Mixtape (3)

Ein Mixtape, kompiliert am 26. April 2004. Hat kein bestimmtes Thema, einfach nur ein paar wunderschöne Songs, die gut zueinander passen…

01 JACK JOHNSON – TOMORROW MORNING
Jack Johnson ist der Meister des kleinen, entspannten Songs – wie dieser, geradezu zum Opener geborene, Song beweist: ruhige Gitarren, ganz relaxter Gesang – that’s allright…

02 GARISH – EINMAL AUS DEM NEST GEFALLEN FINDET MAN NICHT MEHR
Sperriger Songtitel, wunderschönes Lied – Garish kommen aus Österreich und sind dort recht berühmt für ihre poetischen Texte, verbunden mit dieser einmalig sanften, und trotzdem rockenden Musik. Meine Lieblingsstelle ist der Akkordwechsel am Ende – auf einmal sind da Sonnenaufgangs-Harmonien, und dann dieser Text: „Sing ich vor mich hin, ich singe vor mich hin…“ Ja, das ist es, was einen wunderbaren Frühlingstag ausmacht – es geht Dir gut und Du singst einfach vor Dich hin. Bingo!!!

03 DAMIEN DEMPSEY – APPLE OF MY EYE
Bisher hatte ich vier Mal das große, große Glück, diesen Mann live zu sehen – immer als Support für Sinéad O’Connor. Damien Dempsey ist der für mich beste aktuelle Songwriter in Irland. Sagenhaft poetische Texte, unglaubliches Harmonieverständnis. Alle Musiker, die Du auf diesem Track hörst, gehörten übrigens zu Sinéads Liveband, aber das nur am Rande.

04 GIN BLOSSOMS – NOT ONLY NUMB
Zu manchen Bands zeichnen sich ja im Kopf sofort Bilder aus dem eigenen Leben – wenn ich an die Gin Blossoms denke, denke ich an Prag – ein wunderbarer Urlaub in den frühen Neunzigern, ich war verliebt, und hörte da diesen einen Song „Hey Jealousy“… Wenig später erfuhr ich, dass es sich um die Gin Blossoms handelte – jene Band, die im selben Jahr mit Spin Doctors und Soul Asylum um die Welt tourte. Tja, und nachdem ich in Deutschland kein Glück hatte, das Album der Jungs zu finden, gelang es mir in Prag – etwa fünf Minuten bevor wir versehentlich mitten in eine Hare-Krisha-Demo auf dem Wenzelsplatz geplatzt sind. Dieses Stück ist vom zweiten Album der Band – ein herrliches, kleines Liebeslied…

05 MON)TAG – RUF MICH AN
Diese Band
hats mir einfach angetan. Ganz großer Pop, mit tollen Texten und buttergleichen Arrangements. Dieses Lied ist der erste Song ihres Albums, und ich hab mich lange nicht mehr so verstanden gefühlt, wie beim Hören dieses Songs im Spätherbst letzten Jahres – zwischen Prüfungsstress, Überstunden und Zumerstenmalalleinewohnen.

06 BLUES TRAVELER – SWEET AND BROKEN
Einer dieser Momente, bei denen mir ganz, ganz ehrlich das Herz aufgeht – da veröffentlicht diese Band im August 2003 ihr neues Album (das achte oder neunte oder so), und was darf ich hören – einen Song, den John Popper (der Sänger) gemeinsam mit Chris Barron geschrieben hat (Sänger von Spin Doctors). Etwa zehn, elf Jahre vor dieser Zusammenarbeit haben die Bands der beiden legendäre Doppelkonzerte gegeben: erst die einen, dann ein großer Jam mit den anderen, dann die anderen, dann ein großer Jam mit den einen, dann wieder die einen – und so ging das fünf, sechs Stunden lang. Und jetzt, mehr als eine Dekade später, schreiben diese beiden engen Freunde mal wieder einen Song miteinander. Und was für einen – oh, she is so sweet. And broken…

07 SMH – SPÄTER (2003 edit)
Es grenzt schon fast an Größenwahn, nach so einem kompositorisch unangreifbaren Song ein eigenes Lied anzufügen. Aber: warum denn eigentlich nicht? Dieses Lied bedeutet mir ebenfalls sehr viel – bis heute bin ich von der Melodie und dem Text überzeugt. Wir waren fünf musikversessene Jungs, die 1998 eben diese Platte aufgenommen haben… Ganz abgesehen davon, dass ich das Lied heute sicher ganz anders arrangieren würde, mag ich das Teil einfach. Und erinnere mich sehr sehr gern an diese Zeit – jedes Wochenende Auftritte, mal vor zehn, mal vor tausend Leuten. War schon cool… Und alles andere kommt später.

