOMS – AS LONG AS IT MATTERS
Ähnlich wie die Doctors waren auch die Gin Blossoms eine Band, die ihren Karrierehöhepunkt in der Mitte der neunziger Jahre hatte. „Hey Jealousy“ war ein massiver College-Radio-Hit, und mit der zweiten regulären Platte „Congratulations I’m Sorry“ lieferten die Blossoms eine fast noch bessere CD ab als mit dem Erfolgsdebüt „New Miserable Experience“. Eine weitere Parallele zu den Spin Doctors (mal abgesehen davon, dass die Bands sich gut kennen und auch mögen): auch sie haben sich kurz nach der Jahrtausendwende wieder zusammengefunden, und sind wieder alive & kickin‚!

04 TAL BACHMAN – IF YOU SLEEP
Schon komisch, jetzt über Tal Bachman zu schreiben, fünf Jahre später. Inzwischen hat das norwegische „Pop-Idol“ Kurt Nielsen Bachmans besten Song gecovert und damit den Erfolg gehabt (wenigstens in Europa), der Bachman nie beschieden war. Dabei war sein 1999er Album ein echter Genuß. „If You Sleep“ ist auch heute noch ein angenehmer, eingängiger Popsong. Mal sehen, wer den entdeckt und damit Geld macht…

05 JONO MANSON – LITTLE BABY
Er ist der Vater der New Yorker Jamband-Szene der späten Achtziger und frühen Neunziger, hat Bands wie Blues Traveler, God Street Wine, Aquarium Rescue Unit und (ja, mal wieder) die Spin Doctors gefördert. Manson ist ein Show-Man wie er im Buche steht, und hat eine Vorliebe für Popsongs, die ganz knapp am Prädikat „Country“ vorbeischlittern. Gutelaunelieder.

06 OCEAN COLOUR SCENE – SOUL DRIVER
Nach wie vor sind OCS eine der besten Bands aus England. „Soul Driver“ ist ein grandioses Stück aus dem sonst eher etwas schwächeren Album „One for the Modern“ aus dem Jahr, jaja, 1999. Treibender Beat, tolle Gitarrenlicks und eine Hookline, die man nie wieder vergißt. Qualitäten, die man – Gott sei Dank – auf jüngeren Platten der Band wieder stärker genießen kann als auf „Modern“.

07 STEREOPHONICS – I WOULDN’T BELIEVE YOUR RADIO
So richtig warm geworden bin ich mit den Stereophonics, ehrlich gesagt, nie. Aber „I Wouldn’t Believe Your Radio“ ist ein toller Song, und allein für dieses Stück sollte man die Band zumindest mögen.

08 AFRO CELT SOUND SYSTEM – RELEASE
In den Jahren 1998ff machte sich Sinéad O’Connor daran, zu einer Kultgröße im Electronic-Beats-Drum-And-Bass-Sektor zu entwickeln. Zwar war es noch ein paar Jahre hin, bis ihre Kooperationen mit Massive Attack, Moby, Conjure One oder Adrian Sherwood diesen Status endgültig manifestierten. Aber durch geniale Zusammenarbeiten wie dieser, und vorangegangenen Projekten wie Ghostland konnte man schon einen Trend ablesen. Aber das schreibt sich so leicht, fünf Jahre später. Damals war „Release“ (übrigens gibts unzählige brilliante Remixes dieses Songs, u.a. von Rollo von Faithless) einfach ein hypnotisierender Hybrid aus Pop, Dance und Folk. Wicked.

09 THE BEAUTIFUL SOUTH – PERFECT 10
Siehe Stereophonics. Auch nicht wirklich eine Band, die sich mir gänzlich erschließt. aber „Perfect 10“ ist funky, lustig und wunderbar gesungen. Der ging mir wochenlang nicht aus dem Kopf.

10 REEF – I’VE GOT SOMETHING TO SAY
Klasse Band aus dem Königreich, mit einem geilen Song. Diese whiskeygezeichnete Stimme, diese unmittelbaren Gitarren, dieser treibende Groove! Geiler Song halt.

11 JELLYFISH – NOW SHE KNOWS SHE’S WRONG
Über Jellyfish hab ich ja schonmal bei einem neueren Mixtape was geschrieben. Dieser Song bestätigt das nur: tolle, zu Recht hochgelobte Band, die einfach eine Handvoll echter Popperlen auf Lager hatte.

12 ELLIOTT SMITH – WALTZ #2 (XO)
Damals galt Smith als DER neue Up-and-coming-Songwriter aus den USA. Die Musikpresse kam aus dem Hochloben fast schon nicht mehr raus, und tatsächlich waren die Alben von Elliott Smith immer ganz faszinierende und irgendwie entrückte Angelegenheiten. Inzwischen ist Elliot fast ein Jahr tot, er hat sich (wenn auch unter reichlich seltsamen Umständen, die Verschwörungstheoretiker zu den spannendsten Ideen beflügeln) selbst das Leben genommen. Denmächst erscheint mit „From A Basement To A Hill“ das Vermächtnis dieses seltsamen, aber großen Künstlers.

13 GENE – SOMETHING IN THE WATER
Eine von diesen verkannten Bands, auf die die Kritiker so stehen. Wenn irgendwo über diese Band geschrieben wird, dann immer solche doofen Sätze wie „Musik für traurige Menschen“, „Musik für alle, die sich unverstanden fühlen“ usw. Nicht, dass das falsch wäre, aber es ist halt nur die halbe Wahheit. Bloß weil eine Band, der der kommerzielle Durchbruch nie wirklich vergönnt war, melancholische Rockmusik macht, heißt das nicht, dass da kein Funken Lebensfreude wäre. Inzwischen habe ich Gene ein wenig aus den Augen verloren (gibts die eigentlich noch?), aber die drei, vier, fünf Platten die ich kenne, sind einfach empfehlenswert. Auch für Menschen, die keine Kritiker sind.

14 SEMISONIC – CLOSING TIME
Der einzige wirkliche Hit von Semisonic, der aber quasi automatisch zur Hymne avancierte. Schöner, energischer, emotionaler wurde wohl nie in der jüngeren Musikgeschichte über das Thema „Sperrstunden in Kneipen“ referiert. Born to be Mixtape-Schlußlied.

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Eingeordnet unter Musik, Spin Doctors Sunday

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