08 JASON MRAZ – THE REMEDY (I WON’T WORRY)
Neben John Mayer, Howie Day und Jack Johnson ist Jason Mraz einer der im Moment angesagtesten jungen Songwriter in den Staaten. „The Remedy“ war sein Durchbruch – ein rundum gelungener Popsong, mit einer wunderbaren Hookline. Sein Album „Waiting For My Rocket To Come“ hat Preise noch und nöcher abgesahnt. Aber auch, wenn da der ein oder andere Song drauf ist, der mir persönlich nicht so gefällt, „The Remedy“ ist definitiv einer der geilsten Songs seit langem!

09 JAN PLEWKA – SEI HIER
Jan Plewka war Sänger bei Selig, und singt neuerdings bei Zinoba. Zwischendurch hat er ein Soloalbum gemacht, das für mich seinen bisher lichtesten Moment darstellt. Ausnahmsweise mal nicht auf irgenwelchen bizarren Selbstfindungs-, Drogen-, Alkoholtrips, hat Jan mit „Zuhause da war ich schon“ eine herausragende Platte abgeliefert. „Sei hier“ ist das Stück, das mich am stärksten berührt hat: ein unpeinliches, sehnsüchtiges, weites und tiefes Liebeslied mit einer wunderbar überraschenden Bridge.

10 DAVE MATTHEWS BAND – I’LL BACK YOU UP
Dazu kann und will ich nur ganz wenig schreiben. Ganz ehrlich, ich kenne kaum ein schöneres Lied überhaupt. Bei jedem, aber wirklich jedem Hören bekomme ich Gänsehaut. Vom 1992er Independent-Debüt der Jungs. Sometimes we walk, sometime we run away…

11 GUNDERMANN & SEILSCHAFT – ICH MACHE MEINEN FRIEDEN
Wir schreiben das Jahr 1993, Klein-Daniel, damals neunte Klasse, entdeckt deutschsprachige Musik, die nicht von Bababanküberfällen oder Jenseitsvoneden singt. Gerhard Gundermann war ein zauberhafter Musiker, den ich vier oder fünf Mal live erleben konnte. Das waren dann immer drei- bis vierstündige Shows mit Gerhard und einer fantastischen Band. „Ich mache meinen Frieden“ ist eines der Lieder, die mich seit dem allerersten Hören nicht mehr losgelassen haben, und die mir auch noch in den Sinn kommen, wenn ich sie ein, zwei Jahre lang mal nicht gehört habe. Bis heute ein absolut amtlicher Song, wenn Du mich fragst. Leider ist „Gundi“ schon tot – er starb irgendwann Ende der Neunziger mit Paarnvierzich an einem Herzinfarkt. Und Daniel, schon gar nicht mehr so klein, war ein paar Tage lang richtig fertig.

12 WILLY PORTER – HARD
Sollte ich jemals in die Verlegenheit kommen, einen Film zu drehen, dann würde dieser Song irgendwann am Schluß laufen, kurz vor dem Abspann, wenn alle gerührt sind, oder glücklich, oder beides. Dieses unfaßbar schöne Stück Musik erinnert mich meine erste Liebe. Nach wie vor ein toller Song, auch ohne Schmetterlinge im Bauch!

13 STOPPOK – DEIN GLÜCK
Der vielleicht am härtesten arbeitende deutsche Musiker – Stefan Stoppok ist ein Poet, ein Genie, ein netter Kerl. Ich kann schon gar nicht mehr zählen, wie oft ich den Knaben live gesehen habe. Es ist immer wie ein Nachhausekommen. Du kennst ihn, seine Musik, er ist immer der alte, aber überrascht Dich jedesmal mit einer neuen Handvoll Lieder. Und sehr, sehr gern erinnere ich mich an dieses Interview mit ihm – da hab ich meinen Status als Radioredakteur schamlos ausgenutzt, um mal mit dem Herrn ins Gespräch zu kommen. Hat sich gelohnt, nicht nur wegen der zahlreichen Freibiere, damals, in Glauchau… „Dein Glück“ ist von seinem letzten Album. Okay, die Akkordfolge ist dreist bei Bob Dylan geklaut, aber das macht nix. Der Text macht das wieder wett.

14 SINÉAD O’CONNOR – IT’S ALL GOOD
Hast Du denn ernsthaft geglaubt, eines meiner Mixtapes käme ohne Sinéad, the Goddess of Song, aus? Ich bitte Dich! „It’s All Good“ hat Damien Dempsey geschrieben (siehe oben), und das Lied wird wohl die vorerst letzte Single dieser wunderbaren Dame sein. Mir kommt da der erste herrliche Sonnenuntergang in meiner neuen Wohnung in den Sinn – die Platte war taufrisch, meine Wohnung war es auch, ich stand auf dem Balkon, und konnte einfach nur zustimmen: It’s all good.

15 SPIN DOCTORS – INDIFFERENCE
Zehn Jahre hat diese Aufnahme schon auf dem Buckel. Kein Jahr seither, in dem ich NICHT mindestens einmal den Repeat-Knopf gedrückt habe, weil mich dieses Stück geplättet hat und ich es nochmal, oder noch zwei Mal, oder drei Mal, hören musste. Was für eine wunderbare Ballade! Dieser Duettgesang von Eric und Chris! Dieses Akustikgitarrensolo! Dieses E-Gitarren-Solo! Und überhaupt. Und sowieso!

16 MARTYN JOSEPH – CARDIFF BAY
Eigentlich geht der Typ gar nicht. Macht kitschige Platten, wenn er nicht gerade mit Bernhard Langer, seinem besten Kumpel, golft. Kein Witz. Stimmlich irgendwo zwischen Bryan Adams und Phil Collins. Und musikalisch mehr als einmal mächtig daneben: Kinoleinwandpop, der mir normalerweise so gar nichts gibt. Aber ich kann nicht anders, als reumütig, ach was, stolz zuzugeben: Jawoll, ich steh auf Martyn Joseph. Einmal live im Fernsehen gesehen, fasziniert von seiner Bühnenpräsenz. Und die doofen Songs auf seinen CDs kann man ja skippen. Und der hier, der gehört definitiv nicht zu den skippenswürdigen (was bitte ist das denn für ein Wort?) Songs seines Schaffens…

17 ROBERT CRAY – LITTLE BOY BIG
Dieser Song fasst die Grundstimmung dieses Mixtapes recht gut zusammen – ohne, dass ich das so geplant hatte, ist das eine recht melancholische Platte mit vielen Erinnerungen geworden. So it’s all said and done… Robert Cray macht seit 30 Jahren Musik, und immer klingt sie so beseelt und rein wie auf diesem schönen Stück. Meine Lieblingsstelle: kurz vor Schluß – „Your hand in the pocket walking down the streets singing Lalalalalala..“ Oder wie Damien Dempsey sagen würde „It’s all good“.

18 TODD THIBAUD – ALREADY GONE
Melancholisch, traurig, aber vor allem wunderschön – Todd Thibaud ist ein Meister der kleinen, aber nahezu perfekten Songs. Allerdings ist das Lied meiner Meinung nach ein derartiger „Runterzieher“ (im besten Sinne), dass ich ihn ans Ende dieses Mixtapes packen mußte.

19 WHATSA – DRINK MIX
…aber so ganz ans Ende wollt ich ihn nu auch wieder nicht packen. Sonst wirst man noch ganz traurig! Deshalb abschließend dieser funky Jam begnadeter New Yorker Musiker als Abspannmusik.

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Autor: Daniel Heinze

radio guy, pr consultant, traveller, music enthusiast: 2% jazz & 98% funky stuff.

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